Google soll gegen eigene Richtlinien verstoßen haben: Das wird dem Tech-Riesen vorgeworfen

Google soll gegen die eigenen Werberichtlinien verstoßen haben. (Bild: Shutterstock/Melnikov Dmitriy)
Bereits Anfang August 2024 wurden Dokumente durch Financial Times enthüllt, die einen Verstoß Googles gegen seine eigenen Richtlinien offenbart haben. Diese legen eigentlich fest, dass Werbetreibende, die bei dem Tech-Riesen Werbung schalten, keine Nutzer:innen direkt ansprechen können, die unter 18 Jahre alt sind. Doch offenbar gibt es ein Schlupfloch, das aktiv ausgenutzt wird.
Google bietet „unbekannte“ Nutzer:innen an
Wie die Dokumente zeigten, warb Meta in einer großangelegten Kampagne über Google für Instagram. Da diese sich aber vor allem an eine jüngere Zielgruppe richten sollte, wurde dem Facebook-Unternehmen die Kategorie der sogenannten „unbekannten“ Google-Nutzer:innen angeboten. Laut Google finden sich dort alle User:innen, die kein Google-Account haben oder ihre Privatsphäreneinstellungen sehr strikt reguliert haben.
Allerdings haben mehrere Insider:innen verraten, dass Google sehr wohl genug Daten sammeln kann, um einige Eckpunkte der User:innen festzustellen. So finden sich in der „unbekannten“ Nutzergruppe sehr viele Teenager und junge Erwachsene. Zwar hat Google nach dem Bekanntwerden die Kampagne für Instagram eingestellt, doch gab es laut Adweek in der Vergangenheit weitere Vorfälle.
So haben sich mehrere Werbetreibende gemeldet. Einer von ihnen vertrat ein Unternehmen, das Teenager auf indirekten Weg über deren Eltern ansprechen wollte. Als das bei Google vorgeschlagen wurde, verwiesen die Mitarbeiter:innen ihn auf die „unbekannte“ Zielgruppe, da sich dort Teenager aufhalten und diese direkt Werbung bekommen könnten. Der Werbetreibende war zunächst geschockt, dass es eine solche direkte Missachtung der Richtlinien gab, willigte aber für seine Client:innen ein.
Bei einem weiteren Werbetreibenden meldete sich Google proaktiv. Er wollte Menschen über 16 Jahren erreichen, die schon Geld verdienen und ausgeben. Auch hier empfahl Google die besagte Kategorie, um 16-Jährige zu erreichen. Allerdings wurde das Angebot abgelehnt. In einem dritten Fall soll es sogar zu einem Treffen zwischen dem werbetreibenden Unternehmen und Google-Stellvertreter:innen gegeben haben.
Der Werbetreibende war frustriert, dass er keine Teenager mit seiner Werbung ansprechen konnte. Als er damit drohte, sein Geld stattdessen zu Meta zu geben, die diese Praktik (mit ein paar Einschränkungen) erlauben, knickten die Google-Mitarbeiter:innen ein. Sie haben auch diesem Werbetreibenden die „unbekannte“ Kategorie empfohlen, um seine Ziele zu erreichen.
So würde es aussehen, wenn Unternehmen ehrliche Werbung machen würden