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Enpal: Vergleichsportal für Solaranlagen nur ein „Marketingprojekt“

Das Portal deutsche-solarberatung.net im Stile einer unabhängigen Solarberatung ist mittlerweile offline und wird vom Berliner Startup als „zeitlich begrenztes Marketingprojekt“ verargumentiert.

Von Hannah Klaiber
2 Min. Lesezeit
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Marketingaktion oder unlauterer Wettbewerb? Der Berliner Solaranlagenanbieter steht wegen seines Portals „Deutsche Solarberatung“ in der Kritik. (Foto: Shutterstock / Wirestock Creators)

Das Portal deutsche-solarberatung.net ist mittlerweile vom Netz genommen worden, verschiedene Screenshots der Seite sind jedoch noch verfügbar – und zeichnen das Bild einer seriösen Seite, deren Logo mit schwarz-rot-goldenem Rand an den Stil einer Bundesbehörde angelehnt war. Sieht ganz so aus wie eine unabhängige Vergleichsseite für all diejenigen, die sich in Zeiten der Energiekrise über Solaranlagen und die verschiedenen Anbieter informieren wollen? Falsch gedacht.

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„Unabhängiger“ Solarstromvergleich, angeboten von einem Solarstromanbieter

Denn hinter der Seite steckte das Berliner Solar-Startup Enpal – die Verbindung zum Unternehmen war laut einem Bericht des Techportals Trendingtopics jedoch nur durch einen Blick ins Impressum erkennbar.

Dass das Interesse an derlei Vergleichsseiten aktuell groß ist, ist sicherlich keine Verwunderung. Wie das Portal Gründerszene berichtet, „generierte die Website ‚deutsche-solarberatung.net‘ in den zurückliegenden drei Monaten immerhin mehr als eine halbe Million Aufrufe“. Ganz schön viel Aufmerksamkeit und sicher jede Menge Leads für eine Seite, die Enpal mittlerweile gegenüber Trendingtopics folgendermaßen erklärt: „Die Webseite basierte auf einem zeitlich begrenzten internen Marketingprojekt, das keinerlei strategische Relevanz hat oder zukünftig haben wird und daher mittlerweile wieder offline ist.“ Außerdem: „Enpal bezeichnet sich nicht als deutsche Solarberatung und wird auch zukünftig nicht unter diesem Titel geführt werden.“

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„Keinerlei strategische Relevanz“

Eine Erklärung, die in Zeiten hart umkämpfter Marketingaktivitäten der deutschen Photovoltaikanbieter zum einen reichlich spät kommt – zum anderen mögliche rechtlichen Risiken möglicherweise nicht mehr wird umschiffen können.

Gründerszene zitiert dazu den Wettbewerbsrechtler Martin Soppe: „Man kann sich […] gut vorstellen, dass die Behauptung, man betreibe ein (neutrales) Vergleichsportal, während man tatsächlich ein direktes Vertriebsportal betreibt, […] irreführend und rechtswidrig ist.“ Das könnte umso mehr gelten, wenn in dem angeblichen Vergleichsportal nur ein Anbieter – nämlich Enpal – gelistet ist. Ob das bei der betriebenen Seite der Fall war, ist nicht eindeutig zu klären.

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„Enpal teilte auf Nachfrage mit, ausschließlich eigene Produkte empfohlen zu haben“, heißt es jedoch im Bericht bei Gründerszene.

Ob der Fall für Enpal glimpflich ausgehen wird, ist noch nicht abzusehen. Ein Wiener Nachhilfe-Startup wurde erst im Februar wegen eines ähnlichen Falls verurteilt und muss seine AGB und Werbemaßnahmen entsprechend anpassen.

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Enpal gehört mit knapp 10.000 Kunden zu einem der größten deutschen Anbietern von Miet-Solaranlagen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen über 1.000 Mitarbeiter, erst im Dezember 2022 verkündete das Startup neue Finanzierungszusagen in Höhe von 855 Millionen Euro.

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