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Interview

Flipboard: Mit künstlicher Intelligenz zu relevanten News

Mike McCue, der Gründer von Flipboard, will mit seiner News-App das Content-Geschäft verändern. (Bild: Flipboard)

Sein erstes Startup verkaufte Mike McCue an Netscape, das zweite an Microsoft. Jetzt will der US-Gründer mit seiner News-App Flipboard den deutschen Markt erobern. Wir trafen McCue zum Interview.

Immer mehr Zeit verbringen wir mit tagesaktuellen Medien, wobei der Nachrichtenkonsum sich von Jahr zu Jahr mehr auf Mobilgeräte fokussiert. Doch was ist wirklich relevant für uns, was wollen wir lesen? Das soll uns, wenn man Gründer Mike McCue glaubt, die Kurations-App Flipboard zeigen, auf der auch t3n vertreten ist.

Nachdem die App im US-Markt eine feste Größe ist und für Millionen von Lesern als Plattform das Newsgeschehen auf Social-Basis vorsortiert, hat das Unternehmen vor einigen Tagen die deutsche Version einem Relaunch unterzogen. Leser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen so neue Möglichkeiten erhalten, Inhalte in Flipboard ganz individuell zu personalisieren. Nach dem französischen Markt handelt es sich um die zweite Lokalisierung außerhalb der USA der KI-gesteuerten Flipboard Themen-Engine.

Flipboard: Rund 1.800 Nachrichtenquellen in Deutschland

Schon jetzt stammen 27 Prozent der Gesamtleserschaft von Flipboard aus Europa und in Deutschland ist das Unternehmen in den letzten sechs Monaten um über 16 Prozent gewachsen. Flipboard indexiert mit einem Redaktionsteam den Content von Publishern und Bloggern – teilweise in Kooperation mit den Verlagen selbst – und ermöglicht es Algorithmen, die Inhalte in Hunderte von Themen zu gliedern. In Deutschland stehen rund 1.800 Nachrichtenquellen zur Verfügung. Den Lesern soll so ein grafisch anspruchsvolles Smart-Magazin angeboten werden, das ganz auf ihre persönlichen Interessen zugeschnitten ist.

Wir trafen den Flipboard-CEO Mike McCue kurz vor dem Deutschland-Start der neuen Plattform in München. Dort erklärte er uns, wie das Portal mit Fake News umgeht, warum Flipboard dem Leser mehr bietet als ein herkömmliches, kuratierendes Portal und wie die KI-Engine Nachrichten auswählt und aufbereitet.

t3n.de: News-Apps wie Flipboard sind in den USA populärer als bei uns. Das verwundert nicht, weil die Zahl der englischsprachigen Nutzer naturgemäß größer ist. Welche Rolle spielen für euch in diesem Zusammenhang überhaupt Europa und hier der deutsche Markt?

Mike McCue: Deutschland ist für uns ein schnell wachsender Markt. Wir haben weltweit mehr als 100 Millionen aktive monatliche Nutzer, ein Drittel davon in Europa – und Deutschland ist hier nach Großbritannien der wichtigste Markt. Wir  sind aktuell dabei, unsere Beziehungen zu den Publishern in Deutschland zu vertiefen – darunter übrigens große und kleine Verlage bis hin zu Bloggern und Content-Produzenten mit spitzer Zielgruppe. Wir werden jetzt unsere Machine-Learning-Plattform, die wir in den englischsprachigen Märkten und in Frankreich bereits erprobt haben, auch für die DACH-Region ausrollen.

t3n.de: Wie schützt ihr die Leser vor Fake News, vor fragwürdigen Quellen und Nachrichten?

Wir haben eine Mischung aus menschlichen Kuratoren und Machine-Learning-Algorithmen, die gut zusammenarbeiten. Bei den Content-Lieferanten, die sich bei uns akkreditieren, überprüfen wir, ob es sich um hochwertigen Content handelt, filtern Hate Speech und Fake News heraus und entscheiden darüber, wo und wie ein Publisher eingruppiert wird. Das könnte ein Algorithmus so gar nicht leisten. Umgekehrt wären die Kuratoren aber auch überlastet mit der schieren Menge an Content – wir haben Zehntausende Medienmarken auf Flipboard in all den Sprachen, alleine 1.800 für den hiesigen Markt. Am Ende bekommt der Nutzer hochgradig granulierte, spezialisierte Feeds mit den Stories, von denen wir meinen, dass sie für ihn interessant sind. Dabei orientieren wir uns natürlich auch an der Tageszeit oder am Wochentag, um dem Leser die jeweils situativ passenden Inhalte zu präsentieren – personalisiert übrigens auch in Form eines anpassbaren Newsletters. Den gibt es bisher vorrangig für den US-Markt, wir wollen ihn aber auch für Europa anbieten.

t3n.de: Wonach bewertet ihr Nachrichten und wie sorgt ihr dafür, dass die Nachrichten eben nicht zensiert werden?

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