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Fortnite: Warum Epic im Streit mit Apple scheinheilig agiert

Epic heizt den Konflikt mit Apple weiter an. So sympathisch der Fortnite-Entwickler auch auftreten mag: Das Verhalten ist ziemlich scheinheilig.

Von Luca Caracciolo
2 Min. Lesezeit
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Kein Fortnite mehr in Apples App-Store: Epic streitet mit Apple über In-App-Käufe. (Foto: Epic)


Der Streit zwischen Apple und Epic eskaliert weiter: Jetzt erhalten nicht mal mehr macOS-Nutzer das neueste Fortnite-Update, obwohl sie die Software – anders als iOS-Nutzer – frei installieren können. Trotzdem verwehrt Epic allen Mac-Nutzern das Update. Es ist der vorläufige Höhepunkt im Streit zwischen zwei Plattformen, die zunehmend aneinandergeraten.

Apple will die Umsätze mit dem eigenen App-Store steigern, um langfristig nicht mehr zu abhängig von den Hardware-Verkäufen zu sein. Die 30 Prozent, die Apple auf alle App-Verkäufe und In-App-Purchases einbehält, sind ein wichtiger Teil dieser Strategie. Und auch Epic muss diese 30 Prozent abdrücken – und das auch bei jeglichen Mikrotransaktionen, die Gamer innerhalb der iOS-App des Spiels durchführen.

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Epic verfolgt unterdessen an anderer Stelle ganz eigene Plattformgedanken und versucht etwa, auf dem PC mit zum Teil aggressiven Methoden (wie kostenlosen Spielen und exklusiven Deals) der Marktmacht von Steam etwas entgegenzusetzen. Exklusive Deals sind in der PC-Welt eher ungewöhnlich, lebt die Plattform doch davon, offen zu sein in dem Sinne, dass es Nutzern möglich ist, mit ganz unterschiedlicher Hardware alles spielen zu können. Bei einigen exklusiven Titeln werden PC-Spieler jetzt aber gezwungen, den Epic-Game-Store zu nutzen – so geschehen zum Beispiel im vergangenen Jahr bei dem Blockbuster-Spiel „Metro: Exodus“. Auch Epic behält einen Anteil der Verkaufspreise aus dem hauseigenen Game-Store ein – allerdings nur zwölf Prozent. Bei In-Game-Käufen erhält das Unternehmen dagegen keinen Cent.

Jetzt nutzt Epic jedenfalls den sehr populären Online-Shooter Fortnite, um mit aller Gewalt wiederum im Mobile-Bereich aggressiver aufzutreten – etwa mit einer polemisierenden Werbung in alter Apple-Manier und der Kampagne #FreeFortnite.

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Das zeigt: Wenn sich zwei Plattformen zu stark in die Quere kommen, dann knallt es. Bei Apple und Epic sind es vor allem zwei Plattformen, die im Software-Verkauf große Potenziale sehen. Software ist hier in einem breiteren Sinne gemeint: Mikrotransaktionen für In-Game-Items wie Waffen, Rüstungen, Tänze und vieles mehr – all das sind virtuelle Güter, die keine Grenzkosten haben und hochprofitabel sind. Epic verdient eine Menge Geld damit: 2018 hat allein Fortnite einen Gesamtumsatz von 2,4 Milliarden US-Dollar, 2019 immerhin noch 1,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet. In diesem Business ist Apple nur indirekt über die In-App-Käufe beteiligt – und genau diesen Umstand greift Epic jetzt an.

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Mal unabhängig davon, wie wettbewerbsschädigend Apple mit seiner Marktmacht im Mobile-Bereich auftritt, ist Epics Auftreten auch reichlich bigott. Davon zu sprechen, dass Softwareentwickler das Recht haben sollten, ihre Ideen frei zu entwickeln und auf einem fairen Marktplatz miteinander im Wettbewerb zu stehen, aber an anderer Stelle selbst aggressive Plattform-Praktiken verfolgen – ehrlich ist das nicht gerade! Und auch wenn die App-Store-Regelungen von Apple zu Recht umstritten sind und es gar nicht so verkehrt ist, wenn Bewegung in die Debatte kommt: Am Ende wird Apple eher auf Fortnite verzichten können, als Epic auf die über 1,5 Milliarden iOS-Geräte weltweit.

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Taradino Cassatt

Natürlich wird die Marketing-Abteilung von Epic nicht öffentlich verkünden lassen, dass ihnen das eigene Hemd näher ist als das Allgemeinwohl und meinetwegen kann man das auch scheinheilig nennen, auch wenn ich diesen Begriff in Bezug auf Unternehmen der Wirtschaft nicht so passend finde.

Trotzdem finde ich es gut, dass mal darüber diskutiert wird, wie weit Apple entscheiden kann, was auf seiner Plattform für Kunden und Software-Anbieter erlaubt ist und wenn ja, zu welchem Preis.
Viele Anbieter hätten das längst gerne getan, Epic hat eben zur Zeit genug in die Waagschale zu werfen. Aus Kundensicht finde ich das zunächst einmal begrüßenswert.

Antworten
dennis

Absolut die richtige Meinung. Epic ist einfach selbst extrem mies. Man muss sich auch mal Fragen, was denn der Unterschied zu einem Store, z.B. von Nintendo, oder XBox oder Playstation ist?

Antworten
logiker

epic hat recht! andernfalls könnte die telekom auch wohl auch von jeder transaktion über ihr system 30% fordern!

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