Anzeige
Anzeige
Analyse
Artikel merken

Robert Habeck fordert Recht auf Homeoffice: Wie stehen die Chancen auf ein Gesetz?

Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck spricht sich für ein Recht auf Homeoffice aus. Er begründet seinen Vorstoß mit dem Arbeits- und Fachkräftemangel. Doch nicht nur die Opposition ist dagegen. Auch in der Ampel gibt es Gegner.

3 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Robert Habeck fordert ein Recht auf Homeoffice. (Foto: Picture Alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler)

Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) plant Maßnahmen, um die Bürgerinnen und Bürger angesichts des demografischen Wandels zu mehr Arbeit zu motivieren. Dazu zählt auch, einen Rechtsanspruch auf flexibles Arbeiten zu prüfen. Es soll künftig gesetzlich möglich sein, aus dem Homeoffice zu arbeiten beziehungsweise auch die Arbeitszeit zu flexibilisieren. Das hat er dem Handelsblatt am Dienstag mitgeteilt.

Anzeige
Anzeige

„Wir werden den Arbeits- und Fachkräftemangel nur bekämpfen können, wenn wir an mehreren Schrauben drehen“, so Robert Habeck. Das sei zentral für die Zukunft des Standorts. Mehr Fachkräfteeinwanderung sei wichtig, erklärte der Bundesminister, „aber genauso müssen wir inländische Potenziale besser heben.“ Beobachterinnen und Beobachter fragen sich nun, wie realistisch ist ein Recht auf Homeoffice in Deutschland?

Recht auf Homeoffice: Die SPD beißt sich die Zähne aus

Seit Jahren versucht der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), den Beschäftigten ein Recht auf Homeoffice zu verschaffen, kam dabei aber nie besonders weit. In der Großen Koalition, noch vor der Pandemie, nahm sich die Politik erstmals vor, einen rechtlichen Rahmen für mobiles Arbeiten zu schaffen. Beschäftigte sollten zumindest einen Anspruch bekommen, zu erfahren, aus welchen Gründen ein Wunsch auf Homeoffice abgelehnt wird. Dies war aber nur ein Kompromiss, die SPD wollte ein echtes Recht auf Homeoffice, die CDU/CSU war dagegen.

Anzeige
Anzeige

Dann kam die Coronakrise. Bei der ersten Welle im Frühjahr 2020 stellten viele Unternehmen dann notgedrungen, unter gesetzlichen Rahmenbedingungen, auf Homeoffice um, um das Team vor Infektionen zu schützen und die betrieblichen Abläufe aufrechtzuhalten. Viele Beschäftigte kamen auf den Geschmack der ortsungebundenen Arbeit. Diese Situation versuchte Arbeitsminister Hubertus Heil zu nutzen. Im Oktober 2020 kündigte er ein „Mobile-Arbeit-Gesetz“ an, mit einem Recht auf Homeoffice für mindestens 24 Tage im Jahr.

Doch das Kanzleramt, geführt durch die CDU/CSU, machte schnell deutlich, dass Heil hier zu weit gegangen war. Im November 2020 legte er dann eine entschärfte Version des Gesetzentwurfs vor.

Anzeige
Anzeige

Es blieb dabei: Arbeitgebende müssen lediglich eine Ablehnung von Homeoffice-Wünschen irgendwie begründen. Seitdem geht es immer mal wieder um eine generelle Regelung für Homeoffice und mobiles Arbeiten. Beim Tauziehen zwischen der CDU/CSU und der SPD unterlagen die Sozialdemokraten jedoch jedes Mal erneut.

Mehr Homeoffice im Koalitionsvertrag der Ampel

Im Koalitionsvertrag der Ampel vom November 2021 kam das Thema dann erneut auf den Tisch, damals hieß es dazu: „Beschäftigte in geeigneten Tätigkeiten erhalten einen Erörterungsanspruch über mobiles Arbeiten und Homeoffice. Arbeitgeber können dem Wunsch der Beschäftigten nur dann widersprechen, wenn betriebliche Belange entgegenstehen. Das heißt, dass eine Ablehnung nicht sachfremd oder willkürlich sein darf.“

Anzeige
Anzeige

Im Grunde genommen könnte das der große Wurf sein. Passiert ist bislang dennoch nichts – bis jetzt!

Zwar sind die Inhalte im Koalitionsvertrag nicht bindend, sie gelten jedoch als Kompass für die gemeinsame Richtung, in die die regierenden Parteien sich bewegen möchten. Bereits zu Beginn 2022 ist jedoch schnell klar geworden, dass es ein Recht auf Homeoffice mit der FDP nicht geben wird. Man wolle zwar einen modernen Rahmen für die Heimarbeit schaffen, so Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Johannes Vogel, jedoch dürfe es keine weitere Bürokratie geben.

Soll heißen: Ob es ein Recht auf Homeoffice geben wird, hängt somit auch und vor allem von den Liberalen ab – die haben Vorstöße der Grünen und SPD jedoch, obwohl der Koalition angehörend, nicht zum ersten Mal blockiert. Ein Recht auf Homeoffice ist in Form eines verbrieften Gesetzes unter aktuellen Stand eher unwahrscheinlich.

In eigener Sache: In unserem t3n-Guide lernst du, wie Führen im Homeoffice am besten funktioniert und worauf Teamleitende und Personalverantwortliche achten sollten. Lerne mit unseren Praxisguides mehr für deinen Job! Hier geht’s zum Shop.

Arbeitsalltag: 10 Diagramme und Grafiken, die wir fühlen!

Instagramer Matt Shirley illustriert Arbeitsalltag: 10 Grafiken, die wir fühlen Quelle: Matt Shirley
Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige