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DDoS: IoT-Geräte legten am Freitag das Internet lahm, wohl nicht zum letzten Mal

(Foto: Ditty_about_summer/shutterstock.com)

Twitter, Github, Airbnb und die New York Times waren am Freitag von einer riesigen DDoS-Attacke betroffen. Der Angriff ging von Toastern und anderen IoT-Geräten aus.

Auch betroffen vom DDoS-Angriff: Etsy, Spotify, Shopify, Paypal, Netflix, Soundcloud …

Ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) auf die von der Infrastruktur-Firma Dyn verwaltete DNS-Infrastruktur legte am Freitag unzählige Internet-Dienste lahm, wie wir berichteten. Ein solcher DDoS-Angriff sendet eine große Zahl unerwünschter Anfragen von Millionen unterschiedlichen Geräten, die das betroffene System lahmlegen. Erwünschte Anfragen von echten Nutzern können dadurch nur noch sehr langsam oder gar nicht beantwortet werden. Jetzt gibt es bereits mehr Details zum Angriff, wer dahinter steckt, ist aber nach wie vor unklar.

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Betroffene Internet-Nutzer, die den DDoS-Angriff bemerkten. (Screenshot: downdetector.com)

Die Attacken am Freitag begannen laut einem Statement von Dyn um 13 Uhr mitteleuropäischer Zeit, zwei Stunden später konnten die lahmgelegten Dienste wieder online gebracht werden. Kurz darauf kam es aber zu einer zweiten Welle. Diese führte zu einem großflächigeren Ausfall der Dienste, nach etwa einer Stunde konnte aber auch diese Attacke von Dyn abgewehrt werden. Ein dritter Angriff wurde von Dyn ebenso bestätigt, dieser wurde aber ohne eine sichtbare Beeinträchtigung bekämpft.

Dyn hält fest, dass es sich um keinen weltweiten Ausfall handelte, was die Karte mit den betroffenen Nutzern bestätigt. Die erste Angriffswelle etwa bemerkten hauptsächlich User an der US-Ostküste. Reuters berichtet, dass Twitter-Nutzer beispielsweise in London ebenso einen Ausfall bemerkten. Andere konnten Amazons Web-Service in West-Europa nicht aufrufen.

Internet of Things legte am Freitag Teile des Internets lahm

Von Überwachungskameras, dem Thermostat oder dem mit dem Internet verbundenen Toaster gingen die Anfragen dieses DDoS-Angriffs aus. Der IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs erklärt in einem Blogpost wie es geht, dass Internet of Things-Geräte für DDoS-Attacken verwendet werden. Er weiß, dass im letzten Monat ein Hacker mit dem Namen Anna_Senpai den Sourcecode zur Schadsoftware Mirai online stellte. Ein ähnlicher Angriff wie am Freitag legte im September die Website von Krebs lahm. Dyn bestätigt, dass es sich bei dem Angriff am Freitag um ein Mirai-Botnet handelte. Der Sourcecode zur Malware ist auf Github für jeden einsehbar.

Die Security-Research-Firma Flashpoint hebt hervor, dass die Verbindung der beiden Angriffe bis jetzt aber noch unklar ist. Allison Nixon, ebenso von Flashpoint, stellte gegenüber Reuters außerdem klar, dass sie keinen Grund sieht, anzunehmen, dass ein staatlicher Angriff hinter der DDoS-Attacke von Freitag steht.

Strengere Richtlinien für Internet of Things-Geräte

Die DDoS-Attacken von Freitag wurden hauptsächlich von kompromittierten Videorekordern und Kameras, die mit Bauteilen der chinesischen Firma Xiong-Mai Technologies ausgestattet sind, ausgetragen. Krebs plädiert für strengere Regulierungen von IoT-Geräten in Europa, denn besonders die betroffenen billigen Geräte stellen eine dauerhafte Gefahr dar. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf, der schärfere Sicherheits-Regulierungen rund um Internet of Things-Geräte vorsieht.

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