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Google Pay soll zur Shopping-Plattform ausgebaut werden

Über Google Pay könnten Nutzer künftig auf ein Girokonto zugreifen. (Foto: XanderSt/ Shutterstock)

Verbraucher könnten in Zukunft aus der Google-Pay-App heraus Waren bestellen können. Offenbar plant das Unternehmen ein entsprechendes Portal innerhalb der App, das Händler enger an Google binden könnte.

Google plant laut Medienberichten, seinen Zahlungsdienst Google Pay um ein E-Commerce-Portal zu erweitern. Wie The Information berichtet, sollen Händler noch in diesem Jahr die Möglichkeit bekommen, einen entsprechend gebrandeten Button in die App zu implementieren. Ziel ist es, dass der Kunde Waren und Dienstleistungen bei dem Händler aus der Google-Pay-App heraus bestellen kann, ohne die App verlassen zu müssen.

Offenbar will Google den Plan verschiedenen Unternehmen, darunter Tankstellen, Lebensmittelketten und große landesweite Restaurants, schmackhaft machen. Auch wenn noch nicht klar ist, wann die Pläne auch in Deutschland umgesetzt werden, könnte ein derartig „aufgebohrtes“ Apple Pay auch gut für den hiesigen Markt passen. Denn die Coronakrise hat selbst im bargeldaffinen Deutschland viele Kunden sensibilisiert für kontaktloses Bezahlen. Gerade wenn das auch für Kleinbeträge effizient funktioniert, wäre das ein geeigneter Ansatz.

Google Pay: Win-win-Situation für Händler und Banken

Profitieren könnten in diesem Zusammenhang auch die Banken – denn Dienste wie Google Pay oder Apple Pay funktionieren ja stets im Kontext eines Kontos – und Google erklärt selbst, dass man an den reinen Zahlungsvorgängen via Google Pay nichts verdiene. Während in den USA die Bindung an Kreditkartenzahlungen und bargeldlose Verfahren immer schon eng war, experimentiert Deutschlands Bankenwirtschaft seit Jahren mit zahlreichen auf der Girocard (landläufig immer noch EC-Karte genannt) basierenden Verfahren wie Paydirekt, Kwitt und Co.. Zumindest bei jüngeren und technikaffinen Zielgruppen hat sich indes gezeigt, dass Paypal und Klarna, aber auch Google Pay und Apple Pay sowie das geplante, aber noch immer nicht erhältliche Whatsapp-Pay durchaus erwünscht sind und genutzt werden.

Dabei hat übrigens Deutschland auch einen Vorteil: Weil es hierzulande eben nicht so üblich ist, beim Bezahlen die Karte zu zücken, könnte es funktionieren, den Kunden, der sein Smartphone ja ohnehin meist dabei hat, dazu zu bewegen, dieses vor den Scanner zu halten, um einen Zahlvorgang auszulösen. Noch leichter tun sich hier erfahrungsgemäß die Schwellenländer, die – anders als Deutschland und westeuropäische Länder – nicht über ein derartig ausgebautes Netz an Geldautomaten und Bankfilialen verfügen.

t3n meint:

Die Idee, die Google mit der Erweiterung der Google-Pay-App in Richtung des Handels verfolgt, ist offensichtlich: Man will den Handel – über den Kunden – enger an das eigene Ökosystem binden und auch auf der Angebotsebene mitverdienen. Denn anders als Apple Pay, das auf dem iPhone ja ein Alleinstellungsmerkmal hat, ist Google Pay insbesondere in Märkten mit sehr ausgeprägtem Payment-Angebot kein Selbstläufer.

Tobias Weidemann

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