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Flugtaxi Lilium fliegt jetzt 100 km/h

Flugtaxi Lilium bei einem frühen Testflug. (Foto: Lilium)

Der deutsche Flugtaxi-Pionier Lilium hat die erste Phase der Flugtests abgeschlossen. Ein erstes Werk produziert Prototypen des Flugtaxis, ein zweites ist im Bau. Verstärkung für das Team kommt von Airbus.

Als Digital-Staatsministerin Dorothee Bär Anfang 2018 in einem berühmt gewordenen ZDF-Interview das Thema Flugtaxis ansprach, weil sie es leid war, immer nur über Breitbandausbau zu sprechen, sorgte das in den sozialen Medien für viel Spott. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der deutsche Investor Frank Thelen, insbesondere bekannt durch die Startup-TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“, Bär auf die senkrecht startenden und landenden Flugzeuge brachte.

Denn Frank Thelen glaubt fest an das Thema Flugtaxis und hat selbst in das Münchener Startup Lilium investiert, das bis 2025 entsprechende Elektro-Flugzeuge bauen will – und beide tauschen sich regelmäßig aus. Am heutigen Dienstag teilte Lilium nun mit, dass sich das Unternehmen auf Kurs sieht, die entsprechenden Flugzeuge bis zu diesem Jahr auch wirklich zu liefern.

Lilium hat erste Testphase abgeschlossen

Die erste Testphase der Lilium-Jets sei abgeschlossen und das Elektro-Flugzeug erreiche nun eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer, heißt es in der Mitteilung. Das Serienflugzeug soll am Ende eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern erreichen. Weiterhin teilte Lilium mit, dass es den Luftfahrtexperten Yves Yemsi zum Leiter des Jet-Programms berufen habe. Yemsi kommt aus der etablierten Luftfahrtbranche und war zuvor als Head of Program Quality für den Airbus A350 verantwortlich.

Lilium-Flugtaxi in der Luft
Der Lilium-Jet in der Produktionshalle bei München. (Foto: Lilium)

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Ein neues Video zeigt den Jet nun erstmals beim senkrechtem Start im Übergang zum waagerechten Flug. Das fertige Produkt soll eine Reichweite von 300 Kilometern erreichen und somit nicht nur für Strecken innerhalb der Stadt genutzt werden können, sondern auch eine Alternative für Kurzstreckenflüge darstellen.

Neben Lilium entwickeln auch andere Unternehmen elektrisch betriebene Flugtaxis, darunter das deutsche Startup Volocopter, in das unter anderem Daimler und Intel investiert haben. Der fünfsitzige Lilium-Jet wurde im Mai 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sind Flugtaxis ökologisch sinnvoll?

Mit dem neuen Werk auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern in Weßling bei München und einem zweiten geplanten, größeren Werk am selben Standort, sollen ab 2025 hunderte Flugzeuge im Jahr produziert werden.

Ökologisch ist die Wirkung solcher Kurzstrecken-Elektro-Flugzeuge umstritten. Während sich Frank Thelen in unserem Podcast überzeugt zeigte, dass die Flugtaxis ökologische Herausforderungen auf der Kurzstrecke lösen könnten, nannte der Umweltforscher Tilman Santarius Flugtaxis und ähnliche Technologien einen „Brandbeschleuniger für das Klima“, da billigere und effizientere Technik in der Regel dazu führe, dass entsprechende Möglichkeiten mehr genutzt werden – der „Rebound-Effekt“. Entscheidend wird vor allem sein, wie sich der Strom-Mix weiter entwickelt.

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4 Kommentare
Berlinspotter

Wie? Das neue Video zeigt wieder nur den senkrechten Start und die Landung? Wieder gedreht unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Das entscheindende ist doch der Übergang in den waagerechten Flug und umgekehrt. Dazu sieht man nichts. Bei Nachfragen wird ausweichend geantwortet („coming soon“, „stay tuned“). Ich halte das für eine Luftnummer.

Antworten
Stephan Dörner

Das Video zeigt ein bisschen mehr, auch den Übergang: https://vimeo.com/335928595

Antworten
Berlinspotter
Berlinspotter

Dann verstehehe ich aber nicht, warum es im Artikel heißt „Ein neues Video zeigt den Jet erstmals bei senkrechtem Start und Landung“. Denn senkrecht hoch und runter gab es schon vor über einem Jahr zu sehen (ohne Presse anwesend, wie es auf Nachfrage hieß).
Dann werde ich mir mal das neue Video reinziehen. Vielleicht im Text dann die Neuheit herausstellen? „mit Übergang in den waagerechten Flug“ oder so.

Stephan Dörner

Danke für den Hinweis, dann wurde das in der Pressemitteilung von Lilium falsch angegeben. Wir korrigieren.

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