Anzeige
Anzeige
News

UK ermittelt gegen Googles Werbegeschäft

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat eine Untersuchung eingeleitet, um sicherzustellen, dass das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt für digitale Werbetechnologie nicht missbraucht hat.

Von Hannah Klaiber
2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Google will Werbe-Cookies verbannen. (Foto: Shutterstock)

Google ist der erfolgreichste Anbieter für Onlinewerbung im World Wide Web: Mit einem Marktanteil von etwa 70 Prozent ist das Unternehmen unangefochtener Marktführer. Doch gerade das Werbegeschäft von Google halten Expert:innen im Bereich des Wettbewerbsrechts seit geraumer Zeit für höchst fragwürdig. 2021 leitete die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob die Rolle von Google in der Ad-Tech-Branche möglicherweise den Wettbewerb verzerrt. Dem Konzern wurde neben Mark Zuckerbergs Meta unter dem Decknamen „Jedi Blue“ vorgeworfen, den Wettbewerb im digitalen Werbemarkt massiv behindert zu haben. Google hatte daraufhin eine Reihe von Verbesserungen angekündigt. Einer der Pläne lautete, Cookies von Drittanbietern bis 2022 aus Chrome zu verbannen.

Zweite Untersuchung gegen Google

Anzeige
Anzeige

Nun wurde wegen Googles Dominanz auf dem digitalen Werbemarkt eine weitere Untersuchung in die Wege geleitet. Ziel: eine Prüfung der Werbepraktiken von Google in Großbritannien. Die Regulierungsbehörde befürchtet, dass Google seine eigenen Ad-Exchange-Dienste zum Nachteil von Konkurrent:innen illegal begünstigt haben könnte. Die CMA vermutet zudem, dass Google die Kompatibilität seiner Anzeigenbörse mit Anzeigenservern von Drittanbietern eingeschränkt hat, um konkurrierenden Anzeigenservern den Wettbewerb zu erschweren.

Anzeige
Anzeige

„Ein nachlassender Wettbewerb in diesem Bereich könnte die Werbeeinnahmen von Publishern verringern, die möglicherweise gezwungen sind, die Qualität ihrer Inhalte zu kompromittieren, um Kosten zu senken, oder ihre Inhalte hinter Paywalls zu stellen“, sagte Andrea Coscelli, Chief Executive der CMA, in einer Erklärung. „Es kann auch zu höheren Kosten für Werbetreibende kommen, die durch höhere Preise für beworbene Waren und Dienstleistungen weitergegeben werden.“

Anzeige
Anzeige

Googles Ad-Tech-Stack ist der CMA ein Dorn im Auge

Die neue Untersuchung hat das Ziel, tief in Googles „Ad-Tech-Stack“ einzutauchen – damit ist eine Reihe von Dienstleistungen gemeint, die den Verkauf von Online-Werbeflächen zwischen Verkäufer:innen (Publishern wie Online-Zeitungen und anderen Inhaltsanbietern) und Käufer:innen (Werbetreibenden) erleichtern. Google hat eine starke Position auf verschiedenen Ebenen des Ad-Tech-Stacks und erhebt sowohl von Publishern als auch von Werbetreibenden Gebühren. Aus diesem Grund untersucht die CMA drei Schlüsselelemente, bei denen das Unternehmen der größte Akteur ist.

Dazu gehören der Markt, der von Unternehmen genutzt wird, um Werbeflächen zu bewerben, die Anzeigenbörsen selbst, die den Verkauf dieses Inventars automatisieren, und die Ad-Server, die Werbung speichern und für die Anzeige auswählen. Im Grunde genommen stehen also alle wichtigen Teile, die das Online-Anzeigengeschäft zum Laufen bringen, im Fokus. Die CMA prüft, ob Google die Interoperabilität seines Ad Exchange mit Ad-Servern von Drittanbietern eingeschränkt oder diese Dienste vertraglich aneinander gebunden hat, wodurch es für konkurrierende Ad-Server schwieriger wird, sich durchzusetzen.

Anzeige
Anzeige

„Wir befürchten, dass Google seine Position in der Werbetechnologie nutzen könnte, um seine eigenen Dienste zum Nachteil seiner Konkurrenten, seiner Kunden und letztendlich der Verbraucher zu bevorzugen“, so Andrea Coscelli.

Übrigens: Im Jahr 2019 gaben britische Werbetreibende umgerechnet etwa 2,1 Milliarden Euro für diese Art von Onlinewerbung aus.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige