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Ratgeber

Diskutieren will gelernt sein: Diese 8 Regeln solltest du beachten

Dass es in Meetings zu Konflikten kommen kann, kennt wohl jeder. Was dann hilft: konstruktive Diskussionen. Die Argumentationslehre zeigt, wie es geht.

4 Min.
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Diskussion: Regeln für ein gutes Gespräch. (Foto: Portrait Image Asia/Shutterstock)

„Nicht Sieg sollte der Zweck einer Diskussion sein, sondern Gewinn.“ Dieser eine Satz, der auf den französischen Moralisten Joseph Joubert zurückgeht, verdeutlicht besonders gut, worauf es bei einer Debatte ankommen sollte – ob im Berufs- oder im Privatleben.

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Im Business-Kontext kann die innere Haltung entscheidend dafür sein, ob ein Streitgespräch konfliktfrei über die Bühne geht oder nicht. Die Argumentationslehre hat hinreichend erforscht, welche Verhaltensweisen eine gute Debatte auszeichnen und wie sie zu einem produktiven Charakter beisteuern können. Wir fassen einige der wichtigsten Regeln zusammen.

Richtig diskutieren: Begründe deinen Standpunkt

Klar, deine Meinung ist wichtig. Aber durch das bloße Aufeinanderprallen von Standpunkten ist überhaupt noch gar nichts gewonnen. Bloße Meinungsbekundungen und Zuspitzungen bringen das Gespräch nicht weiter, sondern führen eher dazu, dass ein Lagerdenken einsetzt und die Fronten sich verhärten.

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Um miteinander ins Gespräch zu kommen, ist es entscheidend, warum du diese Meinung vertrittst. Begründe also nachvollziehbar deine Sichtweise und lade deinen Gegenüber ein, das Gleiche zu tun. Die wichtigste Frage in einer Diskussion lautet: „Warum glaubst du das?“

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Zuhören und Verstehen

Die Argumente des anderen zu kennen und sie zu verstehen, ist unerlässlich, um zum Kern einer Debatte vorzustoßen. Deshalb lautet die Devise: „Zuhören!“ Was einfach nachvollziehbar klingt, ist in der Praxis gar nicht so leicht.

Störrische Diskutanten neigen oft dazu, sich den Argumenten des Gesprächspartners zu verschließen und anstatt zuzuhören, gedanklich schon zum nächsten Gegenschlag auszuholen. Ratsam ist es jedoch nachzuhaken und beispielsweise zu fragen: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist deine Sorge, dass …?“ Mit dieser Frage kannst du sicherstellen, dass du wirklich verstanden hast, was dem anderen wichtig ist.

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Perspektivwechsel für eine gelungene Diskussion

Eine der wichtigsten Verhaltensweisen ist, sich in die Perspektive des anderen zu versetzen. Oft scheitern Diskussionen nicht nur an unterschiedlichen Meinungen, sondern an entgegengesetzten Wertvorstellungen. Überlege dir, wie du aus der Position des Gesprächspartners heraus argumentieren könntest.

Wenn dem Gegenüber beispielsweise mehr an Quantität anstatt Qualität liegt, könntest du versuchen, vor diesem Hintergrund für deine Position zu argumentieren. Im wissenschaftlich-psychologischen Kontext spricht man dahingehend vom Reframing, also einer Umdeutung der eigenen Denkweise.

Common Ground in der Diskussion: Finde Gemeinsamkeiten

In jedem Gespräch und bei jedem Gesprächspartner lassen sich Gemeinsamkeiten finden. Es lohnt sich, diese Punkte auch zu benennen – schon allein um deutlich zu machen, worin genau du mit deinem Gegenüber übereinstimmst und wo nicht.

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Zu wissen, wo man übereinstimmt und wo die Auffassungen auseinandergehen, hilft, sich in der Debatte weniger im Kreis zu drehen. Ein gut gesetztes „Wir sind uns einig bei dem Punkt …“ schafft zudem ein wohlwollendes Klima für die weitere Diskussion. Vermutlich bemerkst du sogar, dass die Positionen weniger weit entfernt liegen als ursprünglich gedacht.

Absolutes No Go beim Diskutieren: Belehrungen

Wer belehrt, stellt sich über den Gesprächspartner, wirkt arrogant und ruft so beim Gegenüber in der Regel eher Abwehrverhalten statt gesteigertes Interesse hervor. Vermeide also, unnötig zu moralisieren.

Anstatt zu sagen, was ein Gesprächspartner denken sollte, hilft es, durch konkrete Fragen persönliche Bezüge herzustellen und ihn so dazu zu bringen, seine eigene Argumentation im Falle eines Falles zu überprüfen. „Ist es dir denn selbst schon einmal passiert, dass …?“ könnte so eine Frage lauten. Sie bringt den Gegenüber dazu, sich von einer möglicherweise abstrakten Ebene zu entfernen.

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Bei faktischen Fehlern: Gib sachliche Kritik

Dem Gesprächspartner seine Meinung einzugestehen, bedeutet nicht, falsche Informationen einfach stehen zu lassen. Mache auf faktische Fehler aufmerksam, decke voreilige Schlüsse auf und gehe darauf ein, wenn der Gegenüber entlang von Pauschalisierungen argumentiert.

Es kann einer Diskussion nur guttun, wenn lückenhafte oder widersprüchliche Stellen in der Argumentation klar erkennbar sind. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass du mit deiner Kritik sparsam umgehst und offene Konfrontation weitestgehend vermeidest, um das Gesprächsklima angenehm zu halten.

