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Huawei darf eingeschränkt beim 5G-Ausbau in Großbritannien mitmachen

US-Präsident Donald Trump scheitert mit dem Versuch, eine einheitliche Front im Westen gegen Huawei zu schmieden. Der traditionell enge Verbündete Großbritannien lässt den chinesischen Konzern in die 5G-Netze – wenn auch nicht in Kernbereiche.

3 Min.
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Gebäude mit Huawei-Logo in Kanada. (Foto: Paul McKinnon/Shutterstock)

Der chinesische Telekomriese Huawei darf sich unter Einschränkungen am Ausbau der superschnellen 5G-Mobilfunknetze in Großbritannien beteiligen. Anbieter, die als risikobehaftet gelten, sollen lediglich von Kernbereichen des Netzes ausgeschlossen werden, teilte die Regierung am Dienstag nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats in London mit. Damit wäre der Weg für die Verwendung von Huawei-Technik zumindest in Teilen der Infrastruktur frei – auch wenn der chinesische Konzern nicht direkt erwähnt wurde. Auch der chinesische Huawei-Wettbewerber ZTE kann davon profitieren.

Keine chinesische Technik in der Nähe von AKW und Militärstützpunkten

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Nach der Entscheidung des britischen Regierung sollen „hochriskante Anbieter“ aus besonders sensibler Infrastruktur mit Bedeutung für die nationale Sicherheit sowie aus Gegenden in der Nähe von Atomkraftwerken und Militärstützpunkten herausgehalten werden. Ihre Beteiligung wird grundsätzlich auf einen Anteil von 35 Prozent an der Zugangs-Infrastruktur reduziert, über die sich Geräte wie Smartphones mit Netzwerk-Antennen verbinden.

Mit der Entscheidung dürfte Premier Boris Johnson den US-Präsidenten Donald Trump verärgern, der dem größten Netzwerkausrüster und zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt Spionage vorwirft. Die Vereinigten Staaten hatten ihre Verbündeten aufgefordert, nicht mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten. Das Weiße Haus teilte mit, Johnson und Trump hätten telefoniert. Dabei sei es auch um Telekommunikationssicherheit gegangen.

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US-Regierung zeigt sich enttäuscht

Ein ranghoher Beamter aus dem Weißen Haus äußerte sich enttäuscht über den Beschluss der Briten. Es gebe keine sichere Option, nicht vertrauenswürdigen Anbietern die Kontrolle auch nur über einen Teil eines 5G-Netzwerks zu überlassen. Man rufe weiterhin alle Länder auf, die langfristigen Folgen für die nationale Sicherheit abzuwägen.

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Der chinesische Netzwerkausrüster weist die Spionagevorwürfe stets zurück. Huawei-Vizepräsident Victor Zhang sagte am Dienstag, das Unternehmen fühle sich durch den britischen Beschluss bestätigt. „Die auf Beweisen fußende Entscheidung wird zu einer fortschrittlicheren, sichereren und kostengünstigeren Telekom-Infrastruktur führen, die fit für die Zukunft ist.“ Es gebe Großbritannien Zugang zu Technologie von Weltklasse und sorge für einen wettbewerbsfähigen Markt.

5G soll dank extrem schneller Reaktionszeit eine Kommunikation praktisch in Echtzeit ermöglichen. Das gilt als wichtige Voraussetzung zur Fernsteuerung von Industrieanlagen oder Roboterautos.

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Experten warnen vor einem Verschwimmen der Grenzen durch 5G

Zugleich steckt in 5G-Netzen viel mehr Computertechnik auch in Infrastruktur wie Antennen, was sie anfälliger für Spionage und Sabotage machen kann. Einige IT-Sicherheitsexperten warnen, dass in der 5G-Infrastruktur die Grenze zwischen einem besonders schützenswerten Kernnetz und weniger gefährdeten Randbereichen verschwimme. Auch der britische Sicherheitsrat räumte ein, dass die sensiblen Aufgaben bei 5G stärker im Netz verteilt seien. Man könne die sicherheitsrelevanten Funktionen Netze aber trotzdem abschirmen und schützen.

Die Entscheidung hat eine erhebliche politische Dimension. Großbritannien hofft auf ein lukratives Handelsabkommen mit den USA nach dem Austritt aus der Europäischen Union. Der Streit um Huawei könnte die Verhandlungen erheblich belasten.

Eine mögliche Beteiligung von Huawei am 5G-Ausbau in Großbritannien war unter anderem auch in Johnsons Konservativer Partei auf Widerstand gestoßen. So hatte der Parlamentarier Tom Tugendhat gewarnt, dies wäre vergleichbar mit „der Erlaubnis, den Fuchs in den Hühnerstall zu lassen“.

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Auch in Deutschland wird seit Monaten darüber diskutiert, ob Huawei vom 5G-Ausbau in Deutschland ausgeschlossen werden soll. Noch unklar ist, ob Anforderungen für die 5G-Sicherheit in einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes oder im IT-Sicherheitsgesetz 2.0 landen.

Am Mittwoch will auch die EU-Kommission Sicherheitsempfehlungen für die Mitgliedsländer vorstellen. dpa

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Kommentare (2)

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Peter Heber

Guten Morgen,
kann mir einer erklären, warum Huawei ständig mit Spionage in Verbindung gebracht wird?
Aber über die bekannten Ports und Schnittstellen der Amerikanischen Hersteller von IT Technik, wo die CAI und andere Amerikanischen Institutionen ohne Probleme auf jegliche Daten zugreifen können, wird nicht berichtet??
Ist das gewollt oder einfach nicht bekannt?

Titus von Unhold

Das ist ein Wertebias: Die US-Amerikaner sind immerhin die Guten und unsere Freunde, die Chinesen nicht.

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