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Berliner Seriengründer wettert gegen deutsche Fintechs: „Zu viel Schrott“

Mehr als 200 Fintechs sind laut einer Studie seit 2011 in die Pleite gerutscht. Den Mitgründer und Chef des Berliner Company Builders Finleap veranlasste das jetzt zu drastischen Worten.

Von Daniel Hüfner
1 Min.
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Finleap-Chef Ramin Niroumand wettert gegen deutsche Fintechs. (Foto: dpa)

Die hohe Zahl von Insolvenzen deutscher Fintech-Firmen hat ein Berliner Seriengründer mit drastischen Worten kommentiert. Es gebe „zu viele Me-toos“ und zu viele Finanzierungen von „Schrott“ in der Startphase, sagte Ramin Niroumand im Gespräch mit dem Branchendienst Bloomberg. Niroumand ist Mitgründer und Geschäftsführer des Berliner Companybuilders Finleap, der nach eigenen Angaben bereits 16 Startups gegründet und teils verkauft hat. Auch die Welt berichtete.

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Seine Aussage zur Me-too-Mentalität begründete Niroumand so: „Niemand braucht beispielsweise 15 verschiedene Apps für Bezahlungen unter Privatpersonen.“ Problematisch sei auch die hohe Zahlungsbereitschaft von Investoren für junge Firmen mit nicht ausgereiftem Geschäftsmodell. „In der deutschen Fintech-Branche wird zu viel Schrott in der Seed-Phase finanziert. Gleichzeitig fehlt es hinterher oft an Folgefinanzierungen. Wir brauchen eine bessere Selektion direkt am Anfang.“

Kritik an Gehaltsexplosion

Vorausgegangen war dem Interview eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC, wonach seit 2011 etwa 233 Fintechs ihr Geschäft eingestellt haben. 170 davon allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Allerdings gab es zuletzt auch positive Nachrichten: Im ersten Halbjahr 2019 haben deutsche Startups laut der Beratungsgesellschaft EY mit 2,8 Milliarden Euro so viel Geld eingesammelt wie nie zuvor in einem Halbjahr. Vor allem Fintechs wie die Berliner Smartphone-Bank N26 oder der Tagesgeld-Vermittler Weltsparen hatten daran großen Anteil.

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Finleap-Chef Ramin Niroumand kritisierte vor diesem Hintergrund auch die hohen Vergütungen in der Szene. Die Gehälter hätten inzwischen ein Niveau erreicht, das womöglich zum Standort-Nachteil werden könne. Niroumand: „Wenn die Leute alle zwölf Monate den Job wechseln und dabei jedes Mal eine 10- bis 15-prozentige Gehaltssteigerung rausholen, dann ist das ökonomisch nicht gesund.“

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Kommentare (2)

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Torsten Kalwass

„Niemand braucht beispielsweise 15 verschiedene Apps für Bezahlungen unter Privatpersonen.“

Richtig. Aber getreu dem Motto „Sieben sterben, zwei krebsen herum, eine startet durch…“ braucht es eben auch eine kritische Masse, gegenüber der man sich abheben kann. Und was der Appinflation entgegengehalten werden muss: Viele haben ja gute Ideen, die eine eigenständige Lösung rechtfertigen. Aber ’ne gute Idee allein reicht eben nicht, wenn es am Timing mangelt.

„Wenn die Leute alle zwölf Monate den Job wechseln und dabei jedes Mal eine 10- bis 15-prozentige Gehaltssteigerung rausholen, dann ist das ökonomisch nicht gesund.“

Dafür bringen diejenigen (idealerweise) aber auch 12 Monate Learnings mit, wie man es nicht macht – und was Start-Up #7 im Lebenslauf in den nächsten 12 Monaten lieber vermeiden sollte. So gesehen…

dennis

Richtig. Es handelt sich dabei nämlich um Chef-Gerede. Er würde seinen Lohn nämlich nicht kürzen wollen, es sollen die Angestellten machen. Er hat selbst zig Starups gegründet und meckert nun darüber? Als ob jede seiner Ideen gut war. Unglaubeliche Selbstüberschätzung mit einer extremen aroganten Haltung anderen gegenüber. Frech, anmaßend, herablassend…. die Attribute könnte ich ewig weiterführen.

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