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Google schickt Anti-Regulierungs-Propaganda an kleine Unternehmen

Google wirbt mit einer Hintergrundaktion um die Hilfe von kleinen Unternehmen. Der Konzern will damit sich damit offenbar vor kartellrechtlichen Vorschriften der US-Regierung schützen.

Von Hannah Klaiber
2 Min.
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Google-Zentrale in Mountain View. (Foto: dpa)

Viele Unternehmen bekommen aktuell elektronische Post von Google. Um Kleinbetriebe auf seine Seite zu ziehen, schürt der Großkonzern ein wenig Angst. Allerdings nicht im großen Stil in Form einer Pressemitteilung oder eines für Google typischen Blogbeitrags, sondern heimlich, still und leise mit einer diskreten Nachricht, die sich Google Maps bedient.

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Das Vorgehen von Google ist als Reaktion auf Gesetzesentwürfe des US-Kongresses, wie etwa den „Ending Platform Monopolies Act“ (Gesetz zur Beendigung von Plattform-Monopolen), zu werten. Dieser würde es Plattformbetreibern verbieten, ihre eigenen Dienste gegenüber der Konkurrenz zu bevorzugen. Deshalb weist Google kleine Unternehmen darauf hin, dass diese Gesetzesentwürfe es erschwerten, online Kunden zu finden. Der Rat des Internetgiganten an die kleinen Unternehmer lautet, sie sollten sich in dieser Angelegenheit an den für sie zuständigen Kongressabgeordneten wenden.

Eine neue Methode für Googles Lobbyarbeit

Dass sich Google auf die politische Ebene begibt, ist nicht neu. Meist tat der Konzern das in Form von schlagzeilenträchtigen Blogbeiträgen des hochrangigen Managers Sundar Pichai. Nun scheint Google allerdings eine neue Strategie anzuwenden. Anstatt eines öffentlichen Blogbeitrags wendet sich der Konzern im Hintergrund an Nutzer, die ein Unternehmen in Google Maps eingetragen haben. Diese berichten laut Ars Technica, dass sie unaufgeforderte E-Mails von Google und einen sogenannten „Aktionspunkt“ in der Benutzeroberfläche des Google-Business-Profils angezeigt bekämen, die beide auf die neue Anti-Kartell-Website von Google verweisen. Darin heißt es: „Neue Gesetze können sich auf Unternehmen auswirken. Die vorgeschlagenen Gesetze könnten es schwieriger machen, Ihr Unternehmen online zu finden“.

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Existenzangst als Instrument

Die Website ist voll von derartigen, beunruhigenden Formulierungen. Vom Verschwinden aus den Suchergebnissen bei Google ist die Rede, von weniger effektivem digitalen Marketing sowie nachlassender Produktivität der Unternehmen, die sich doch so auf Google als Werbemittel verlassen.

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Besorgten Unternehmern wird empfohlen, sich über die Gesetzesvorschläge zu informieren und sich in die neue Mailingliste für politische Aktionen von Google einzutragen. Im dazugehörigen Anmeldeformular heißt es: „Durch die Zustimmung erkläre ich mich damit einverstanden, dass Google mich über gesetzgeberische und regulatorische Themen, Veranstaltungen und Möglichkeiten der Interessenvertretung in Bezug auf mein Unternehmen kontaktiert.“

Suchmaschinenexperte Philipp Klöckner hat bereits im vergangenen Jahr im Interview mit T-Online darauf hingewiesen, dass die Politik die „letzte Macht“ sei, „die Google überhaupt noch angreifen“ könne. Google sei sich dessen bewusst. Laut Klöckner gibt das Unternehmen deshalb für seine Lobbyarbeit „mehr Geld aus als die drei größten amerikanischen Rüstungskonzerne zusammen“. Einiges davon fließe auch nach Brüssel, betonte er.

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