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Interview

Flugtaxi-Erfinder: „Ich würde sogar meine Mutter in das Ding setzen“

Lilium-Gründer Daniel Wiegand will den Traum vom Lufttaxi wahr werden lassen. (Foto: dpa)

Daniel Wiegand will das weltweit erste Flugtaxi auf den Markt bringen. Der Lilium-Gründer über den Spott aus der Bevölkerung, die Konkurrenz durch Airbus und seine krassen Arbeitszeiten.

Wer Daniel Wiegand treffen will, muss viel Geduld mitbringen. Auch wenn man sich bereits vor Wochen mit ihm zum Interview verabredet hat. Kaum verlässt er auf dem hauseigenen Unternehmerforum der TU München die Bühne, wird Wiegand umringt von einer Menschentraube. Investoren, Gründer, alte Kommilitonen – alle wollen ihm an diesem sonnigen Apriltag die Hand schütteln oder wenigstens eine Visitenkarte abstauben. Sogar auf dem Weg zum Interview muss der 32-Jährige noch dreimal anhalten und die anderen Gesprächsangebote höflich, aber bestimmt ablehnen.

Popstar der deutschen Startup-Szene

Wiegand ist ein gefragter Mann. Und der neue Popstar der deutschen Startup-Szene. Spätestens seit er im vergangenen Jahr die stolze Summe von 90 Millionen Dollar für sein Startup eingeworben hat, ist Lilium vielen Menschen ein Begriff.

Das Gründerteam von Lilium mit dem elektrischen Flugtaxi. (Foto: Lilium)

Das Startup mit Sitz in Gilching bei München arbeitet an einem vollelektrischen Flugtaxi, das den Stadtverkehr revolutionieren soll. Geplant ist nicht weniger als ein weltumspannendes Transportnetzwerk aus Flugtaxis, die nach dem Vorbild von Uber per App nach Hause oder zur Arbeitsstelle gerufen werden können.

Eine Idee, die Wiegand ausgerechnet in Deutschland vorantreiben will – dem Land der Bedenkenträger. Als sich die frisch ins Amt gewählte Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, kürzlich vor laufenden Fernsehkameras für Flugtaxis stark machte, erntete sie in der Bevölkerung viel Spott. „Absolut nicht angebracht“, sagt Wiegand rückblickend. Im Gespräch mit t3n.de erklärt der Lilium-Gründer, wie er sein Lufttaxi entgegen der Meinung vieler Kritiker schon bald auf den Markt bringen will.

t3n.de: Herr Wiegand, Dorothee Bär hat für ihre Flugtaxi-Äußerung kürzlich viel Spott geerntet. Wie haben Sie die Aussage aufgenommen?

Daniel Wiegand: Ich fand es toll, dass sie so pragmatisch war und ehrlich gesagt hat, wie sie über Flugtaxis denkt. Das Problem ihrer Aussage lag eher im Kontext: Wenn ich als neue Digitalministerin zum ersten Mal ein Fernsehinterview gebe, dann wollen die Menschen natürlich erstmal was zum Breitbandausbau in Deutschland hören.

t3n.de: Also war die Kritik durchaus berechtigt?

Nein, der Spott war absolut nicht angebracht. Dorothee Bär hat nämlich recht: Digital bedeutet nicht nur Breitbandausbau, sondern steckt in Tausenden Anwendungen. Alle reden über Industrie 4.0, das Internet der Dinge – das ist alles genauso digital wie ein Flugtaxi, in dem über 1.000 Prozessoren verbaut sind.

t3n.de: Allerdings gilt die digitale Infrastruktur in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern als sehr rückständig. Es gibt kaum Glasfaserausbau und bis flächendeckende 5G-Netze die Realität sind, wird es noch Jahre dauern. Das klingt nicht nach guten Rahmenbedingungen für den Betrieb von Flugtaxis.

Technologisch gesehen können wir mit dem arbeiten, was bereits an Infrastruktur vorhanden ist. Wir sind auch in ständigem Kontakt mit Netzanbietern in Regionen, von denen wir glauben, unseren Service als erstes anbieten zu können. Noch kann ich aber nicht sagen, wo wir als erstes starten werden. Vielleicht auch im Ausland.

t3n.de: Wann wird der Lilium-Jet denn erstmals Menschen von A nach B befördern?

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