Test

Ultrakompakt und mit sattem Sound: Huawei Matebook X im Test

Huawei Matebook X. (Bild: Huawei))

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Das Matebook X ist Huaweis erstes Notebook, das nicht nur äußerst schlank und kompakt gebaut ist, sondern auch rechenstarke Core-i-Prozessoren an Bord hat. Wir haben die flinke Flunder ausprobiert.

Huawei Matebook X: Viel kompakter gehts kaum

Huawei kommt wohl den wenigsten in den Sinn, wenn es um Notebooks geht. Kein Wunder, schließlich feierte das chinesische Unternehmen erst im letzten Jahr mit dem 2-in-1-Rechner Huawei Matebook Premiere auf dem Windows-10-Sektor. Im Mai dieses Jahres hat Huawei gleich zwei neue Modelle für den europäischen Markt vorgestellt: den direkten Nachfolger des Matebooks, das Matebook E – und das erste waschechte Notebook: das Matebook X.

Kaum Rahmen ums Display: das Matebook X ist mit seinen Abmessungen von 286 x 211 x 12,2 mm kompakt. (Bild: Huawei)

Beim Matebook X handelt es sich um ein äußerst kompaktes Notebook mit edlem Aluminiumgehäuse und einem 13-Zoll-IPS-Display, das mit 2.160 x 1.440 Pixeln auflöst. Das nahezu rahmenlose Gerät ist nur 12,5 Millimeter dünn und besitzt ein sagenhaftes Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 88 Prozent – der Rahmen zwischen Display und Gehäuse beträgt lediglich 4,4 Millimeter.

Das Matebook fühlt sich hochwertig an, ist stabil und es lässt sich auch bei geöffnetem Display mit einer Hand heben, ohne dass es flext. Erfreulich: Das Display lässt sich bequem mit einer Hand hochklappen, ohne den Rest des Geräts mit anzuheben. Dies ist leider immer noch bei vielen Notebooks ein Ärgernis.

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Das Huawei Matebook X besitzt viel Technik auf wenig Raum. (Foto: t3n)

Da Huaweis Matebook X aufgrund seines Metallgehäuses und dem reduzierten Design eine gewisse Ähnlichkeit zu Apples Macbook besitzt, kommen wir nicht umhin, einen Vergleich der Abmessungen zu machen: Das Matebook X ist mit seinem 13,3-Zoll-Display 286 x 211 x 12,6 Millimeter groß, das Macbook Apples misst 280,5 x 196,5 x 13,1 Millimeter. Beim Gewicht – 1,02 gegen 0,95 Kilogramm – nehmen die beiden sich nicht viel. Neben das 13,3-zollige Macbook Air gelegt, wirkt das Matebook X regelrecht winzig:

Größenvergleich: Apples Macbook Air neben dem Huawei Matebook X. (Foto: t3n)

Sowohl das Matebook X als auch das Macbook werden lüfterlos betrieben – während Apple seinem kompakten macOS-Rechner Intels Core-M-Prozessoren einsetzt, geht Huawei einen Schritt weiter: im Matebook X stecken je nach Variante Intels Core-i5- oder i7-Prozessoren der siebten Generation. Eigentlich erfordern die performanteren Chips einen Lüfter – durch eine besondere Kühlungs-Technologie (Phasenwechselmaterialien) aus der Raumfahrt hat Huawei es dennoch hinbekommen, das Notebook lüfterlos zu bauen, ohne Kompromisse in puncto Performance eingehen zu müssen. Im Laufe der Nutzung ist das Gerät nie heiß gelaufen, auf der Unterseite wird es bei rechenintensiven Aufgaben und beim Aufladen aber spürbar wärmer.

Das Huawei Matebook X besitzt viel Technik auf wenig Raum. (Foto: t3n)

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Display, Keyboard, Ausstattung und Performance

Das Display des Matebook X mit seiner 2K-Auflösung besitzt ein Seitenverhältnis von 3:2, was bei Notebooks eher ungewöhnlich ist, aber sich seit einiger Zeit allmählich verbreitet. Microsofts Surface Laptop und weitere Modelle der Surface-Reihe besitzen das gleiche Format. Microsoft erklärt, ein 3:2-Display habe den Vorteil, dass das Gerät die Abmessungen eines 13-Zoll-Notebooks hätte, die Display-Fläche entspreche aber eher der eines 14-Zoll-Notebooks im 16:9-Format. Das gilt selbstredend auch für Huaweis Matebook X.