Hitzige Diskussion: Deeskaliere, wenn nötig

In Konflikten kochen Emotionen schnell über. Achte deshalb darauf, dass dein Gegenüber sein Gesicht nicht verliert, sobald du Kritik an seiner Argumentation übst. Bring gelegentlich Humor zur Lockerung der Atmosphäre ein. Vermeide jedoch Sarkasmus, denn Spott könnte zur Eskalation führen.

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Sollte es dazu kommen, dass emotionale Aussagen drohen, die den weiteren Verlauf der Diskussion stören, hilft es, darauf aufmerksam zu machen. Sage so etwas wie „Ich merke, dass dich dieses Thema sehr bewegt!“ Dadurch bekommt man ein Bewusstsein dafür, was gerade schiefläuft. Wichtig ist: Ruhe bewahren!

Last but not least: Bleib beim Thema

Wer sich bedrängt fühlt, wird versuchen, das Thema zu wechseln. Vor allem der klassische „Whataboutism“ ist eine als unsachlich geltende Gesprächstechnik, die bewirken soll, dass Diskussionspunkte aus dem Fokus geraten, bevor man ihnen wirklich auf den Grund gehen konnte. Achte darauf und mache das Themenspringen nicht mit.

Es gilt, die Diskussion an diesen entscheidenden Stellen zu moderieren: „Mir scheint, dass das ein neuer Punkt ist. Kannst du mir bitte erst erklären, was du im Bezug auf … gemeint hast?“ Mit einer derartigen Frage bringst du zudem wieder Struktur ins Gespräch.

Ping! Mich! An! Die schlimmsten Buzzwords aus dem Büro Quelle: t3n
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Kommentare (1)

Community-Richtlinien

H. H.

„Pandemie: meine persönliche Situation und menschenrechtliche Gesichtspunkte“

Standpunkte:

Ich glaube das es schön ist zu sehen, dass nicht alle Menschen stillschweigend alles mit sich machen lassen, was gesagt wird, ohne zu hinterfragen. Sondern Fragen werden gestellt und man hat auch seine eigene Meinung oder Begründung dazu, die es für die jeweiligen Person dann auch richtig sein kann und dazu auch deshalb steht.

Ich finde es super, dadurch kann man bei einigen auch die Augen öffnen und sogar auch helfen die richtigen Entscheidung zu finden.

Man will ja wissen wie die Zukunft sein wird und was uns erwarten könnte oder mit uns dann macht. Nicht nur für sich selber, man denkt auch an seine eigene Familie in erste Linie mit.

Deshalb ist es mir immer wichtig zu fragen:

Was bekomme ich da?

Warum bekomme ich es?

Welche Auswirkungen hat es mit mir, mit uns?

Weshalb müssen wir dagegen etwas machen ?

Gibt es andere Möglichkeiten auch?

Ich gehe öfters in mir und beantworte zuerst solche Fragen um weiter zu kommen.

Meinungen:

Fragen zu wiederholen um zu sehen das man es richtig verstanden hat ist sehr wichtig und auch selber Informationen holen damit man sich auf der sicheren Seite fühlt könnte hilfreich sein.

Ich fand es am Anfang sehr traurig das viele die Fragen beantwortet haben, aber nicht die passende Antworten hatten. Zum Schluss stand ich immer wieder mit sehr vielen offen Fragen da.

Wünsche:

Mein Wünsch ist es deshalb gut zu zuhören, offen für alles sein, aber auch selber entscheiden können was man will und nicht gleich sich zu schließen.

In die Perspektive des anderen sich hinein zu versetzen und Verständnis zeigen muss selbstverständlich sein.

Jeden die Freiheit geben selber mitsprechen zu können und tun lassen ist eine schöne Gemeinsamkeit das sich jeder wünscht.

Selbstbestimmung sollte bestehen bleiben.

Fragen:

Wann hört das alles auf?

Immer kommt ein neues Thema auf den Tisch.

Gibt es für uns keine Ruhe?

Corona ist für mich schon längst kein Thema mehr, nur die Medien beschreiben es noch so groß, aber es ist für mich nur noch wie eine Erkältung und nicht mehr interessant.

Die Maßnahmen verwirren uns noch weiterhin , obwohl sie nicht einmal sinnvoll gestaltet sind. Keiner kennt sich so richtig aus.

Anregungen:

Belehrungen finde ich sehr arrogant und abwertend.

Mit Feingefühl und respektvollem Umgang schafft man es die Sichtweise von Menschen zu ändern und kann auch somit in andere Sichtweisen hinein sehen.

Ich kann nicht jemanden befehlerisch etwas machen lassen, somit nehme ich die freie Entscheidungsmöglichkeit weg. Man kann nur seine eigene Meinung dazu äußern und nicht befehlen.

Wenn ich sehe das jemand von meinem Gespräch etwas falsches raus hört und sein Gesichtsausdruck verliert, versuche ich nicht humorvoll mich zu zeigen, das kann vielleicht auch schief gehen und der jeweilige denkt dann, dass ich mich über ihn lustige mache.

Deshalb fange ich immer wenn ich etwas dazu sagen will, das das meine Meinung zu diesem Thema ist und jeder seine eigene Sichtweise dazu hat und ich alles so wie es jeder sieht akzeptiere an.

Somit vermeide ich immer wieder Konflikte.

Ich lenke auch niemanden von einem Thema ab, bleibe dabei bis wir es ausgesprochen haben,

damit beide Seiten zufriedenstellend das Gespräch beenden können.

Mit freundlichen Grüßen

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