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Diskutieren will gelernt sein: Diese 8 Regeln solltest du beachten

Richtig diskutieren – so geht's! (Foto: Shutterstock-g-stockstudio)

Dass es in Meetings zu Diskussionen kommen kann, kennt wohl jeder. Jedoch ist nicht jeder in der Lage konstruktiv zu diskutieren. Die Argumentationslehre zeigt, wie es geht.

Nicht Sieg sollte der Zweck einer Diskussion sein, sondern Gewinn. Dieser eine Satz, der auf den französischen Moralisten Joseph Joubert zurückgeht, verdeutlicht besonders gut, worauf es bei einer Debatte ankommen sollte – ob im Berufs- oder im Privatleben. Im Business-Kontext kann diese Haltung entscheidend sein, ob ein Streitgespräch konfliktfrei über die Bühne geht oder nicht. Die Argumentationslehre hat hinreichend erforscht, welche Verhaltensweisen eine gute Debatte auszeichnen und wie sie zu einem produktiven Charakter beisteuern können. Wir fassen einige der wichtigsten Regeln zusammen.

1. Begründe deinen Standpunkt

Klar, deine Meinung ist wichtig. Aber durch das bloße Aufeinanderprallen von Standpunkten ist überhaupt noch gar nichts gewonnen. Um miteinander ins Gespräch zu kommen, ist es entscheidend, warum du diese Meinung vertrittst. Begründe also nachvollziehbar deine Sichtweise und lade deinen Gegenüber ein, das Gleiche zu tun. Bloße Meinungsbekundungen und Zuspitzungen bringen das Gespräch nicht weiter, sondern führen eher dazu, dass ein Lagerdenken einsetzt und die Fronten sich verhärten. Die wichtigste Frage in einer Diskussion lautet: „Warum glaubst du das?“

2. Zuhören und Verstehen

Die Argumente des anderen zu kennen und sie zu verstehen, ist unerlässlich, um zum Kern einer Debatte vorzustoßen. Deshalb lautet die Devise: „Zuhören!“ Was nachvollziehbar klingt, ist es bei weitem nicht. Störrische Diskutanten neigen oft dazu, sich den Argumenten des Gesprächspartners zu verschließen und anstatt zuzuhören, gedanklich schon zum nächsten Gegenschlag auszuholen. Ratsam ist es jedoch nachzuhaken und beispielsweise zu fragen: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist deine Sorge, dass …?“ Mit dieser Frage kannst du sicherstellen, dass du wirklich verstanden hast, was dem anderen wichtig ist.

3. Wechsel die Perspektive

Eine der wichtigsten Verhaltensweisen ist, sich in die Perspektive des anderen zu versetzen. Oft scheitern Diskussionen nicht nur an unterschiedlichen Meinungen, sondern an entgegengesetzten Wertvorstellungen. Überlege dir, wie du aus der Position des Gesprächspartners heraus argumentieren könntest. Wenn dem Gegenüber beispielsweise mehr an Quantität anstatt Qualität liegt, könntest du versuchen, vor diesem Hintergrund für deine Position zu argumentieren. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man dahingehend vom Reframing, also einer Umdeutung der eigenen Denkweise.

4. Finde Gemeinsamkeiten

In jedem Gespräch und bei jedem Gesprächspartner lassen sich Gemeinsamkeiten finden. Es ist lohnenswert, diese Punkte auch zu benennen – schon allein um deutlich zu machen, worin genau du mit deinem Gegenüber übereinstimmst und wo nicht. Zu wissen wo man übereinstimmt und wo die Auffassungen auseinandergehen, hilft, sich in der Debatte weniger im Kreis zu drehen. Ein gut gesetztes „Wir sind uns einig bei dem Punkt ...“ schafft zudem ein wohlwollendes Klima für die weitere Diskussion. Vermutlich bemerkst du sogar, dass die Positionen weniger weit voneinander entfernt liegen als ursprünglich gedacht.

5. Keine Belehrungen

Wer belehrt, stellt sich über den Gesprächspartner, vermittelt Arroganz und ruft so beim Gegenüber in der Regel eher ein Abwehrverhalten anstatt ein gesteigertes Interesse hervor. Vermeide also, unnötig zu moralisieren. Anstatt zu sagen, was ein Gesprächspartner denken sollte, hilft es, durch konkrete Fragen persönliche Bezüge herzustellen und ihn so dazu zu bringen, seine eigene Argumentation im Falle eines Falles zu überprüfen. „Ist es dir denn selbst schon einmal passiert, dass …?“ könnte so eine Frage lauten. Sie bringt den Gegenüber dazu, sich von einer möglicherweise abstrakten Ebene zu entfernen.

6. Gib sachliche Kritik

Dem Gesprächspartner seine Meinung einzugestehen bedeutet nicht, falsche Informationen einfach stehen zu lassen. Mache auf faktische Fehler aufmerksam, decke voreilige Schlüsse auf und gehe darauf ein, wenn der Gegenüber entlang von Pauschalisierungen argumentiert. Es kann einer Diskussion nur gut tun, wenn lückenhafte oder widersprüchliche Stellen in der Argumentation klar erkennbar sind. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass du mit deiner Kritik sparsam umgehst und offene Konfrontation weitestgehend vermeidest, um das Gesprächsklima angenehm zu halten.

7. Deeskaliere, wenn nötig

In Diskussionen kochen die Emotionen schnell über. Achte deshalb darauf, dass dein Gegenüber sein Gesicht nicht verliert, sobald du Kritik an seiner Argumentation übst. Bring gelegentlich einen Witz oder etwas Ironie zur Lockerung der Atmosphäre ein. Vermeide jedoch Sarkasmus, denn beißender Spott könnte zur Eskalation führen. Sollten es dazu kommen, dass emotionale Aussagen drohen, die den weiteren Verlauf der Diskussion stören, hilft es, darauf aufmerksam zu machen. Sage so etwas wie „Ich merke, dass dich dieses Thema sehr bewegt!“ Dadurch bekommt man ein Bewusstsein dafür, was gerade schief läuft. Wichtig ist: Ruhe bewahren!

8. Beim Thema bleiben

Wer sich bedrängt fühlt, wird versuchen das Thema zu wechseln. Vor allem der klassische „Whataboutism“ ist eine als unsachlich geltende Gesprächstechnik, die bewirken soll, dass Diskussionspunkte aus dem Fokus geraten, bevor man ihnen wirklich auf den Grund gehen konnte. Achte darauf und mache das Themenspringen nicht mit. Es gilt die Diskussion an diesen entscheidenden Stellen zu moderieren: „Mir scheint, dass das ein neuer Punkt ist. Kannst du mir bitte erst erklären, was du im Bezug auf ... gemeint hast?“ Mit einer derartigen Frage bringst du zudem wieder Struktur ins Gespräch.

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