Zwar ohne Touch, aber hell und knackig. (Foto: t3n)

3:2-Displays sind höher als die üblichen 16:9-Displays – beim Matebook X fällt dieser Aspekt aber kaum auf, da es dank seiner ultraschmalen 4,4-Millimeter dünnen Ränder um den Screen außerordentlich kompakt daherkommt. An der Displayqualität ist nichts zu meckern: Es ist hell, Farben werden brillant dargestellt und kontrastreich ist es auch. Für manch einen dürfte allerdings die Tatsache, dass der Screen keine Touch-Funktion besitzt, ein Ausschlusskriterium für den Kauf sein. Es sollte erwähnt werden, dass Huawei kein mattes sondern ein glänzendes Display verbaut hat – entsprechend spiegelt es bei Lichteinfall.

Gutes, großes Keyboard

Auf dem Chiclet-Keyboard mit Hintergrundbeleuchtung des Matebook X lässt es sich angenehmen tippen – auch längere Texte. Die einzelnen Tasten fallen im direkten Vergleich zu denen des Macbook Air sichtbar größer aus, entsprechend nimmt das Keyboard auch einen Großteil der Gehäusefläche ein. Aufgrund der geringen Gehäusedicke des Notebooks ist der Tastenhub verhältnismäßig kurz – man hat sich aber rasch daran gewöhnt.

Auf dem Keyboard des Huawei Matebook X lässt es sich gut schreiben. (Foto: t3n)

Das Touchpad besitzt eine noch akzeptable Größe, könnte aber gerne ein wenig mehr Raum vereinnahmen. Immerhin unterstützt es Microsofts Präzisionstouchpad-Gesten, mit denen sich diverse Funktionen ausführen lassen – beispielsweise zeigt ein Dreifingerwisch nach oben die „aktiven Anwendungen“ an. Ein Wisch mit drei Fingern nach unten blendet den Desktop ein.

Das Huawei Matebook X unterstützt Microsofts Touchpadgesten. (Bild: Microsoft)

In Sachen Performance macht das Matebook X eine gute Figur, was nicht zuletzt mit dem Intel-Core-i-Prozessor der siebten Generation zu tun hat. Unser Testgerät besitzt einen Core-i5-7200U-Prozessor, Intels HD 620 Grafik, acht Gigabyte RAM und eine 256-Gigabyte SSD. Der SSD-Speicher legt ein ordentliches Tempo an den Tag und schafft laut Crystaldiskmark ordentliche Lese- und Schreibraten von bis zu 1.296 respektive 648 Megabit pro Sekunde. Das Matebook X liefert Top-Performance bei Bildbearbeitung und den üblichen täglichen Aufgaben, selbst das eine oder andere Spiel lässt sich spielen, wobei man die Details herunterdrehen muss – aber das ist auch bei Notebooks mit Core-i-Chips anderer Hersteller der Fall.

Huaweis Matebook X im Crystaldisk-Benchmark. (Bild: t3n)

Bei der Akkulaufzeit verspricht Huawei, dass der 5.449-Milliamperestunden-Akku etwa zehn Stunden halten soll. Das ist in bestimmten Szenarien auch durchaus erreichbar. Wer aber mehr als nur Word nutzt und mehrere Anwendungen wie Chrome oder Edge, die Mail-Anwendung und andere Apps wie Spotify und verwendet, dürfte eher auf sieben Stunden kommen. Notebooks der Konkurrenz wie Apples Macbooks oder Dells XPS 13 oder HPs Spectre 13 liefern etwas mehr. Andererseits sind die Geräte in den meisten Fällen nicht so kompakt wie Huaweis Matebook X.

Aufgeladen wird das Matebook X per USB-C-Port. (Foto: t3n)

Der Sound des Huawei Matebook X: Eines der lautesten Notebooks auf dem Markt

Was die weitere Ausstattung angeht, stecken im Matebook X Bluetooth 4.1, und WLAN nach ac-Standard. Das sind allerdings die üblichen Standards, die in den meisten Notebooks verbaut sind. Im Unterschied zu den meisten Windows-Notebooks setzt Huawei auf einen biometrischen Fingerabdrucksensor, der elegant in den Powerbutton eingelassen wurde und mit Microsofts Windows Hello verknüpft ist. Auf einen Irisscanner für Windows Hello hat Huawei allerdings verzichtet, was zu verschmerzen ist.

