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Aus Sicherheitsgründen: Facebook löscht Content zum Angriff auf das Kapitol

Facebook hat sämtlichen Content rund um den Angriff auf das US-amerikanische Kapitol von seiner Plattform entfernt. Man wolle keine weiteren Gewaltexzesse anheizen oder provozieren, so die Begründung.

2 Min. Lesezeit
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Facebook will keinen Content der Angreifenden auf das Kapitol verbreiten und löscht deshalb großflächig. (Foto: vasilis asvestas/Shutterstock)

Fotos und Videos des gewaltsamen Sturms von Trump-Anhängern und Neurechten auf das US-amerikanische Kapitolgebäude dominieren aktuell die sozialen Medien. Weil diese Bilder nicht immer der nachrichtlichen Berichterstattung dienen, sondern auch aufhetzen und Gemüter hochkochen lassen können, hat sich Facebook jetzt zu einem drastischen Schritt entschlossen.

Facebook löscht sämtlichen Content zum Angriff auf das Kapitol

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Wie das soziale Netzwerk in einem Blogpost bekannt gegeben hat, wurde nicht nur Donald Trumps Account für 24 Stunden gesperrt. Man habe sich auch dazu entschlossen, sämtlichen Content zu löschen, der sich undifferenziert mit den Ereignissen in Washington, D.C. beschäftigt. Dazu zählt auch das Video von Trump, in dem er seine Anhängerschaft zur Mäßigung aufzurufen versucht. Diese Entscheidung habe man getroffen, so Facebook, weil „diese Posts schlussendlich das Risiko der anhaltenden Gewalt eher vergrößern denn verkleinern“.

Zusätzlich will das soziale Netzwerk rigoros gegen Einträge vorgehen, die den Angriff auf das Kapitol positiv bewerten, zur Bewaffnung aufrufen oder allgemein die Stimmung aufheizen wollen. In einem nächsten Schritt werden alle Posts, die das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA infrage stellen, mit einem Label versehen, das auf die Rechtmäßigkeit und Joe Biden als gewählten Präsidenten verweist.

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Facebook will streng gegen Hatespeech und paramilitärische Gruppen vorgehen

Man unternehme außerdem seit einiger Zeit große Anstrengungen, um Facebook-Seiten von paramilitärischen Gruppierungen und Verschwörungserzählern wie QAnon zu bannen. Auch von Hass geprägte Zusammenschlüsse wie die sogenannten Proud Boys, auf die sich Präsident Trump schon bezogen hatte, sollen Facebook nicht für ihre Zwecke nutzen dürfen.

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Facebook schreibt weiter, man behalte die Situation fest im Blick und werde gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen, um weitere Eskalationen zu verhindern. Nachrichtliche Berichterstattung und offizielle Statements sind ansonsten von dem Bann ausgenommen. Es gehe vielmehr darum, dass an dem Angriff beteiligte Personen keine Aufnahmen verbreiten können. Ermittlungsbehörden stelle man den Content auf Anfrage natürlich zur Verfügung, schreibt Facebook weiter.

Die Kehrseite: Facebook verbietet Mitarbeitern interne Diskussionen zum Thema

In dem Versuch, die Stimmung rund um den Putschversuch nicht weiter anzuheizen, könnte Facebook allerdings intern über das Ziel hinausgeschossen sein. Wie Buzzfeed in Erfahrung gebracht haben will, hat das soziale Netzwerk seinen Mitarbeitenden verboten, die aktuellen Geschehnisse in internen Foren zu diskutieren. Auch Forderungen, Trumps Account dauerhaft zu sperren, wurden gelöscht.

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Facebook-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter hatten auf dem internen Message-Board ihrem Frust teils sehr deutlich Luft gemacht. „Welche Ausrede finden wir dieses Mal dafür, keinen Bann auszusprechen?“, fragte jemand. Andere Angestellte kritisierten, dass Vorgesetzte und Team-Leads sich bedeckt hielten und es keine klaren Handlungsanweisungen gegeben hätte. Erst nach mehr als einer Stunde hätte sich Facebook-Sprecher Andy Stone zu Wort gemeldet und erklärt, die Priorität läge darauf, einen Weg zu finden, mit den sich entwickelnden Ereignissen umzugehen. Aus diesem Grund werde man die Kommentarfunktion in dem betreffenden Thread nun abschalten.

Eine Sprecherin von Facebook äußerte sich gegenüber Buzzfeed nicht zu den Gründen hinter dem Vorgehen.

Auch bei Twitter hat man erste Konsequenzen aus den Ereignissen gezogen. Dort wurde der Account des amtierenden US-Präsidenten für zunächst zwölf Stunden gesperrt; zudem wurden diverse Tweets – inklusive des bereits erwähnten Videos – gelöscht.

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