Probleme mit Europa Clipper: Warum eine Nasa-Weltraummission für 5 Milliarden Dollar gefährdet ist

Eigentlich soll die Sonde Europa Clipper im Oktober 2024 ihren Flug antreten. Die Mission sieht vor, dass Europa Clipper von einer SpaceX-Rakete ins Weltall und Richtung Jupiter geschossen wird. Dort soll sie herausfinden, ob sich der Jupitermond Europa als Lebensraum eignen könnte. Doch nun stößt dieser Plan auf Probleme.
Ein Bauteil gefährdet die Mission von Europa Clipper
Wie die Nasa im Mai festgestellt und jetzt bekannt gegeben hat (via Space), gibt es ein Problem mit den Transistoren von Europa Clipper. Die Bauteile, die die Elektrik der Sonde steuern, halten deutlich weniger Strahlung aus, als die Nasa angenommen hatte. Schon bei niedrigerer Strahlung fallen die Transistoren aus.
Das ist bei einem Flug zum Jupiter besonders gravierend, da sich der Planet und seine Monde in einem Strahlengürtel befinden. Die dort herrschende Strahlung beträgt schon bei Vorbeiflügen 5.000 Gray. Zum Vergleich: Für Menschen ist bereits eine Strahlungsdosis von vier Gray tödlich.
Wie geht die Nasa jetzt weiter vor?
Aktuell unterzieht die Nasa die Transistoren, die vom deutschen Halbleiterhersteller Infineon Technologies produziert werden, weiteren Tests. Laut der Nasa zeigen bereits erste Ergebnisse, dass nur manche Transistoren unter der hohen Strahlung ausfallen. Jetzt muss noch herausgefunden werden, wie viele Bauteile im Strahlungsgürtel den Dienst verweigern könnten.
Ende Juli 2024 will die Nasa Ergebnisse der Untersuchung und mögliche Maßnahmen vorstellen, um die Transistoren besser gegen die Strahlung zu schützen. Die Bauteile zu ersetzen, ist keine Option. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten deshalb auch die gesamte Mission in Schieflage bringen – und damit auch die fünf Milliarden Dollar, die in den Flug der Europa Clipper gesteckt werden.
Sollte sich herausstellen, dass die Transistoren für den Flug doch nicht geeignet sind und kein weiterer Schutz geboten werden kann, müssen die Nasa-Mitarbeiter:innen wohl teilweise von Neuem beginnen – was weitere Kosten verursacht. Bis es so weit ist, haben sie aber noch etwas Zeit, eine Lösung zu finden. Sollte der Start im Oktober 2024 nicht eingehalten werden können, gibt es alternative Starttermine im Laufe der nächsten zwei Jahre.