Google SGE: Warum wir bald beim Onlineeinkauf anders suchen werden als bisher
Die Search Generative Experience (SGE) könnte zum ersten Mal seit etlichen Jahren das gesamte Geschäftsmodell der Google-Suche verändern. Dabei ist SGE vor allem die Antwort auf Microsofts Implementierung von ChatGPT in Bing.
Ändern könnte sich für Marken und Händler:innen, die online verkaufen und Produkte bewerben, die Art, wie Nutzer:innen im E-Commerce-Kontext suchen. Denn mehr als zwei Drittel der Produktsuchen mit Kaufabsicht beginnen in Deutschland bei Amazon.
Mit SGE will Google mit je nach Warengruppe unterschiedlichen Filtern arbeiten. Sie werden es den Kund:innen, so der Plan, in Zukunft ermöglichen, ähnlich wie bei einer Preissuchmaschine bestimmte Eigenschaften zu setzen oder auszuschließen. Doch gerade eine solche Herangehensweise steht und fällt mit den damit verbundenen Datenbanken und der Datenlage.
Ist Amazon bald nicht mehr der Startpunkt für die meisten Produktsuchen?
Auffällig ist, dass ein großer Teil von Googles Investitionen in die Suchergebnisse auf E-Commerce ausgerichtet ist – und das nicht nur mit Blick auf Google Shopping. Googles SGE-Engagement beschreibt die Transformation zum Plattformunternehmen. Insbesondere im Kontext von Chatbots und damit verbundene Beratungsleistungen könnte Google dabei zum virtuellen Berater werden.
Es ist vor allem einmal mehr die Möglichkeit, dass potenzielle Kund:innen so lange wie möglich auf der Google-Plattform respektive in den Ergebnislisten verbleiben können, bevor der Lead an die jeweilige Handelsseite übergeben wird.
Kopfzerbrechen dürfte dieser Wandel allerdings nicht nur Amazon bereiten (die zugegebenermaßen aus einer Position der Stärke heraus agieren), sondern eher den Vergleichsseiten, die beispielsweise bei technischen Produkten Features gegenüberstellen und die Interessent:innen dann auf eine Site weiterleiten.
Maschinenlesbare Datenlage wird immer wichtiger – nicht nur für die Suche
Das bedeutet zugleich, dass es wichtig bleibt, möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu erscheinen, da der Platz in den Suchergebnissen naturgemäß stark beschränkt ist. Noch ist unklar, nach welchen Kriterien Google hier gewichten wird und wie sich diese besagten Veränderungen auf den Algorithmus generell auswirken werden.
Wichtig ist aber gerade angesichts dieser Feature-orientierten Darstellungsweise, dass es für Onlinehändler:innen in Zukunft wichtiger denn je sein wird, die eigenen Eigenschaftsdaten maschinendurchsuchbar und gut strukturiert vorzuhalten. Das spielt allerdings auch bei anderen Dienstleistungen eine Rolle, etwa bei Content-Automatisierung und Aufbereitung von Inhalten für unterschiedliche Sprachversionen einer Website.