Ratgeber

Fluch oder Segen? Was die DSGVO für Telefongespräche bedeutet

(Foto: Shutterstock)

Wenn die DSGVO am 25. Mai in Kraft tritt, gelten neue Informationspflichten auch für Telefongespräche mit Kunden. Was das für Unternehmen bedeutet? Ein IT-Anwalt klärt auf.

Wer als Unternehmen auf lockere Telefongespräche mit Kunden vor dem Vertragsabschluss vertraut, wird sich von kommendem Freitag an umstellen müssen. Zumindest nach strenger juristischer Auslegung. Dann nämlich gelten die neuen Regeln der Datenschutzgrundverordnung europaweit – und mit ihnen auch neue Informationspflichten nach Artikel 13 der DSGVO.

DSGVO: Informationspflicht bei Telefongesprächen

Nach dieser Regelung sind beispielsweise Neukunden zum Zeitpunkt der Erhebung von personenbezogenen Daten umfangreich über die Datenverarbeitung zu informieren. Was für die Datenerhebung über das Kontaktformular einer Website kein Problem darstellt (die Informationen können einfach elektronisch übermittelt werden), ist bei Telefongesprächen schon komplizierter.

Mit einigen Kniffen lassen Telefonate auch in Zeiten der DSGVO problemlos führen. (Foto: Shutterstock)

Was zum Beispiel, wenn eine Agentur dem potenziellen Neukunden am Hörer immer zuerst den Zweck der Datenerhebung, den Namen des Datenschutzbeauftragten und die Dauer der Datenspeicherung nennen sowie über das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Einschränkung der Verarbeitung aufklären muss, ehe es eine Auftragsbestätigung oder Bestellung platzieren kann? Abwegig ist das keineswegs. Zu welch absurdem Szenario die Informationspflichten nach DSGVO bei telefonischem Erstkontakt führen könnten, hat datenschutz-notizen.de kürzlich am Beispiel einer banalen Terminanfrage in einer Arztpraxis aufgezeigt.

Ihre Befürchtung: Telefonleitungen in Unternehmen könnten in Zukunft länger besetzt sein. Dadurch könnten Aufträge verloren gehen, weil sich genervte Anrufer womöglich wegen der besetzten Leitung an Konkurrenten wenden. Auch Mitarbeiter, die die Anrufe entgegennehmen, hätten weniger Zeit für andere Aufgaben.

Das sagt ein IT-Rechtsanwalt

Angesprochen auf diese Probleme bestätigt IT-Rechtsanwalt Adrian Schneider von der Kanzlei Osborne Clarke die streitbare Regelung zunächst. „Es ist in der Tat richtig, dass die Informationspflichten der DSGVO auch dann gelten, wenn Daten telefonisch erhoben werden. Und zwar sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich“, sagt Schneider.

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