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Kolumne

Mit diesen 4 Virtual-Reality-Apps reist ihr zu entlegenen Orten auf der ganzen Welt

Nach Feierabend zu entlegenen Orten reisen – etwa auf den Mount Everest. (Screenshot: Solfar VR)

Virtual Reality ermöglicht es, an Orte zu reisen, die den meisten Menschen nur aus Büchern bekannt sind. Hier kommen vier tolle Beispiele solcher VR-Apps. Die Virtual-Reality-Kolumne „Views on VR“ von Luca Caracciolo.

Highend-VR wird heute fast ausschließlich mit Gaming assoziiert. Oder es geht um hochprofessionelle Industrie-Anwendungen, beispielsweise im Bereich der Konstruktion oder der Produktionsplanung. Doch neben diesen zwei in den Medien oftmals zitierten Anwendungsfällen gibt es zahlreiche VR-Experiences, die das einmalige Präsenzgefühl des Mediums nutzen, um euch entlegene Orte auf der ganzen Welt näherzubringen: ein Einsatzbereich für VR, über den viel zu selten berichtet wird. Kurz mal ins Death Valley oder einen Ausflug zur ISS-Raumstation in den Orbit? Mit den folgenden vier VR-Anwendungen geht das.

Als Weltraumtourist auf die ISS

Die internationale Raumstation ISS ist in der VR-Experience „Mission: ISS“ voll begehbar. Ihr schwebt durch die Module der Station und erkundet die Details der Konstruktion. (Screenshot: Oculus VR)

Schwerelosigkeit und die Enge einer Raumstation erleben: Das lässt sich in der kürzlich veröffentlichten und kostenlos verfügbaren VR-Experience „Mission: ISS“ für die Oculus Rift erleben. Die detailgetreue Nachbildung der Konstruktion vermittelt erstaunlich gut das Gefühl, in engstem Raum zu leben. Per Zeigebewegung mit der Hand könnt ihr einzelne Bauteile hervorheben, wodurch ein Video ausgelöst wird, in dem Astronauten die entsprechenden Funktionen erklären. Es macht aber auch einfach Spaß, per Touch-Controller mit den Händen durch die Station zu navigieren und neue Details zu entdecken.

Wie der Beruf des Astronauten auch braucht es allerdings ein wenig Training, um bei dieser VR-Erfahrung nicht von Übelkeit geplagt zu werden – selbst für mich, der meist keinerlei Problem mit VR-Übelkeit hat: Schwerelos in VR durch die ISS  zu schweben und in Realität aber zu stehen verträgt sich nicht immer. Dennoch lohnt sich der Trip für Rift-Besitzer: Wo sonst kommt man in den Genuss, einen so detaillierten Blick in den Alltag von Astronauten zu werfen?

Schwitzen im Death Valley

Sechs Locations könnt ihr im Death Valley erkunden – dank der Photogrammetrie-Technologie wirken die Orte so plastisch, dass man versucht ist, einzelne Steine aufzuheben. (Screenshot: Realities.io)

Die Gründer von realities.io haben es sich zum Ziel gesetzt, coole Orte auf der ganzen Welt in Virtual Reality erlebbar zu machen. Das Besondere an der VR-Experience: Durch die eingesetzte Photogrammetrie-Technologie erreichen die begehbaren Locations einen erstaunlich hohen Detailgrad. Neben einer Säule zu stehen beispielsweise vermittelt das Gefühl, wirklich ein physisches Objekt zu sehen. Nicht selten ertappe ich mich dabei, mit der Hand nach eben solchen greifen zu wollen.

Die kostenlose VR-Anwendung für HTC Vive und Oculus Rift gibt es schon länger, in einem neuen Update hat das Entwickler-Team allerdings eine beeindruckende Location hinzugefügt: das Death Valley. Wer mag, kann sich an den sechs verschiedenen Locations dort auf die Suche nach Audiokassetten machen, aber der eigentliche Star ist die Landschaft. Mit der Teleport-Funktion könnt ihr die einzelnen Locations erkunden. Gepaart mit der dazu passenden Hintergrundmusik entsteht ein tolles Präsenzgefühl und ein sehr guter Eindruck der Weite dieses Tals.

Frieren auf dem Mount Everest

Mal kurz nach Feierabend auf den Mount Everest? Das könnt ihr mit Everest VR auf der Oculus Rift und der HTC Vive – inklusive Gletscherspalten-Überquerung. (Screenshot: Solfar VR)

Von der Hitze in die ultimative Kälte: Die VR-Experience „Everest VR“ bringt euch auf die Spitze des höchsten Bergs der Erde. In mehreren Stationen erklärt ein Sprecher aus dem Off die besonderen Herausforderungen der jeweiligen Passagen. Aber ihr selbst seid auch gefordert und müsst beispielsweise eine Gletscherspalte überqueren, eine Eiswand hochklettern oder euch auf einem engen Bergkamm entlangseilen.

Was mir jedenfalls nach der virtuellen Besteigung klargeworden ist: Ich will da nicht hoch. Zwar war das auch zuvor nicht unbedingt mein Lebenstraum, aber nach dieser VR-Experience bin ich mir jetzt völlig sicher. Denn mit Everest VR gelingt es, eine Vorstellung der extremen Bedingungen zu bekommen, denen sich Everest-Besteiger aussetzen: plötzliche Wetterumschwünge, hochgefährliche Passagen, körperliche Schmerzen.

Die rund 30-minütige Erfahrung kostet 14,99 Euro,  ist für die HTC Vive und die Oculus Rift verfügbar und soll demnächst auch für Playstation VR erscheinen.

Das virtuelle Herz

Auf der Cebit ausprobiert: Das Pilotrojekt „The Virtual Heart“, das in einer Zusammenarbeit zwischen Oculus und der Stanford University entsteht. (Foto: Facebook)

Ein entlegener Ort der ganz anderen Art ist der menschliche Körper. Genau diesen will ein Pilotprojekt der Stanford University und Oculus in VR erlebbar machen. Mit „The Stanford Virtual Heart“ ist es möglich, verschiedene Herzfehler in VR darzustellen. Dabei könnt ihr das Herz als 3D-Objekt betrachten, es drehen und in seine Bestandteile „zerlegen“. Die viel beeindruckendere Funktion ist allerdings eine andere: Auf Knopfdruck teleportiert ihr euch direkt ins Herz und könnt dann das Organ als großes, euch umgebendes Gebilde erleben. Auf diese Weise ist es auch deutlich einfacher, Nicht-Medizinern einen Herzfehler zu erklären – beispielsweise Eltern eines betroffenen Kindes. Aber auch Medizinstudenten können über eine solche räumliche Darstellung die Zusammenhänge plastischer erfahren und sich vermutlich besser einprägen.

Ich konnte das Pilotprojekt auf der Cebit ausprobieren und war vor allem von der Darstellung des übergroßen Herzens angetan: Die Software zeigt nicht nur den Blutfluss der verschiedenen Blutkörperchen an, sondern eben auch Fehler beziehungsweise Defekte: In meinem Beispiel war es ein Loch in der Herzwand. Das Loch lässt sich per Knopfdruck schließen, was den Blutfluss verändert. Durch die räumliche Darstellung leuchtet selbst einem Laien wie mir unmittelbar ein, was das Problem ist und was es verursacht.  Laut eines Oculus-Sprechers ist es durchaus denkbar, in Zukunft auch andere menschliche Organe in einer solchen VR-Darstellung zugänglich zu machen.

Noch mehr Virtual-Reality-Kolumnen von Luca Caracciolo gibt es hier. Folgt ihm auf Twitter unter papierjunge.

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