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Facebook versteckt Like-Zahlen in Australien

Soziale Medien beginnen, sich über Fragen der psychischen Gesundheit Gedanken zu machen. (Foto: Shutterstock)

In Australien zeigt Facebook seit heute keine Like-Zahlen mehr an. Das betrifft Beiträge, Kommentare und Videos, sowie Reaktionen. Mit dieser Privatisierung der Daten will der Anbieter den sozialen Druck mindern, der durch die Jagd auf möglichst viele Likes entstehen kann.

Ebenso wie bei Instagram sind Likes (Gefällt mir) auf Facebook eine Art Währung. Facebook-Anwender freuen sich über möglichst viele dieser Klicks, andere User fühlen sich eher eingeschüchtert, wenn sie bei Freunden hohe Like-Zahlen sehen.

Psychische Belastungen durch sozialen Druck mindern

In manchen sozialen Umfeldern finden regelrechte Wettkämpfe statt, was im schlimmsten Fall psychologische Belastungen nach sich ziehen kann. Wenn nun aber die Like-Zahlen nur noch für den Ersteller des Beitrags privat sichtbar sind, könnte sich der Druck auf den einzelnen Nutzer verringern, so die Annahme.

Facebook-Nutzer in Australien können nun lediglich noch sehen, wer einen Beitrag mit „Gefällt mir“ markiert hat. Wie Techcrunch zuerst berichtet hatte, findet sich unter den Beiträgen statt „Sean Lin und 23 anderen hat das gefallen“ nur noch die Angabe „Sean Lin und anderen hat das gefallen“.

Links mit Like-Zählung, rechts ohne. (Screenshot: Techcrunch)

Dabei verzichtet Facebook nicht nur auf die Zählung der Likes am Beitrag, sondern auch auf andere Metriken, wie die Zahl der Videoansichten und der Reaktionen.

Instagram testet Verzicht schon seit Juli

Facebooks Bilder-Netzwerk Instagram testet diese Privatisierung bereits seit Juli in mehreren Ländern. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Instagram-Chef Adam Mosseri: „Wir wollen nicht, dass sich die Menschen schlecht fühlen, während sie die Plattform verwenden, wir wollen das Gegenteil. Wir sehen das in einem breiteren Kontext, den wir Wohlbefinden nennen.“ Mosseri verwies dabei auf laufende Tests, „die Like-Funktion zu privatisieren, um Nutzer weniger Druck auszusetzen“.

So teilt auch Facebook mit, man „wolle, dass Facebook ein Ort ist, wo Menschen auf eine für sie wertvolle Weise miteinander kommunizieren können“. Im Rahmen des Experiments wolle der Social-Media-Riese „von den Menschen erfahren, ob das Verstecken dieser Zahlen ihre Erfahrung verbessert, gleichzeitig aber auch keine positiven Interaktionen beschränkt“.

Dass soziale Medien grundsätzlich auch ohne Likes funktionieren können, zeigt Snapchat. Hier gab es diese Metrik von Beginn an nicht.

Passend dazu: Liken, facebooken und entfreunden landen im neuen Duden

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2 Kommentare
Besserwisser
Besserwisser

Auf dem rechten Bild sind die Likes doch ebenso vorhanden?!

Antworten
Dieter Petereit

Die Likes ja, aber nicht die Zählung.

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