Porträt

Ello: Das DHDL-Startup mit dem „unsexiest product alive“

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Gegenüber t3n geben die Gründer zu, die Kosten der Entwicklung unterschätzt zu haben: „Wir erarbeiten deshalb Modelle wie einen Online-Ratenkauf ab 92 Euro im Monat.“ Neben diesem Ratenkauf ist laut Benjamin Rudolph auch ein Mietmodell geplant: „Hieran arbeiten wir aber noch. Ein Leasing für Fachhändler, Kliniken, Pflege- und Rehaeinrichtungen haben wir aber bereits erreicht.“

Wettbewerber haben die Gründer nach eigenem Bekunden nicht. „Es gibt keine Konkurrenz. Nur die Zeit und die Assoziation mit dem Rollator. Wir müssen den Markt entwickeln und erklären, warum ein elektrischer Rollator die Lebensqualität erheblich steigert“, sagt Rudolph. Ausreichend hohe Stückzahlen sollen dabei helfen.

Den Markt der Rollatoren beherrschen bisher Hersteller wie Bischoff und Bischoff oder Dietz. Elektro-Antriebe haben diese Unternehmen bisher nur in Rollstühlen verbaut. Die elektrischen Motoren auch auf Rollatoren auszuweiten, sollte für die etablierten Anbieter jedoch ein leichtes Spiel sein, wenn sich der erhoffte Erfolg von Ello einstellt.

Benjamin Rudolph und seine beiden Mitgründer Max Keßler und Matthias Geertsema planen übrigens nicht, Folgeprodukte in Form von elektrischen Rollstühlen anzubieten."Wir wollen ja, das unsere Zielgruppe geht, sich also bewegt", so Rudolph.

1,5 Millionen Euro von der Crowd

Über 1,5 Millionen Euro wurde bisher in das Startup gesteckt. „Wir haben neben verschiedenen Förderungen wie Exist, Junge Innovatoren, Innovationsgutschein BW, Preisgelder und dem Accelerator des Energiekonzerns Eon größere Summen durch einen stillen Gesellschafter und die zwei Crowdinvesting-Plattformen Aescuvest und Seedmatch erhalten,“ sagt Rudolph. Die Jungunternehmer selbst haben dazu noch ihre Ersparnisse für ihren Lebensunterhalt und kleinere Einlagen wie der GmbH-Gründung investiert.

Erste Rollatoren verkauft das Gründerteam bereits an Sanitätshäuser. Um ihr Endkunden-Marketing noch weiter auszubauen erhoffen sie sich von den Löwen ein Investment von 250.00 Euro. Dafür bieten sie im Gegenzug zehn Prozent der Firmenanteile an.

Millionenumsatz geplant

Bisher konnte das Team um die 100 Stück verkaufen. „Wir glauben dieses Jahr die halbe Million Euro Umsatz zu knacken und im nächsten Jahr die zwei Millionen Euro“, so Rudolph. Auch wenn es ein Produkt dieser Preisklasse und Nische noch nicht in der Geschichte von DHDL gab, ist das Gründertrio auf ein hohes Bestellungsaufkommen gewappnet: „Wir haben fleißig vorproduziert, 80 Händler ausgestattet und zudem noch eine Menge Material auf Lager.“ Im nächsten Schritt sollen die Rollatoren an Sanitätshäuser und Reha-Kliniken verkauft werden.

Benjamin Rudolph, Max Keßler und Matthias Geertsema sind überzeugt: „Unser Produkt kann Menschen Lebensqualität schenken. Deswegen wollen wir über die Höhle der Löwen noch mehr Menschen zeigen, dass es den Ello gibt.“ Es sei ihnen wichtig einen Löwen zu gewinnen, der ihnen hilft den Ello noch schneller weiter zu entwickeln.

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