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Analyse

Instant Payment: Warum Geld in Echtzeit für Onlinehändler wichtig ist

Bezahlen in Echtzeit sollte in Zeiten von Paypal Standard sein. Deswegen kämpfen viele große Onlinehändler für Instant Payment. (Bild: mirtmirt / Shutterstock)

Gerade für größere Onlinehändler sind der Cashflow und die Zeit zwischen Bezahlung durch den Kunden und Verfügbarkeit des Geldes ein entscheidendes Problem. Instant Payment soll’s richten.

Instant Payment ist eines der am heißesten diskutierten Themen im E-Commerce-Bereich. Gerade große Händler wollen ihr Geld gleich und möglichst wenig zeitlichen Versatz. Das ist verständlich, denn gerade in Zeiten wie dem Weihnachtsgeschäft oder im Zusammenhang mit umsatzstarken Aktionen müssen Händler ansonsten viel zwischenfinanzieren. Das ist nicht nur ein teures Unterfangen, sondern scheitert oftmals auch an organisatorischen Reibungsverlusten durch den hohen Aufwand für die finanzierenden Banken oder Payment-Dienstleister.

Die Überweisung in Echtzeit ist eine Bezahlform, die erst wenige Banken zwischen Endkunden anbieten, die aber immer mehr Händler und Business-Kunden einfordern. Denn es gibt heute keinen triftigen technischen Grund mehr für lange Zahlungslaufzeiten – gerade im Zusammenhang mit Wochenenden und Feiertagen können schnell einige Tage ins Land gehen, bis eine Zahlung von Kunde A bei Händler oder Versender B ist. Schnellere Geldtransfers kommen dabei nicht nur dem Händler zugute, sondern auch dem Kunden, weil der Händler schneller versenden kann.

Für wen sich Instant Payment eignet

In Deutschland bieten beispielsweise die Hypovereinsbank und die Sparkassengruppe (hier aber noch nicht alle Institute) Instant Payment an, viele Banken arbeiten aktuell an der Umsetzung. Dabei handelt es sich um eine SEPA-basierte Überweisung, die in den 34 beteiligten Ländern erfolgen kann und deren Wert maximal 15.000 Euro betragen darf. Für große B2B-Transfers eignet sich das Bezahlverfahren somit eher weniger. Für alles, was unter klassischen Endkunden-E-Commerce fällt, dagegen schon.

Das Potenzial, das Instant Payment für den Onlinehandel hat, ist aber auch der techischen Schnittstelle geschuldet, die einheitliche Informationsprozesse über den Geldeingang online bereitstellt, damit die sekundenschnellen Zahlungen nicht nur im Unternehmen eingehen, sondern auch in Echtzeit automatisiert verarbeitet werden können. Netter Nebeneffekt für den Kunden ist übrigens, dass bei dieser Bezahlvariante der Händler nicht mehr die kompletten Bankdaten bekommen muss, sondern im Idealfall nur ein Verifizierungs-Flag, das eine Benachrichtigung seitens der Bank erhält, dass die Zahlung erfolgt ist.

Instant Payment: Schnellere Versandzeiten möglich

Die Otto-Gruppe hat jetzt in Zusammenarbeit mit der zum Konzern gehörenden Hanseatic Bank eine eigene API-Schnittstelle entwickelt, die solche Instant-Payment-Zahlungen empfangen und mit Kundenservices verknüpfen kann. Man sei damit, so Michel Billon, Geschäftsführer bei der Hanseatic Bank, die „erste deutsche Bank, die zusammen mit einem Handelsunternehmen eine Lösung bereitgestellt habe“. Für Kunden, die bei Otto bestellen, wird der Vorteil allerdings erst auf den zweiten Blick deutlich: Anders als sonst wird den Kunden der Zahlungseingang gleich im Kundenkonto angezeigt, und der Händler kann die Ware direkt in den Versand geben.

Dass die Hanseatic Bank das Bezahlverfahren für die Kunden vorantreibt und auch andere Banken über die Möglichkeiten bereitwillig informiert, erfolgt nicht ganz uneigennützig: Denn eine flächendeckende Verbreitung von Instant Payment nutzt dem Unternehmen in der Konkurrenz mit anderen großen Playern im E-Commerce ebenso – durch kürzere Versandzeiten und Einsparungen bei den Prozessen.

Umgekehrt ist Instant Payment für die Banken ein wichtiges Thema, weil die Kunden angesichts von Diensten wie Paypal für die schneckengleiche Geschwindigkeit einer herkömmlichen Lastschrift oder einer Überweisung nur noch wenig Verständnis zeigen. Dabei setzt sich, zumindest wenn man mit den Banken- und Sparkassenvertretern inoffiziell spricht, die Meinung durch, dass gerade das keine Dienstleistung mehr ist, für die das Geldinstitut zusätzlich Geld verlangen kann.

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