Interview

Getaway-Gründer: „Frank Thelen hat mich enttäuscht“

Getaway-Gründer bei seinem Auftritt in „Die Höhle der Löwen“. (Foto: Vox)

Mit seiner Carsharing-App trat Edgar Scholler in „Die Höhle der Löwen“ auf. Doch ein Deal war nie das Ziel, wie der Getaway-Gründer im Interview zugibt. Kritik übt er an Frank Thelen.

Seinen Auftritt in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ beginnt Edgar Scholler mit einer Vision von Elon Musk: „In zehn Jahren wirst du in der Lage sein, dein Auto über dein Handy mit nur einem Klick Geld verdienen zu lassen, während du selbst bei der Arbeit oder im Urlaub bist“, zitiert Scholler den Milliardär – und legt eine Kunstpause ein. „Finden wir persönlich super. Wir haben uns nur gefragt: Warum zehn Jahre warten?“

Getaway will Carsharing neu denken

Das Startup Getaway will die Vermietung privater Autos salonfähig machen. (Foto: Getaway)

Scholler hat das Berliner Startup Getaway gegründet und will Menschen dazu bringen, ihre Autos zu vermieten. „45 Millionen Autos stehen in Deutschland im Durchschnitt 23 Stunden am Tag unbenutzt herum“, sagt der 31-Jährige. Gleichzeitig seien laut einer Studie von Ford knapp die Hälfte aller deutschen Autofahrer bereit, ihr Fahrzeug gegen Entgelt zu vermieten. „Mit Getaway wollen wir das ermöglichen“, so Scholler.

Das Startup rüstet die Autos von Besitzern einmalig mit einer speziellen Hardware aus, die unter anderem das Öffnen des Fahrzeugs per App ermöglicht. Mithilfe der Anwendung können andere Nutzer dann freie Autos in ihrer Umgebung finden und papierlos anmieten. Abgesichert ist das Auto im Schadensfall über eine von Getaway angebotene Vollkaskoversicherung. Für den Ausbau des Fuhrparks legte Scholler in „Die Höhle der Löwen“ ein sportliches Angebot vor: 800.000 Euro im Tausch gegen 20 Prozent der Unternehmensanteile bot der Getaway-Gründer den Investoren an. Warum ein Deal allerdings nicht geplant war, erklärt Scholler im Gespräch mit t3n.de.

t3n.de: Edgar, wie kam dein Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ überhaupt zustande?

Edgar Scholler: Das war eine lustige Situation. Wir wurden Mitte April von der zuständigen Produktionsfirma angeschrieben und gefragt, ob wir nicht Lust hätten, mitzumachen. Sie fänden Getaway gut und es würde vom Produkt her in die Sendung passen. Eine Woche später sollte es losgehen.

t3n.de: Das war ja sehr spontan.

Absolut. Das war zeitlich alles sehr eng. Wir reden da von maximal acht Tagen Vorlauf. Zumal der Auftritt einiges an Vorbereitung erfordert. Auch vom Kopf her.

t3n.de: Wie meinst du das?

Ich kenne „Die Höhle der Löwen“ schon länger, aber als Gründer musste ich erstmal eine Entscheidung treffen: Will ich da überhaupt mitmachen? Was spricht dafür und was dagegen? Und wie ist der Ablauf vor Ort? Keiner möchte sich vor einem Millionenpublikum blamieren.

t3n.de: Was hat denn gegen den Auftritt gesprochen?

Die Notwendigkeit der Finanzierung. Mein Team und ich haben bereits früher erfolgreich gegründet, sodass wir auf kein Investment angewiesen waren. Ein Angebot der Löwen wäre schmeichelnd gewesen, war in der Form jedoch nicht geplant.

t3n.de: Trotzdem hast du zugesagt.

Mein Publikum waren nicht die Löwen, sondern die Zuschauer vor den Fernsehgeräten. Durch die Einschaltquoten aus den Vorjahren wusste ich, dass die Sendung ein einmaliges Zeitfenster bietet, um Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass 45 Millionen Autos in Deutschland 23 Stunden täglich unbenutzt herumstehen und es dafür eine Lösung gibt – mit der sich sogar Geld verdienen lässt. Ich dachte mir: So einfach kommst du nie wieder an kostenlose Werbung.

t3n.de: Wusste der Sender davon?

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5 Kommentare
ASK

Hallo Daniel Hüfner, danke für deine Zusammenfassung über die Show „Höhle der Löwen“ und das anschließende Interview. Ich persönlich finde das Thema sehr spannend und fand die Ideen und Vorstellungen von Edgar Scholler auch sehr interessant. Beste Grüße! Michael Keulemann, ASK Steuerberatung

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Konsr
Konsr

Ein großes Problem hat das Konzept!
Ich soll alone mein Schlüssel im auto lassen?
Das ist doch ein Paradies für Dieben!

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Jenser
Jenser

Was ich mich an den ganzen Start-ups stört, ist das häufig Ideen kopiert werden. Manchmal werden auch Probleme geschaffen um das Produkt als Lösung zu verkaufen. Getaway ist für mich nur eine Kopie von Drivy mit der Ergänzung der Carsharing- Hardware. Der Einbau ist natürlich mit Nachteilen verbunden – Kosten, Beschädigungen durch die Befestigung, erleichterter Diebstahl. Was man auch nicht vergessen darf: Gehen andere auch so sorgsam und gut mit den Auto um? Wahrscheinlich nicht. Eventuell kommt auch mal eine gesetzliche Regelung um Taxi- und Mietwagenunternehmen zu schützen. Aus meiner Sicht ist das ein weiteres überbewertetes Start-up aus dem Start-up-Hype

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Martin Steiner
Martin Steiner

Ich finde den Text – „Frank Thelen hat mich enttäuscht“ total falsch!

Ich kann keinen Grund entdecken wieso oder warum er enttäuscht haben soll!!

———- solche falsche Aussagen bringen mich auf die P…..

————-stooni

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