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Trotz finanzieller Unabhängigkeit: Die meisten Deutschen würden weiter arbeiten

Ein Leben ohne Arbeit können sich die wenigsten Deutschen vorstellen. (Foto: Shutterstock-Igor Stevanovic)

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet volle Freiheit. Trotzdem würden nur 18 Prozent der Deutschen aufhören zu arbeiten.

Sommer, Sonne, kein Büro – das wäre es doch: Das ganze Leben lang Urlaub machen! Jeder hat wohl schon darüber nachgedacht, was wohl wäre, wenn der Lottogewinn oder ein reiches Erbe ins Haus flattern. Glückliche, die es zu finanzieller Unabhängigkeit gebracht haben, erfüllen sich den Traum. Oder etwa nicht? Laut einer repräsentativen Umfrage von Xing, die das Karriere-Netzwerk unter 2.024 Befragten durchgeführt hat, würden gerade einmal 18 Prozent der Erwerbstätigen aufhören zu arbeiten.

Mehrheit der Deutschen möchte arbeiten

Die überwiegende Mehrheit hätte demnach ganz andere Pläne: 20 Prozent der Befragten würden ihrer Arbeit unverändert nachgehen, heißt es in der Studie. 42 Prozent würden lediglich die Stunden reduzieren, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Und die übrigen 20 Prozent der Berufstätigen, würden ihren Beruf wechseln oder sich anderen Tätigkeiten widmen. Für viele Deutsche ist die Arbeit insofern gar keine Last. Sie gehen einer Beschäftigung sogar sehr gerne nach.

„Für die meisten befragten Berufstätigen ist der Job auch jenseits von materiellen Notwendigkeit essenzieller Bestandteil des Lebens“, erklärt Felix Altman von Xing. „Sie ist identitätsstiftend und gehört zum Selbstverständnis.“ Selbst wenn sie ihr Beschäftigungsverhältnis an den Nagel hängen, gingen sie häufig einer anderen Tätigkeiten nach, beispielsweise in Form eines sozialen Engagements, so der Experte. Die meisten Deutschen können sich ein Leben ohne Arbeit im positiven Sinne gar nicht vorstellen.

Auffällig ist, dass der Job vor allem für Einsteiger und jüngere Berufstätige offenbar zu einem erfüllten Leben dazu gehört. Nur knapp elf Prozent der 18- bis 24-Jährigen würden ihn kündigen, wenn sie nicht mehr arbeiten müssten. Die Bereitschaft zum Vorruhestand erhöht sich erst im fortgeschrittenen Lebensalter. Etwa 24 Prozent der Über-50-Jährigen würden den Job am liebsten sofort quittieren. Die repräsentative Umfrage zeigt auch einige regionale Unterschiede auf.

So würden sich die Befragten aus einigen Bundesländern eher für ein Leben ohne Arbeit entscheiden als andere. Spitzenreiter mit 24 Prozent sind die Bewohner von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, dicht gefolgt von den Norddeutschen aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Nordrhein-Westfalen mit jeweils 21 Prozent. Auch geschlechterspezifische Unterschiede treten zu Tage: Während rund 20 Prozent der befragten Männer nicht mehr arbeiten würden, wollen das nur 16 Prozent der Frauen.

Nur elf Prozent der Arbeitgeber sind unzufrieden

Weshalb nur wenige deutsche Berufstätige ihren Job kündigen, lässt sich aus weiteren Ergebnissen der Umfrage ableiten: Etwa 66 Prozent der Studienteilnehmer sind mit ihrem Job zufrieden und arbeiten gerne. Eindeutig unzufrieden sind lediglich knappe elf Prozent der befragten Arbeitnehmer. Xing-Mann Felix Altmann erklärt: „Neben den harten Faktoren wie Gehalt spielen etwa Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Arbeitskultur im Unternehmen eine immer größere Rolle.“

Berufseinsteiger stellen immer höhere Ansprüche an die Arbeitskultur und die inhaltliche Tätigkeit, der sie täglich nachgehen. Sie wollen mitbestimmen, fordern flexible Arbeitsmodelle und wollen sich entwickeln können. Diese Umstände sind zwar immer häufiger gegeben, aber längst nicht Standard in der deutschen Wirtschaft. Für 35 Prozent der Umfrage-Teilnehmer geht ein Traumjob zudem mit einem guten Kollegenzusammenhalt einher. Vor allem Frauen sei das wichtig.

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6 Reaktionen
Mareike Z.

Ich finde die Studie in ihrer Aussagekraft zwar durchaus auch schwierig, bin und bleibe aber dennoch Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens :-)

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FAB

Die Studie fand auf Xing statt und soll repräsentiert sein…?!

Auf Xing sind doch eher Karriere Menschen. Hilfsarbeiter, Reinigungskräfte, Bauarbeiter usw. findet man dort bestimmt eher selten. Bei dieser Arbeitsgruppe ist der Anteil der „nicht mehr arbeiten wollen..“ sicherlich größer, als bei einem typischen Karriere Menschen.

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Markus

Was ich da nicht ganz verstehe .. den Beruf wechseln, weniger arbeiten und seine Zeit anderen Dingen widmen kann man schon heute .. und zwar zu besseren Konditionen, als es bei den mir bekannten Modellen der Fall wäre. In zahllosen Gesprächen stelle ich aber immer wieder fest, dass es viele Grenzen ausschließlich in dem eigenen Kopf gibt und diese gesellschaftlich etabliert scheinen, ohne einen zwingenden Grund. Meist liegt es aber vielleicht auch daran, dass wir auf den finanziellen Stand nicht verzichten möchten und uns einbilden, das wir das "brauchen". Ich muss derzeit aber feststellen, dass der Ausbruch aus dem Strudel zwar deutlich teuer ist, aber es einem dabei sehr viel besser geht.

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Martin

Wenn man den Begriff Arbeit nicht nur auf ein klassisches Angestelltenverhältnis beschränkt, kann ich mir auch nicht vorstellen, im Falle von Vermögen nicht mehr zu arbeiten. Wenn man nur rumliegt oder mit dem Boot rumtuckert wird man doch bald merken, dass das Leben bald unangenehm sinnentleert ist.

Was ich mir allerdings nicht vorstellen könnte wäre, als kleiner Angestellter ganz normal weiterzuarbeiten, da nutzt man dann die gegebenen Möglichkeiten nicht und bleibt nur aus Trägheit und Gewohnheit dabei, behaupte ich mal.

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Markus

Selbst das kann ich mir bei anderen vorstellen .. nicht jeder hat einen inneren "DRIVE" und es gibt viele, die froh sind, wenn jemand den DRIVE aufbringt und sie ganz normal einfach etwas arbeiten dürfen.

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Lars

>> Wenn man nur rumliegt oder mit dem Boot rumtuckert wird man doch bald merken, dass das Leben bald unangenehm sinnentleert ist. <<

Nein.

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