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Ikea: Ohne Luca kommst du nicht rein

Der Möbelriese Ikea setzt jetzt die umstrittene Luca-App für den Eintritt in einige seiner Filialen voraus. Experten warnen, dieser Weg habe einen teuren Preis. Bei anderen Ketten ist der App-Einsatz optional.

3 Min. Lesezeit
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Unter anderem in Berlin fordert Ikea die Luca-App zum Eintritt in die Filiale. (Foto: MDart10/Shutterstock)


Einige Ikea-Filialen, etwa alle Standorte in Berlin, verlangen neben einer FFP-2-Maske nun auch einen Corona-Test und die Luca-App. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, darf eintreten. Dafür braucht man ab dem 14. April auch keinen Termin mehr. Auf Nachfrage räumt Ikea jedoch ein, man biete weiterhin alternativ das Eintragen in ein Kontaktformular an. Der europäische IT-Verein CCC kritisierte die Luca-App zuletzt scharf und sprach von „eklatanten Mängeln“ und forderte eine „Notbremse“. Zugleich wundern sich Bürger, dass die App „trotz Konkurrenten, die genauso schlecht sind“ (O-Ton CCC), in vielen Bundesländern ohne ordentliches Vergabeverfahren angeschafft wurde. Rund 20 Millionen Euro hat das bisher die Steuerzahler gekostet.

Apollo-Optik und Thalia: Luca-App als Option

Während bei Galeria Kaufhof und Ikea die App Pflicht ist, sehen sie andere Handelsketten als Option vor. So sagte Apollo-Chef Jörg Ehmer dem Spiegel: „Wir ermöglichen es unseren Kundinnen und Kunden, die App zu nutzen. Gleichzeitig gibt es aber keinerlei Verpflichtung dazu.“ Der Buchhändler Thalia handelt zwar ähnlich, erklärt aber auch eine klare Tendenz: „Wir plädieren dafür, diesen Aufwands-Irrsinn für Behörden und Unternehmen zu beenden und die Luca-App als bundesweiten Standard zu etablieren.“

PR-Coup oder Glaubenskrieg?

Während die Welt bereits von einem „genialen Marketing“ spricht, schütteln Datenschützer*innen den Kopf. So sagte Theresa Stadler von der Technischen Universität Lausanne EPFL am Dienstag, es sei bedauerlich, dass die Diskussion um Luca die fachliche Ebene verlassen habe. Bei Twitter kursieren bereits Ein-Zeilen-Codes, um ein Fake-Event zu erstellen und dessen Gästezahlen nach Belieben zu manipulieren. Andere Nutzer haben sich zu Hunderten zum Schein in Geschäften und Tierparks eingecheckt. Zuletzt gab ein User an, sich in einem Bordell als Armin Laschet eingeloggt zu haben. Ende April soll die Corona-Warn-App ebenfalls zum Check-In verwendet werden können – ohne privatwirtschaftlichen Betreibern eine Menge Nutzungs- und Bewegungsdaten zuzuschustern. Zuvor schaffte es der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga nicht, der eigenen Lösung „Intrada“ genug Zuspruch zu verschaffen.

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Alexander
Alexander

Die datenschutzfreundliche Corona Warn App ist freiwillig, aber die Geschäfte wollen Luca verpflichtend einsetzen? Luca, das alles auf einem Server speichert, dessen Daten mit EINEM Passwort für sämtliche Gesundheitsämter abrufbar sind?

Antworten
Dieter Petereit

Die Läden sehen wohl in Luca immer noch eine weit attraktivere Alternative zur sonst verpflichtenden Zettelwirtschaft. Mit Luca haben sie weit weniger Arbeit. Und, auch wenn das heutzutage irgendwie als unschick gilt, sind Unternehmen immer noch betriebswirtschaftlich und nicht planwirtschaftlich unterwegs.

Antworten
Raimund Schesswendter

Also eins ist natürlich richtig: Diese Zettelwirtschaft war von vorneherein Quatsch – und das im Jahre 2020. Aber dennoch war es von der Politik unverantwortlich diese App ohne jede weitere Prüfung als Heilsbringer zu proklamieren. Dass die Unternehmen dankbar für die Vorlage waren, kann man ihnen tatsächlich nicht vorwerfen. Ich denke, die Politik hätte diese Funktionen sehr viel früher in die insgesamt viel sicherer und durchdachtere Corona-Warn-App integrieren müssen. Dann wäre dieser Luca-Quatsch gar nicht erst aufgekommen.

Jens
Jens

Ursprünglich war ja auch mal geplant (oder ist es noch?) dass genau diese Checkin-Funktion auch in der Corona Warnapp zur Verfügung stehen soll.

icu
icu

Die Läden können ja machen was sie wollen. Ob die Kunden mitspielen wird sich zeigen.
Ikea ist ja schon groß.

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