Kolumne

Artikel merken

Funny Money: Steigt der Bitcoin oder fällt nur der Euro?

Geld regiert die Welt. Ist diese alte Weisheit dank Bitcoin und Co bald Geschichte? Unsere neue Kolumne „Funny Money“ rechnet nach.

2 Min. Lesezeit
Kann der Bitcoin auf 500.000 US-Dollar steigen? (Foto: REDPIXEL.PL / Shutterstock)

Bitcoin und Co eilen aktuell wieder von Hoch zu Hoch, als habe jemand die Physik des Geldes dauerhaft ausgehebelt. Für Otto Normal ist es doch so: Geld kann man nicht herbeizaubern. Wer sich etwas leisten will, muss dafür arbeiten. Doch das trifft ausgerechnet dann nicht mehr zu, wenn die Summen am größten sind: Finanzminister:innen, Zentralbänker:innen und Finanzjongleur:innen können nämlich genau das machen, was ironischerweise gern Bitcoin und anderen Kryptowährungen vorgeworfen wird: Geld einfach zu erfinden und es verteilen, ohne rot zu werden.


Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Bitcoin ist auf 21 Millionen Einheiten limitiert und staatliches Geld wächst seit 20 Jahren unaufhörlich. Der Beweis: Die Europäische Zentralbank (EZB) garantiert aktuell mehr als 8.000 Milliarden Euro – das sind gut 80 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone. Das kann man wöchentlich dem Balance-Sheet der EZB entnehmen. Die amerikanische Federal Reserve (FED) garantiert zwar ein paar „Milliardchen“ mehr, allerdings entspricht das auf der anderen Seite des großen Teiches nicht mal 40 Prozent der Wirtschaftsleistung – weil die Dollar-Ökonomie viel größer ist als die in Euroland.

Während Euro und Dollar sich gegenseitig entwerten, weil EZB und Fed die inzwischen längst voll-digitalisierte Gelddruckmaschienerie auslasten, schützt den Bitcoin die Blockchain-Technologie vor menschlicher Willkür.

Hohe Nachfrage, knappes Angebot

Manche vergleichen den Bitcoin daher mit einer Immobilie in einer gefragten Gegend wie Manhattan: Es gibt wenig Platz, aber alle wollen genau hier leben oder Geschäfte machen. Während die Nachfrage hoch ist, der Markt aber eng bleibt, explodieren die Preise Jahr um Jahr. Auch Rücksetzer werden immer wieder aufgeholt. Wer in einem solchen Vermietermarkt vor der Wahl steht, kauft lieber gleich, weil sich das langfristig immer lohnt.

Sicherlich steigt nicht nur der Bitcoin auf immer neue Allzeithochs: Gepusht durch die wundersame, aber anhaltende Vermehrung des Geldes sind alle börslich gehandelten Aktien der Welt derzeit zusammen gut 122.000 Milliarden Euro wert, was einer Verdopplung seitdem Einbruch durch die Coronakrise entspricht. Bitcoin ist mit einer Marktkapitalisierung von „gerade mal“ rund 1.000 Milliarden Euro noch ein kleiner Fisch.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Allerdings können Aktiengesellschaften jederzeit durch mehrheitlichen Beschluss die Anzahl ihrer ausstehenden Anteile vermehren oder einen Rückkauf beschließen. Wenn Nachfrage auf Angebot trifft, wird so der Börsenpreis durch die Gesellschafter selbst beeinflusst. Das geht beim Bitcoin nicht.

Bitcoin-Anzahl festgesetzt

Die planbare Festlegung auf 21 Millionen zu produzierende Bitcoin-Einheiten (aktuell sind fast 19 Millionen Bitcoin im Umlauf, einige jedoch unwiederbringlich verschlampt worden), macht dabei den entscheidenden Unterschied.

Man drehe den Spieß gedanklich nur einmal um: Aus Sicht von Bitcoin-Besitzer:innen steigt nicht die Kryptowährung selbst – Euro oder Dollar verlieren an Wert, weil es sie im Überfluss gibt.

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder