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„Just Do It“ statt Overthinking: Warum einfach Machen so befreiend sein kann

„Just Do It“ ist einer der bekanntesten Werbeslogans der Welt. Nike hat sich damit ein ewiges Denkmal gesetzt. Wer Großes schaffen will, muss einfach anfangen – ganz egal, ob Hobbysportler:in oder Profi. Da ist was dran, sagt unser Autor.

Von Björn Waide
3 Min. Lesezeit
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Der „Just Do It“-Werbeslogan von Nike ist weltweit bekannt. (Foto: Gina Stef / shutterstock)

Der Claim soll alle ansprechen und dank seiner Klarheit erreicht er sein Ziel – auch bei mir. Nicht, weil ich für einen Marathon trainiere oder neue Fitness-Ziele verfolge, sondern weil er für mich ein täglicher Reminder ist, endlich „ins Doing zu kommen“.

Neuer Sinn fürs Operative – wider die „Analysis paralysis“

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Anfang des Jahres habe ich in einem Linkedin-Beitrag einen etwas nüchternen persönlichen Jahresrückblick verfasst. Darin kam ich zu dem Schluss, dass ich 2021 zwar unzählige Bücher gelesen, Weiterbildungskurse besucht, Interviews für meinen Podcast „ErfolgsgeDANKE“ geführt habe und auch die Liste der Projektideen stark gewachsen ist. Nur in die Tat umgesetzt wurde davon am Ende nichts. Unter dem Beitrag sammelten sich schnell Stimmen von Menschen, denen es ähnlich ging. Aber auch Vorschläge und Tipps, wie man aus dieser „Analysis paralysis“ herauskommen kann.

Den Begriff „Analysis paralysis“ kannte ich vorher nicht. Gemeint ist damit die Lähmung, die einsetzt, wenn man zu viele theoretische Überlegungen in Entscheidungsfindungs- oder Lernprozesse einbezieht. Das eigentliche Ziel rückt durch wachsenden Perfektionismus immer weiter in die Ferne. Am Ende passiert im schlimmsten Fall: nichts. So eine Blockade kann teuer werden. Angestoßen durch das Feedback – mir wurde zum Beispiel geraten, alle Projekte im MVP-Stil anzugehen, also mich etappenweise mit Minimum Viable Products oder eben Projects einem Ziel zu nähern – war mein Ehrgeiz geweckt: Keine Paralyse durch Analyse mehr!

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„Einfach mal machen“ statt „man müsste mal“

Vor Kurzem hatte ich dann ein Aha-Erlebnis: Unsere Familie war in Quarantäne, es war die ruhigere Zeit am Jahresbeginn – und ich hatte Zeit. Unser Sohn brauchte Unterstützung beim Vokabellernen und so kam mir die Idee, zusätzlich zum klassischen Abfragen ein Tool für ihn zu bauen. Das Handwerkszeug dafür habe ich als gelernter Programmierer – etwas eingerostet, aber die Skills sind noch abrufbar. Statt langer Konzeptionsphase und dem Erstellen eines durchdachten Plans habe ich mich an den Rechner gesetzt und ein paar Tage später war eine Applikation fertig, die Vokabeln vorlesen kann.

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Ich hatte auf dem Weg dorthin eine Menge Wissen über den aktuellen Stand der Technik bei der App-Entwicklung aufgesaugt, einige Fallstricke beim Veröffentlichen von Apps auf verschiedenen Plattformen kennengelernt und – das Beste – mein Sohn hatte nun eine für ihn passende Unterstützung beim Lernen.

Die Erkenntnis, die daraus entstanden ist, lässt sich auf viele Bereiche übertragen. Nämlich: „Just Do It!“ Ich habe in der Vergangenheit gerne über komplexe und scheinbar banale Sachverhalte nachgedacht, vom Detail in die Metaebene gewechselt und oft auch wieder zurück. Kurz: Ich war unglaublich verkopft und habe Dinge zerdacht. Paralyse durch Analyse eben. Ohne es zu merken, ist mir dabei der Sinn für das Operative verloren gegangen.

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Als ich dann plötzlich ein funktionierendes Tool vor mir hatte, wurde mir klar: Alles Denken und Sinnieren ist zwar schön und gut, es bringt uns aber auch nur bedingt weiter. Wirklich wichtig ist, dass wir das Gelernte auch umsetzen, Ideen Wirklichkeit werden lassen und Fertigkeiten nutzen.

Als Schreibtischtäter:in wieder mehr (er)schaffen

Die Idee dahinter ist ehrbar, aber was fängt ein klassischer Schreibtischtäter wie ich mit dieser Erkenntnis an? Es gibt in unserem Alltag unzählige Momente, in denen wir planen, vordenken, strukturieren müssen – und dies gelingt meistens mithilfe digitaler Tools. In einer Arbeitswelt, die dezentral, digital und remote ist, ist dieses strukturierte Vorgehen auch sinnvoll. Aber ist es immer notwendig?

Das ist kein Plädoyer für Anarchie. Aber ich empfehle, schneller ins Doing zu kommen um gerade als verkopfte White-Collar-Worker mehr zu (er)schaffen. Denn die vierte Quelle macht Recherchen nicht besser, das zusätzliche Excel-Sheet nimmt die Komplexität nicht aus dem Prozess, und die erneute Abstimmungsschleife ist oft nicht zielführend. Alles am Ende nur zu einer „Analysis paralysis“. Dinge entwickeln sich, wenn wir aktiv anpacken. „Just Do It“ eben.

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Es ist tatsächlich befreiend, wenn im Kontrast zur sonstigen gedanklichen Arbeit etwas Konkretes entsteht. Ich bin sicher, dass sich das im Arbeitsalltag wiederholen lässt, vor allem durch das Umsetzen und Voranbringen von Projekten. Und deshalb ist seit Anfang des Jahres das Logo eines amerikanischen Sportartikelherstellers das Hintergrundbild meines Rechners.

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