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Glänzende Zukunft? Defi auf dem Sprung zur Massenadoption

Dezentrale Finanzen (Defi) haben dem Kryptomarkt längst ihren Stempel aufgedrückt. (Foto: BestForBest / shutterstock)

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Blockchain Valley Ventures hat den Defi-Sektor unter die Lupe genommen. Der Schweizerische Wagniskapitalgeber rechnet dem Markt eine blühende Zukunft aus.

Dezentrale Finanzen (Defi) haben dem Kryptomarkt längst ihren Stempel aufgedrückt. Noch vor einem Jahr lag das von Defi-Protokollen verwaltete Vermögen bei rund einer Milliarde US-Dollar, inzwischen ist der Total Value Locked auf das 60-fache angestiegen. Trotz einiger Kinderkrankheiten ist der junge Markt durch innovative Finanzprodukte und passive Einkommensquellen rasch zu einem wichtigen Bestandteil im Krypto-Space geworden und deutet sein Potenzial dabei gerade erst an. Dem aktuellen Bericht „Cutting through the hype“ von Blockchain Valley Ventures (BVV) nach steht Defi der nächste Sprung Richtung Massenadaption bevor.

Defi-Erfolgsmodell

Die Erfolgsgeschichte von Defi-Protokollen erklärt sich demnach durch die vergleichsweise hohen Rendite-Möglichkeiten. Dezentrale Börsen erzielen dem Bericht nach im Schnitt eine 46-fache Rendite, Liquiditätsaggregatoren liefern 22-fache Steigerungen des eingesetzten Kapitals. Durch Staking-Angebote ist die Liquidität am Markt zudem hoch. Die Automatisierung von Finanzprodukten durch Smart Contracts erhöhe darüber hinaus die Kapitaleffizienz. Da keine Mittelsmänner eingebunden sind, entfallen nicht nur Gebühren, sondern schließlich auch Personalkosten.

Der Bericht rechnet dem Defi-Markt folglich eine blühende Zukunft aus. Nicht nur die „Jagd nach Rendite“ am Kryptomarkt werde die Nachfrage nach Defi-Angeboten weiter steigen lassen. Auch im traditionellen Finanzsektor steige das Interesse. Diese Überlappung werde sich in „codegesteuerten, demokratisierten Vermögensverwaltungslösungen niederschlagen, die auf dezentralen Systemen laufen“. Insbesondere der Einbindung von Stable Coins komme dadurch in Zukunft eine große Bedeutung zu.

Laut BVV-Bericht sei die Sicherstellung, dass die Nutzer wirklich in das Projekt involviert sind und sich in eine echte Gemeinschaft verwandeln, der Schlüssel. Solide Token, ökonomische Modelle, aber auch die Ausgabe von Anreizen seien wichtig, um sicherzustellen, dass sich die Nutzer kümmern und der Sache treu bleiben.

Schlachtfeld für die führenden Börsen

So werde Defi auch für institutionelle Investor:innen immer attraktiver, die bislang einen weiten Bogen um den Markt gemacht haben. BVV-Partner Sebastian Markowsky erklärt gegenüber BTC-Echo: „Es gibt eine begrenzte, aber wachsende Akzeptanz von Institutionellen in Defi, aber da Krypto-Unternehmen neben Privatkunden auch professionelle Kunden durch ein Engagement in Defi attraktive Renditen bieten, wird es nicht so lange dauern, bis Institutionelle so reagieren, wie mit Bitcoin.“

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Dreh- und Angelpunkt bleibe auch weiterhin die Ethereum Blockchain als mit Abstand größter Umschlagplatz für Smart Contracts und führendem Netzwerk „in Bezug auf Assets, Entwickleraktivität und Nutzer“. Mit der zunehmenden Etablierung von Layer-2-Lösungen bekommt Ethereum sein Skalierungsdefizit zudem immer besser in den Griff. Nichtsdestotrotz stünden die Zeichen aber auch für „lebendige und wachsende Ökosysteme“ wie Solana oder Polkadot auf Wachstum.

Laut BVV-Bericht werde Defi, dank der Fähigkeit, neues Kapital anzuziehen, das Schlachtfeld für die führenden Börsen werden. Da die Renditen im traditionellen Finanzwesen nahe Null bleiben, werde Krypto durch die Fähigkeit, attraktive Renditen für Liquiditätsanbieter zu generieren, florieren.

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Paradigmenwechsel bei Regulierung und Verbraucherschutz

Insgesamt attestiert der Bericht dem Markt eine zunehmende Professionalisierung. Das Thema Regulierung spiele dabei künftig eine übergeordnete Rolle, insbesondere bei der Anbindung professioneller Investor:innen. Dabei geht es jedoch nicht primär um gesetzliche Innovationsbremsen, sondern um den Schutz von Anlegern, wie Markowsky erklärt: „Die Regulierung ist eine zentrale Herausforderung, da Defi noch nicht wirklich auf dem Radar der Regulierungsbehörden ist, aber erste Vorschläge deuten darauf hin, dass sie Wege gehen wollen, wie sie Nutzer und Investoren zur Rechenschaft ziehen können, wenn sie nicht in der Lage sind, die Regulierung eines Defi-Unternehmens aufgrund seiner dezentralen Natur als reine Tech-Plattform durchzusetzen.“

Regulierung konzentriere sich demnach auf die Programmierung sicherer Smart Contracts. Dieser Aspekt ist ein Alleinstellungsmerkmal von Smart-Contract-basierten Defi-Anwendungen: „Da Regulierung und Schutz in den Code eingebettet werden können und die Funktionalität auditiert werden kann, könnte es einen Paradigmenwechsel in Bezug auf Regulierung und Verbraucherschutz geben. Die Selbstregulierung könnte sich entwickeln und zur neuen Normalität werden“, ergänzt Markowsky. Bis sich Defi aber vollständig selbst reguliert hat, dürfte noch einiges an Lehrgeld gezahlt werden müssen.

Autor des Artikels ist Moritz Draht.

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