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Kanadischer Kassenanbieter übernimmt deutschen POS-Cloud-Dienstleister Gastrofix

Gastrofix ist eine Kassenlösung für gastronomische Betriebe. (Foto: Gastrofix)

Lightspeed, ein weltweit aktiver Anbieter von Kassensystemen mit Cloud-Anbindung, hat den deutschen Wettbewerber Gastrofix für 101 Millionen US-Dollar plus Zielprämien übernommen.

Der Omnichannel-Plattform-Betreiber Lightspeed aus dem kanadischen Montreal übernimmt das 2011 gegründete Berliner Unternehmen Gastrofix, einen Anbieter für Kassensysteme in der Gastronomie. Die Transaktion lässt sich Lightspeed zunächst 101 Millionen Dollar kosten, davon 61 Millionen in bar und 40 Millionen in Aktienanteilen. Sollte Gastrofix in den kommenden zwei Jahren sämtliche Zielvereinbarungen einhalten, erhöht sich der Kaufpreis auf bis zu 125 Millionen Dollar.

Gastrofix hat 8.000 Kunden in sieben Ländern

Dafür erhält Lightspeed, das weltweit knapp 57.000 kleine und mittlere Einzelhandels- und Restaurantbetriebe zu seinen Kunden zählt, den Bestand von Gastrofix mit 8.000 weiteren Gastronomie-Kunden, rund 12 Millionen Dollar Jahresumsatz und einer Organisation mit rund 140 Mitarbeitern in sieben Ländern.

Gastrofix ist außer in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch in Norwegen und den Niederlanden mit eigenen Büros vertreten. Der Hauptsitz liegt in Berlin. Laut Gastrofix bleibt die Marke zunächst bestehen. Alle Mitarbeiter und das Management bleiben an Bord.

Gastrofix setzt für sein Kassensystem auf eine Software-as-a-Service (SaaS) in der Cloud, sowie iPads als Kassenterminals vor Ort. Die neue Bonpflicht will das Unternehmen in Kooperation mit dem Druckerhersteller Epson erfüllen.

iPads als Kassen-, iPods als Bestellterminals. (Foto: Gastrofix)

iPads als Kassen-, iPods als Bestellterminals. (Foto: Gastrofix)

Gerade unter dem Gesichtspunkt des Inkrafttretens des neuen Kassengesetzes in Deutschland gilt die Übernahme zum jetzigen Zeitpunkt als ideal. Immerhin stehen immer noch viele Gastronomen vor der Notwendigkeit, ihre Kassensysteme zu modernisieren.

Das steckt hinter dem Kassengesetz

Die seit dem 1. Januar 2020 geltende Kassensicherungsverordnung erzwingt diverse Änderungen an bestehenden Kassensystemen in Einzelhandel, Gastronomie und anderen Bereichen. Grundsätzlich gilt das Kassengesetz für alle steuerpflichtigen Unternehmen.

Breit diskutiert wurde zuletzt die sogenannte Bonpflicht. Die ist indes nur ein Teil dessen, was allgemein als Fiskalisierung von Kassensystemen bezeichnet wird und dem Finanzamt Durchgriff auf die Kasseninformationen geben soll. Das Finanzministerium nennt den „Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ als wesentliches Ziel des Gesetzes und will damit Steuerhinterziehung einen technischen Riegel vorschieben. Deutschland ist eines der letzten Länder in der EU, das die Fiskalisierung der Kassensysteme einführt.

Passend dazu: Bonpflicht: Das sind die digitalen Alternativen zum neuen Gesetz

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