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Jack Dorsey soll weg: Trump-Unterstützer kauft Twitter-Aktien in großem Stil

Twitter-Chef Jack Dorsey. (Foto: dpa)

Trump-Unterstützer Paul Singer kauft mit seinem Investmentfonds Elliott Management große Mengen Twitter-Aktien. Offenbar soll dadurch genug Einfluss angehäuft werden, um Twitter-Chef Jack Dorsey abzusetzen.

Wie Bloomberg berichtet, hat Singers Investmentfond bereits zum jetzigen Zeitpunkt genügen Twitter-Anteile gekauft, um in der nächsten Hauptversammlung vier Direktoren für drei frei werdende Plätze im Aufsichtsrat von Twitter vorschlagen zu können. Dabei soll die Besetzung wichtiger Schaltstellen des Unternehmens mit Singer-Kandidaten letztlich das Ziel der Entfernung Jack Dorseys aus dem Amt des CEO verfolgen.

Jack Dorsey, Teilzeitchef mit afrikanischem Homeoffice

Singer soll unzufrieden mit der Amtsführung Dorseys sein. Vor allem die Tatsache, dass er neben Twitter auch noch den Zahlungssystemanbieter Square leitet, soll dem Investor Sorge bereiten. Als Dorsey zuletzt noch verlautbaren ließ, dass er beabsichtige, seine Ämter künftig bis zu sechs Monate im Jahr von Afrika aus führen zu wollen, dürfte das nicht zur Beruhigung Singers beigetragen haben.

Singer ist mit seinen Vorbehalten gegen Dorsey nicht allein. Im vergangenen Dezember hatte Investor Scott Galloway einen offenen Brief an Twitter-Manager Omid Kordestani geschrieben, den er mit den Worten eröffnete: „Ein Teilzeit-CEO, der nach Afrika umzieht? Es reicht.“ Im Verlaufe des offenen Briefes wird Professor Galloway noch deutlicher.

Darin wirft er Dorsey mangelnde Selbstkritikfähigkeit, Gleichgültigkeit und einen Hang zum nichtssagenden Geschwafel (Yogababble) vor. Dorseys Gleichgültigkeit gegenüber Twitter sei dabei durchaus verständlich, beziehe dieser doch mit rund 85 Prozent den Löwenanteil seines Vermögens aus dem Zahlungsanbieter Square.

Geht es ums Geschäft …

In der Tat hat sich Twitter in den letzten Jahren kaum entwickelt. Experten werfen dem Unternehmen schon länger vor, Geschäftspotenziale ungenutzt zu lassen. Zur Verifizierung dieser Aussage reicht ein Blick auf andere soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook, die stetig neue Features entwickeln oder voneinander kopieren, darunter etwa die überaus populären Stories, die jetzt sogar LinkedIn einführen will.

Gut möglich, dass Singer mit seinem Investment an dieser Stelle ansetzen und Twitter aus dem vermeintlichen Dornröschenschlaf zu erwecken. Ebenso denkbar scheint allerdings auch, dass es Singer primär um politischen Einfluss geht.

… oder um Politik?

Wie Politico berichtet, hat sich Paul Singer von einem Trump-Kritiker zu einem großzügigen Trump-Unterstützer, einem sogenannten Megadonor (Großspender), gewandelt. Trump wiederum nutzt Twitter als quasi-offizielle Verlautbarungsplattform des amerikanischen Präsidenten.

Zuletzt mag Twitter daher in das Visier der Trump-Unterstützer geraten sein, als der Dienst im November 2019 verkündet hatte, komplett auf politische Werbung verzichten zu wollen. Dafür gab es viel Lob, aber ebenso viel Kritik. Auf welcher Seite Singer dabei stehen könnte, darf gemutmaßt werden.

Passend dazu: Twitter verbietet sämtliche politische Werbung weltweit

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