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Analyse

Studie: Warum die Autobranche eine einzige Baustelle ist

Geschäftsmodell prüfen. bitte: Um die Transformation zu meistern, müssen die Autohersteller in neue Technologien investieren. Und die nächsten Probleme warten schon. (Foto: Shutterstock)

Eine Studie zeigt: Die hauptsächlich für Elektrifizierung und autonomes Fahren nötigen Investitionen der Autohersteller erreichen mit 200 Milliarden Euro einen Rekordwert. Viele Baustellen bleiben, zeigt unsere Analyse zur Themenwoche Zukunft der Mobilität.

Es sind nicht nur die Nachwehen des Dieselskandals, die die Autoindustrie derzeit beschäftigen, sondern die grundlegende Transformation ihrer Struktur und ihres Geschäftsmodells. Diese erhöhe den Investitionsdruck auf die Hersteller, heißt es in der Studie „Global Automotive Outlook 2018“ der Beratungsfirma Alix Partners, die t3n.de vorliegt. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Monaten die Bilanzen von mehr als 300 Automobilherstellern und -zulieferern ausgewertet sowie eine Vielzahl von Experteninterviews sowie Verbraucherumfragen durchgeführt.

Investitionen für E-Antrieb und autonomes Fahren

„Immense Summen für Forschung und Entwicklung sowie für neue Partnerschaften“ müssten die Autokonzerne jetzt ausgeben. Mit 200 Milliarden Euro, heißt es, hätten die 13 weltweit größten Hersteller im Jahr 2017 Rekordinvestitionen getätigt, 2016 seien es noch rund 180 Milliarden Euro gewesen. Die Mehrausgaben seien dabei hauptsächlich auf Investitionen in die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens zurückzuführen. 

Bis 2022 planen die Hersteller über 200 neue E-Modelle auf den Markt zu bringen. Die Prognose von Alix Partners hierzu: Die Konzerne werden viel Geld verlieren. Nicht zuletzt deshalb, weil vergleichsweise geringe Absatzzahlen für die einzelnen Modelle zu erwarten seien. Zugleich verlangsame sich das Wachstum des globalen Automarktes „merklich“.

Es soll bis 2025 auf einen jährlichen Durchschnittswert von 2,3 Prozent sinken, im Gegensatz zum Wachstum von 3,8 Prozent in den zurückliegenden sieben Jahren. Für die von der Dieselkrise verunsicherte Schlüsselbranche der Industrienation Deutschland seien all das „ernste Nachrichten“, schreiben die Studienautoren. 

Profitabilität nicht mehr gesteigert

Aber zur Realität gehört auch dies: Das stetige Wachstum der vergangenen acht Jahre hat den Herstellern auch 2017 wieder Rekordumsätze eingebracht. Einzig, ihre Profitabilität konnten sie erstmals seit 2013 nicht mehr steigern. Einen Grund hierfür sieht Alix Partners in den steigenden Investitionen, die die Branche zu stemmen habe, um ihre „grundlegende Transformation zu bewältigen“, wie es in der Studie heißt. 

Die Themen „Connected“, „Autonomous“, „Shared“ und „Electrified“ (C.A.S.E.) würden „ihren Tribut fordern“. Zudem gehen die Hersteller laut des Beratungsunternehmens immer mehr Partnerschaften ein. 2017 seien es 379 gewesen, im Jahr zuvor noch 204. Im Fokus stünde dabei nicht nur die eigene Branche. Im Gegenteil: 2017 hätten zwei Drittel der Ziel-Unternehmen in den Bereichen neuer Technologie agiert. 

Die im Bereich E-Mobilität und Autonomes Fahren geschlossenen Partnerschaften haben sich im Jahr 2017 gegenüber 2016 verdoppelt. (Grafik: Alix Partners)
Die im Bereich E-Mobilität und autonomes Fahren geschlossenen Partnerschaften haben sich im Jahr 2017 gegenüber 2016 verdoppelt. (Grafik: Alix Partners)

 „Nur sehr große Hersteller sind in der Lage, die notwendigen Investitionen zu stemmen.“

Die Automobilindustrie konzentriere sich bei Käufen und Zusammenschlüssen vor allem auf Player aus dem Bereich Elektrifizierung und autonomes Fahren, heißt es. Sie würden mit 55 Prozent den Löwenanteil der Partnerschaften aus dem C.A.S.E.-Spektrum ausmachen, schreiben die Studienautoren. 

Standards und Regulierung sorgen für Unsicherheit

„In den kommenden Jahren wird die Autoindustrie gezwungen sein, weltweit Hunderte von Milliarden Euro auszugeben, um die Transformation ihrer Branche zu bewältigen. Viele der Investitionen in Elektrifizierung und autonomes Fahren werden sich aber erst spät rechnen. Hinzukommen Unsicherheiten im Hinblick auf Standards, Regulierung und Technologie. Autohersteller gehen eine Wette mit hohem Einsatz ein; sie brauchen viel Geld und einen langen Atem“, kommentiert Elmar Kades, Autoexperte und Managing Director bei Alix Partners.

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