Aus den Lautsprecher-Öffnungen kommt bei Bedarf viel Sound. (Foto: t3n)

Während Microsoft bei seinem Surface Laptop weiterhin auf USB-Typ-A setzt, ist Huawei (wie auch viele andere Hersteller) auf der Höhe der Zeit und setzt auf USC-C-Ports. Allerdings sind lediglich zwei von ihnen verbaut, von denen nur der linksseitige als Anschluss für das Netzteil genutzt werden kann. Zur Erweiterung des spärlichen Anschlussangebots liegt dem Matebook eine Dockingstation bei: Sie umfasst einen USB-C, einen klassischen USB-Typ-A-Anschluss sowie HDMI- und VGA-Ports.

Eines der Highlights des Notebooks ist neben der kompakten Bauweise und dem Core-i5-Prozessor der Sound: Huawei hat zusammen mit Dolby ein Atmos-Soundsystem für das Matebook X entworfen, das einen satten, lauten und klaren Klang produziert. Die zwischen dem Display und dem Keyboard verbauten Speaker dürften zu den besten gehören, die in einem Notebook zu finden sind. Sie reichen ohne Weiteres aus, um sich Videos anzusehen  oder raumfüllend (abhängig von der Raumgröße) Musik zu hören.

Mit der Dolby-App könnt ihr den Sound optimieren. (Bild: t3n)

Softwareseitig wird das Sound-System von einer vorinstallierten Dolby-Atmos-App unterstützt, mit der ihr zwischen diversen Soundprofilen wie Film, Musik und weiteren wechseln könnt. Falls ihr ein eigenes Profil anlegen wollt – es gibt auch einen Equalizer.

Bei der Installation von Zusatzsoftware hält Huawei sich weitgehend zurück. Seitens Microsoft sind abgesehen von den üblichen Windows-Systemanwendungen wie üblich die Apps Candy Crush Soda Saga und Groove Music vorinstalliert. Von Huawei stammen nur der Sound-Manager und ein Matebook-Manager. Mit Letzterem erhaltet ihr eine Übersicht über das System wie aktuelle Treiber, außerdem soll die Anwendung bei der Fehlersuche helfen – des Weiteren besitzt der Manager eine Backup-Lösung.

Fazit: Gelungener Einstieg in den Notebookmarkt

Huawei baut nicht nur gute Smartphones. (Foto: t3n)Huawei hat mit seinem ersten klassischen Notebook ein überaus gutes Debüt hingelegt. Das Matebook X ist top verarbeitet und äußerst kompakt, das Display mit seinen dünnen Rändern abgesehen vom Fehlen des Touchscreens sehr gut. In Sachen Performance liefert das Matebook X solide Resultate und dürfte für die meisten User locker ausreichen.

Wenn ihr auf der Suche nach einem schicken, schnellen, leisen und zugleich lauten Notebook seid, das sich locker mitschleppen lässt und dennoch ein verhältnismäßig großes Display besitzen soll, dürfte das Matebook X ganz eure Kragenweite sein. Vor allem, wenn ihr Apples Macbook-Design als Referenz seht, aber ein Windows-Gerät wollt, gehört Huaweis Modell ohne Zweifel in die engere Auswahl. Das Matebook X ist allerdings kein Schnäppchen: Es kostet mit Core-i5-Prozessor, acht Gigabyte RAM und 256 Gigabyte SSD etwa 1.400 Euro*. Derzeit wird es in Deutschland nur in Grau verkauft, zu einem späteren Zeitpunkt könnte es möglicherweise noch in den weiteren Farben Gold und Rosé angeboten werden.

In diesem Farben wurde das Huawei Matebook X vorgestellt. (Bild: Huawei)

Falls euch der Preis des Matebook X zu hoch sein sollte, könnt ihr einen Blick auf Alternativen wie das Asus UX330UA oder das HP Spectre 13 werfen. Das Asus besitzt einen Core-i7-Prozessor, acht Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher, dafür ist es allerdings größer und nicht lüfterlos. Es kostet bei Amazon um die 1.000 Euro*. Das HP x360 ist ultradünn, hat auch Core-i-Chips verbaut, sowie acht Gigabyte RAM und Thunderbolt-Ports. Es kostet ab 1.000 Euro*.

Pro:

  • ultrakompakt
  • leicht
  • hochwertig verarbeitet
  • gute Performance
  • lüfterloses Design
  • bequemer Fingerabdruckscanner
  • laute Speaker

Kontra:

  • kein Touchdisplay
  • nur über einen USB-C-Port aufladbar
  • maximal acht Gigabyte RAM

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Ein Kommentar
Peter
Peter

Größenvergleich mit dem MacBook Air? What?! Wenn dann ja wohl mit dem MacBook und wenn der Tester nur ein veraltetes MacBook Air besitzt, stellt sich die Frage, ob er die Kompetenz zum testen besitzt.

Antworten

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