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EU-Kommission: Ab 2035 ist Schluss mit dem Verbrenner

Die EU-Kommission hat ihren Klimaplan vorgestellt und darin Ende des Verbrennermotors benannt. Ab 2035 sollen alle Neuwagen emissionsfrei sein.

4 Min.
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Laut EU-Kommission haben Benzin- und Dieselautos keine Zukunft. (Foto: ThePowerPlant / shutterstock)

Die EU-Kommission will das Aus für alle herkömmlichen Benzin- und Dieselautos auf den Weg bringen. „In den vergangenen Wochen hat etwa ein Dutzend Hersteller in der EU angekündigt, zwischen 2028 und 2035 auf emissionsfreie Produktion umzusteigen. „Wir werden dennoch einen zeitlichen Rahmen vorgeben, bis zu dem alle Autos emissionsfrei sein müssen“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Süddeutschen Zeitung. Sonst fehle Planungssicherheit, und man werde die Klimaneutralität bis 2050 nicht erreichen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete bereits am späten Dienstagabend, dass sich die EU-Kommissare kurz vor der offiziellen Vorstellung des „Fit-for-55“-Klimapakets am Mittwoch darüber geeinigt haben, wie stark die Autobranche den Absatz von Neuwagen in den nächsten Jahren reduzieren sollen. Demnach soll ab 2035 Schluss sein mit dem Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor in der EU. Die EU-Kommission selbst hat am Mittwoch dann ihre Vorschläge dazu vorgestellt, wie der Treibhausgas-Ausstoß der Mitgliedstaaten bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem 1990er Niveau sinken soll.

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Bis 2030 sollen die EU-Länder sicherstellen, dass die Emissionen neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge verglichen mit heute im Schnitt um 55 Prozent abnehmen. Für die fünf Jahre danach werden die Regeln nochmals beträchtlich verschärft: 2035 soll der CO2-Rückgang zu 2021 volle 100 Prozent erreichen, de facto bedeutet dies dann „Null-Emissionen“ für alle neu zugelassenen Wagen.

Ein explizites Verbot, ab einem bestimmten Datum weitere Verbrenner überhaupt noch auf die Straße zu bringen, gibt es vorerst nicht – anders als das manche Mitgliedstaaten wie etwa Schweden, Dänemark, die Niederlande und Belgien ab 2030 oder Frankreich ab 2040 anpeilen.

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Hersteller bleiben für Produktion verantwortlich

„Wie sie ihre Produktion verändern, bleibt den Herstellern aber selbst überlassen“, betonte Ursula von der Leyen. „Die wissen am besten, wie man neue Autos oder neue Kraftstoffe entwickelt.“ Neben elektrischen Autos können auch Verbrennermotoren klimaneutral sein, wenn sie mit Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Richtig hergestellt werden durch diese Energieträger unterm Strich keine zusätzlichen Treibhausgase ausgestoßen.

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Die EU-Kommission präsentiert an diesem Mittwoch Gesetzesvorschläge, die das Erreichen der europäischen Klimaschutzziele für das Jahr 2030 sicherstellen sollen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen es den EU-Staaten ermöglichen, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken. Dies wiederum gilt als Voraussetzung dafür, dass dann 2050 netto gar keine klimaschädlichen Gase mehr in die Atmosphäre gelangen.

Am Ende steht das Ziel, den menschengemachten Klimawandel und dessen Folgen aufzuhalten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen in der globalen Erwärmung einen Grund für steigende Meeresspiegel und wetterbedingte Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen, Hagel, Überschwemmungen oder Waldbrände.

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Verbrauch von fossilen Energieträgern soll reduziert werden

Neben dem Zeitrahmen für emissionsfreie Fahrzeuge will die Kommission unter anderem auch ein EU-weites Emissionshandelssystem für den Verkehrs- und Gebäudesektor vorschlagen. Dies würde dazu führen, dass der Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas oder Mineralöl fürs Heizen oder den Personen- und Güterverkehr noch einmal verteuert werden würde.

Der Straßenverkehr sei der einzige Sektor, in dem die Emissionen in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen seien, sagte von der Leyen der Süddeutschen Zeitung. Dem müsse man etwas entgegensetzen. „Gleichzeitig werden wir einen Sozialfonds speziell für die Klimakosten aufsetzen“, sagte von der Leyen. So stelle man sicher, dass Haushalte mit kleinen Einkommen einen Ausgleich bekommen.

In Deutschland werden vor allem die Vorschläge zur Einschränkung der Emissionen durch den Straßenverkehr mit Spannung erwartet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) warnte die EU-Kommission kurz vor der Veröffentlichung ihres Pakets vor einem zu harten Kurs. Scheuer sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Ich glaube, dass sich alle Automobil- und Lkw-Hersteller bewusst sind, dass es zu strengeren Vorgaben kommt. Aber sie müssen technisch machbar sein. Und wenn man halt alle halbe Jahre die Vorgaben verändert, dann wird es mit der Planungssicherheit auch schwierig.“

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„Im Straßenverkehr müssen wir für das Auslaufen des fossilen Verbrenners 2035 eine Kraftstoffalternative haben“, sagte Scheuer. „Bei Pkws bin ich dabei, dass elektrische Antriebe der Schwerpunkt sind.“ Bei Lastwagen aber müsse man mehr auf Wasserstoff setzen. „Wir importieren Erdöl, also werden wir künftig auch einen großen Teil Wasserstoff importieren können.“

Scheuer sprach sich auch gegen eine mögliche europäische Kerosinsteuer aus. „Ich habe nichts gegen ambitionierte Vorgaben, auch nichts gegen Verschärfungen, das dient der Planungssicherheit und führt zu Innovationen.“ Aber wenn Airlines ihre Flieger dann in Istanbul oder anderswo betankten, dann wäre das falsch, so Scheuer.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung geht davon aus, dass es batteriebetriebene Lkw für den Fernverkehr – wegen der momentan noch enormen Batteriegewichte – voraussichtlich frühestens 2025 geben werde. „Der erste Wasserstoff-Lkw in Serienproduktion ist für 2027 vorgesehen“, so der Verband.

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Reduzierung der Emissionen für Unternehmen von Vorteil

Diskussion werden auch über die erwarteten Vorschläge zu einer Anpassung des bereits bestehenden Handelssystems für CO2-Emissionen erwartet. Bestimmte Unternehmen brauchen bereits jetzt Verschmutzungszertifikate, die sie entweder ersteigern müssen oder kostenlos zugeteilt bekommen. Da die Menge der zur Verfügung stehenden Zertifikate kontinuierlich sinkt und sie auch im Nachhinein gehandelt werden können, gibt es für Unternehmen einen großen Anreiz, ihre Emissionen soweit wie möglich zu reduzieren.

Die Ansichten von Artenschützern und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gehen hier weit auseinander. Während Altmaier betont, die Stahlindustrie brauche dringend weiterhin kostenlose Zertifikate, fordert der WWF, diese künftig nicht mehr auszugeben.

Nach der Präsentation der Vorschläge an diesem Mittwoch fangen die eigentlichen Verhandlungen an. Sie werden vor allem zwischen den Mitgliedstaaten im Rat der EU und dem Europäischen Parlament geführt werden. Wie lange die Gespräche dauern, ist unklar. Grundsätzlich ist aber Eile geboten, um Industrie und Verbrauchern möglichst viel Zeit für die Umstellungen und Reduktionen zu geben. dpa

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Mikka

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