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Auch als E-Autos werden SUV zum Klimaproblem

Elektroauto ist gleich Elektroauto und demnach auch gleich gut für die Umwelt? Leider nein. Denn wie eine neue Studie des Weltverbands des Automobilclubs zeigt, ist die Größe des Autos für die Klimabilanz entscheidend.

Von Stefica Budimir Bekan
2 Min. Lesezeit
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Ein Elektro-SUV ist für die Klimabilanz schlimmer als ein kleines Elektroauto. (Foto: Robert Bodnar T/Shutterstock)

Normalerweise geht man davon aus, dass E-Autos den Verbrennern in puncto CO2-Bilanz den Rang ablaufen. Das tun sie im Grunde genommen auch.

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Eine neue Studie des Weltverbands der Automobilclubs zeigt jedoch, dass der Trend zu immer größeren und schwereren Autos den Klima-Erfolg von E-Fahrzeugen wieder zunichte macht.

Durchschnittliches Gewicht der Fahrzeuge erreicht Rekordwert

Im Jahr 2022 machten SUVs erstmals die Mehrheit der weltweit verkauften Neuwagen aus, was laut einem Bericht der „Global Fuel Economy Initiative“ (GFEI) dazu führte, dass das Durchschnittsgewicht der Fahrzeuge auf einen Rekordwert von 1,5 Tonnen gestiegen ist.

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Die Folge: Größere und schwerere Fahrzeuge bedeuten nicht nur eine erhöhte Unfallgefahr, sondern auch einen höheren Energieverbrauch und damit einen verstärkten Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen.

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Es ist daher wichtig, nicht nur den Antriebsstrang, sondern auch die Fahrzeuggröße und das Gewicht in Betracht zu ziehen, um die Umweltauswirkungen des Verkehrssektors zu minimieren.

Bilanz verbessert – und wieder zunichte gemacht

Der Wechsel zu Elektroantrieben (inzwischen ist es jedes siebte Auto) hat die Effizienz in den letzten Jahren verbessert. In Märkten mit einem hohen Anteil von Elektroautos, wie China und Europa, ist die Bilanz dem Bericht zufolge seit 2020 sprunghaft gestiegen.

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Die Untersuchung zeigt aber auch, dass der Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß der Neuwagenflotte um mehr als 30 Prozent niedriger sein könnte als heute, wäre die durchschnittliche Fahrzeuggröße seit 2010 gleichgeblieben.

Kritik von Greenpeace

Auch Greenpeace kritisierte den Anstieg der Nachfrage nach SUVs. Elektro-SUVs mögen zwar im Betrieb CO₂-neutral sein, verbrauchen jedoch mehr erneuerbare Energien und benötigen zur Herstellung mehr Rohstoffe als kleinere Elektroautos.

Wie ein neuer Bericht von Greenpeace East Asia enthüllt, haben die drei größten Automobilhersteller der Welt, Toyota, Volkswagen und Hyundai-Kia, den Verkauf ihrer Sport Utility Vehicles in den letzten zehn Jahren jeweils um mehr als 150 Prozent gesteigert.

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Die Klimavorteile, die seit dem Übergang zu Elektrofahrzeugen entstanden sind, seien durch den gestiegenen SUV-Verkauf dieser Automobilhersteller jedoch wieder aufgehoben worden, so die Untersuchung.

Rebound-Effekt sorgt für schlechtere Klimabilanz

Es entsteht der sogenannte Rebound-Effekt, durch den die erzielten Einsparungen durch die erhöhte Leistung und das größere Fahrzeuggewicht wieder umgekehrt werden. Expert:innen argumentieren, dass es notwendig sei, wieder von diesen Mega-Fahrzeugen wegzukommen und die Entwicklung von kompakteren Elektroautos zu fördern.

„Die Autoindustrie muss den Verkauf ressourcenfressender Riesenautos stoppen. Nur mit ausschließlich kleineren, elektrischen Modellen wird sie ihrer Verantwortung in der Klimakrise gerecht“, erklärte Clara Thompson, Mobilitäts-Expertin von Greenpeace.

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Thorsten G.

Ja, lasst uns nur noch Autos verkaufen nach denen keinen Nachfrage besteht. Hauptsache keine SUVs, die sind nämlich böse. Völlig egal, ob ältere Menschen da besser einsteigen können oder Freizeitsportler den Allrad zum Ziehen des Anhängers brauchen.

Antworten
Dietmar Brach

Genau. Lasst uns lieber noch ein paar Kreuzfahrtluxusschiffe bauen, damit die Leistungsträger der Gesellschaft durch die Welt schippern, und sich all den Luxus, mit gutem Umweltgewissen, leisten können, für den wir von früh bis spät arbeiten. Wir können ja schließlich auch ein Lastenrad fahren, wenn wir sowieso immer nach oben buckeln und nach unten treten.

Antworten
Ralph Richter

AMG, BMW M, … hier fängt der Spritverbrauch erst oberhalb der 10Ltr/100km an…warum dann immer einseitige Berichterstattung und „böser SUV“? Sind 14-17 Ltr. Verbrauch gerechtfertigt gegenüber meinem eigenen SUV? Ich fahre seit 330Tkm und komme mit 6,2 Ltr zurecht, als ich in der Schweiz lebte, in Deutschland komme ich mit 7,1-7,8 Ltr./100km zurecht.
Autobahn, 160km/h, 10,8 Ltr.

Was mich stört, ist die „Syndenbockmentalität“ mit erhobenem Zeigefinger ohne
a/ Blick auf unser Umfeld
b/ Root cause Analysis an Symptomen „herumzudoktorn“, statt grundlegende Arbeit zu leisten.
Im Journalismus, wie auch in der Bevölkerung.

Antworten
Joe Blue

kompletter Bullshit. 80% der Emmissionen eines Fahrzeugs entstehen beim BETRIEB. Auch ein dicker E SUV fährt mit ca. 15-20 kwh/100 km. Und die Akkus halten 400-600.000 km. Am Ende des Autolebens stösst so ein E SUV immernoch nur halb so viel Co2 aus wie ein Stinkverbrenner und das trotz aufwändiger Akkuherstellung und trotz derzeitigen Strommix mit erst 50% sauberem Strom.

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