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Analyse

Hermes eröffnet 5.000 neue Paketshops bis 2020: Immer noch zu wenig

Hermes erweitert sein Paketshop-Netz auf 20.000 Abholstationen. Im Bild: Hermes-Paketshop in Hamburg (Foto: Ibrahim Ott)

Der Paketdienst Hermes will sein Paketshop-Netz erweitern und modernisieren. 5.000 zusätzliche Shops plant die Otto-Tochter. Und bleibt immer noch weit hinter DHL zurück, die aber ebenso zögerlich planen.

15.000 Paketshops bietet Hermes seinen Kunden bisher, erst 2017 kamen 1.000 zusätzliche Shops dazu. Jetzt plant der Paketdienst bis ins Jahr 2020 5.000 neue Paketshops zu eröffnen, damit würde das Filialnetz auf 20.000 Stationen anwachsen. Zusätzlich sollen die Shops moderne Scanner-Technologie erhalten, um den voraussichtlich weiter anwachsenden Paketmengen Herr zu werden. Was nach viel Engagement klingt, ist in Wirklichkeit immer noch viel zu wenig.

Hermes will Alternativen für die Haustürzustellung bieten

„Zustellung an der Haustür ist zeitaufwändig, teuer und verursacht Verkehr und Emissionen. Durch eine konsolidierte Zustellung an Paketshops hingegen könnten in kürzester Zeit deutlich mehr Pakete mit deutlich weniger Fahrten ausgeliefert werden. Verkehr und Emissionen würden gesenkt, Lieferzeiten verkürzt. Zudem sind viele Menschen tagsüber ohnehin nicht zuhause, da bietet sich eine Abholung im Shop geradezu an“, begründet Hermes Vertriebsleiter Thomas Horst die Expansion des Paketshop-Netzes.

Der Paketdienst erhofft sich also eine Entlastung auf der sogenannten letzten Meile zum Kunden. Der Augenmerk bei der Auswahl der Partner für die Paketshops liegt deshalb auch auf möglichst verlängerten Öffnungszeiten.

Aufrüstung für die schnell wachsenden Paketmengen

Alle Paketshops rüstet Hermes durch den Technologiepartner Circlon-group mit neuen Handheld-Scannersystemen aus, die über Touchdisplay, WiFi- und 4G LTE-Konnektivität sowie Android-Betriebssystem verfügen. Die Geräte sollen sich durch intuitive Bedienbarkeit und verbesserte Scanleistung auszeichnen. Damit will Hermes seinen Handelspartnern unter anderem das Einlesen beschädigter, beschmutzter oder schwach gedruckter Barcodes erleichtern. Auch die Datenübertragung in die Online-Sendungsverfolgung soll beschleunigt werden.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein: Bei allen Paketdiensten viel zu wenig Paketshops

Oberirdischer Hermes-Paketshop am U-Bahnhof Feldstraße in Hamburg. (Foto: Ibrahim Ott)

Hermes bezeichnet als Pionier des Paketshops mit Verweis auf die ersten Paketshops im Jahr 1999, tatsächlich lagert die Deutsche Post den Verkauf und die Abwicklung von Postdienstleistungen schon seit 1993 an selbstständige Kaufleute und den Einzelhandel aus – meist als Ersatz für eine von der Post direkt betriebenen Filiale. Der Konzern Deutsche-Post-DHL verfügt laut eigenen Angaben über 28.000 Annahmestellen, davon 13.000 Postfilialen sowie 3.400 Paketstationen. Damit verfügt DHL in Deutschland über das dichteste Netz an Annahme- und Abgabestellen.

Aber auch die Post ist nur begrenzt ambitioniert, das Netz soll in den nächsten Jahren lediglich um 1.000 Verkaufsstellen und ein paar hundert Packstationen erweitert werden, wie dem Infoblatt Postforum im Januar 2018 zu entnehmen ist.

Der Ehrgeiz war früher noch größer: Im Juni 2013 verkündete DHL zum Start der Paketshops, dass bis Ende 2014 50.000 Annahmestellen geschaffen werden sollten. Davon scheint sich der Konzern irgendwann klammheimlich verabschiedet zu haben. Auf seiner Website spricht DHL aktuell von 28.000 Annahmenstellen, in der Zahl sind aber auch die 13.000 Postfilialen enthalten.

Die Paketdienste agieren hier viel zu zögerlich. DPD bietet aktuell rund 6.000, GLS rund 5.000 Paketshops. Ein wesentlich dichteres Netz an Abholstationen in unterschiedlichen Formen wäre eine Möglichkeit, um den Herausforderungen des Onlinehandels zu begegnen. Allein Amazons Umsatz in Deutschland wuchs 2017 um mehr als 20 Prozent an, auch der Bundesverband E-Commerce gibt für Multichannel-Händler ein Wachstum von über 20 Prozent an. Es ist davon auszugehen, dass die Versandmengen sich proportional dazu erhöhen werden.

Die langsam steigende Anzahl der Paketshops könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Paketdienste Schwierigkeiten bei der Ausweitung der Paketshop-Netze haben. Hermes beispielsweise zahlt Paketshopbetreibern 40 Cent pro Paket im Jahr 2013 ebenso wie 2018. Ein Kioskbesitzer berichtet bei Heise von einem monatlichen Zusatzeinkommen von bis zu 600 Euro durch Hermes. Dafür fertigt der Kiosk rechnerisch durchschnittlich bis zu 50 Pakete am Tag ab. Viele Päckchen für einen kleinen Kiosk.

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