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Trotz PR-Krise: Facebooks Werbegeschäft bleibt lukrativ

Facebook verfehlte im vergangenen Quartal die Umsatzerwartungen der Analysten, verdient aber besser als erwartet. Die Gelddruckmaschine des Onlineriesen ist widerstandsfähig.

3 Min. Lesezeit
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Facebooks Werbegeschäft läuft auch in der Krise. (Foto: PixieMe / Shutterstock)

Facebooks Werbegeschäft läuft auch in der Krise um das Ansehen des Onlinekonzerns auf Hochtouren. Im dritten Quartal stiegen die Anzeigenerlöse im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 28,3 Milliarden US-Dollar, wie die Firma hinter dem weltgrößten Onlinenetzwerk am Montag mitteilte. In den vergangenen Monaten hatte Facebook selbst Sorgen um das Geschäft geschürt, vor allem mit Hinweisen auf die Datenschutzänderungen auf dem iPhone.

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Beim gesamten Konzernumsatz im vergangenen Quartal verfehlte Facebook tatsächlich die Erwartungen der Analysten. Sie hatten im Schnitt mit gut 29,5 Milliarden Dollar gerechnet. Facebook schaffte ein Plus von 35 Prozent auf 29 Milliarden Dollar (rund 24,5 Milliarden Euro). Allerdings übertraf der Konzern die Marktprognose beim Gewinn je Aktie. Unterm Strich verdiente Facebook rund 9,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 17 Prozent im Jahresvergleich. Die Aktie gab in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel zunächst nach, drehte dann aber mit knapp drei Prozent ins Plus – unter anderem nachdem Facebook einen 50 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf ankündigte. Die Zahl täglich bei Facebook aktiver Nutzer stieg binnen drei Monaten von 1,91 auf 1,93 Milliarden. Auf mindestens eine App aus dem Facebook-Konzern – wie zum Beispiel Instagram oder Whatsapp – griffen zuletzt täglich 2,81 Milliarden Nutzer zu. Zum Ende des zweiten Quartals waren es 2,76 Milliarden.

Metaverse die Zukunft

Eine Namensänderung für den Konzern, über die nach Medienberichten in der vergangenen Woche spekuliert wird, wurde nicht bekannt gegeben. Eine weitere Gelegenheit dafür gäbe es am Donnerstag bei der hauseigenen Entwicklerkonferenz Connect. Zugleich kündigte der Konzern aber an, dass der bisherige Bereich rund um virtuelle Realität – die Facebook Reality Labs – vom kommenden Quartal an separat in der Bilanz ausgewiesen werden solle. Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg sieht die Zukunft der digitalen Kommunikation im sogenannten „Metaverse“, einer virtuellen Umgebung, in der physische und digitale Welten zusammenkommen sollen.

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Dabei setzt Zuckerberg zum einen auf die virtuelle Realität (VR), bei der die Nutzer mit Spezial-Brillen auf dem Kopf in digitale Welten eintauchen können. Zum Facebook-Konzern gehört auch die VR-Firma Oculus, ein Teil der Reality Labs. Als „Metaverse“-Baustein sieht der Facebook-Gründer zudem die sogenannte erweiterte Realität (AR, Augmented Reality), bei der digitale Inhalte auf Displays oder mithilfe von Projektor-Brillen für den Betrachter in die reale Umgebung eingeblendet werden. Die Reality Labs dürften der Unternehmensteil sein, in dem das „Metaverse“ in den kommenden Jahren vor allem entwickelt wird. Im aktuellen Quartalsbericht hieß es, dass die Investitionen in die Reality Labs den operativen Gewinn von Facebook um rund zehn Milliarden Dollar drücken würden.

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Die Umgestaltung kommt mitten in der schwersten PR-Krise für Facebook seit dem Datenschutzskandal um Cambridge Analytica. Der Konzern geriet in den vergangenen Wochen massiv unter Druck durch interne Unterlagen, die von einer ehemaligen Mitarbeiterin öffentlich gemacht wurden. Frances Haugen tritt als Whistleblowerin auf und wirft Facebook vor, Profite über das Wohl seiner Nutzer zu stellen.

Geschäftsmodelle durcheinander gewirbelt

Apples neue Regeln für mehr Privatsphäre auf dem iPhone könnten unterdessen ein Grund für das Verfehlen der Umsatzprognose gewesen sein. Alle App-Entwickler müssen seit Sommer die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis fragen, wenn sie ihre Aktivitäten quer über verschiedene Anwendungen und Dienste hinweg zu Werbezwecken verfolgen wollen. Laut Umfragen lehnen die meisten Nutzer dies ab. Entsprechend geraten viele bisherige Geschäftsmodelle der Werbebranche durcheinander.

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Die Foto-App Snapchat verfehlte deshalb im vergangenen Quartal die Umsatzprognose und rechnet mit weiteren Turbulenzen, auch wenn sie Apples Vorgehen an sich für richtig hält. Facebook warnte bereits seine Werbekunden, dass sie von dem Onlinenetzwerk durch die Änderungen falsche Daten zum Erfolg ihrer Werbekampagnen bekommen hätten. Zuckerberg warf Apple unfairen Wettbewerb vor. Am Montag hieß es, man rechne mit weiterem „Gegenwind“ durch die Apple-Regeln. dpa

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