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Kernfusion: EU-Experiment erzielt Energierekord

In einem Forschungsreaktor haben Wissen­schaftler:innen die größte Energiemenge erzeugt, die je in einem Fusions­experiment gemessen worden ist. Das größte Problem der Magnetfusion bleibt aber bestehen.

Von Ann-Catherin Karg
2 Min.
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So sieht es im Inneren des Fusionsreaktors JET aus. (Foto: UK Atomic Energy Authority)

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hat in einer Mitteilung einen Weltrekord vermeldet, der europäischen Wissen­schaftler:innen in der britischen Kernfusions­anlage Joint European Torus (JET) gelungen sein soll. Demnach wurden in einem Fusionsexperiment mit 0,2 Milligramm Brennstoff 69 Megajoule Energie gewonnen.

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Viel ist das nicht, wenn man bedenkt, dass damit gerade einmal ein paar technische Geräte wie ein Elektroherd, ein Wasserkocher und ein Fernseher für ein paar Stunden lang mit Strom versorgt werden könnten, wie der Spiegel schreibt. Und doch weckt das gelungene Experiment riesige Zukunftshoffnungen.

Die Wissen­schaftler:innen suchen eine umweltfreundliche Energiequelle

Dahinter steckt die Vision, Kernfusion als massentaugliche und dabei umweltschonende Energiequelle zu etablieren. Denn anders als bei herkömmlichen Atomkraftwerken, in denen Atomkerne gespalten werden, besteht bei der Kernfusion weder die Gefahr eines Super-GAUs noch bleiben hoch radioaktive Abfälle übrig.

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Bei JET handelt es sich um einen sogenannten Tokamak, in dem ein starkes Magnetfeld Plasma in einer einem Donut ähnlichen Röhre einschließt. Bei hohen Temperaturen verschmelzen die Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium miteinander zu Helium, wobei in Strom umwandelbare Energie freigesetzt wird.

Für eine positive Energiebilanz sind die Anlagen viel zu klein

Das große Problem der Kernfusion: Es muss viel mehr Energie in sie hineingesteckt werden, als am Ende dabei herauskommt. Ein Minusgeschäft, für das es zumindest keine schnelle Lösung gibt.

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Laut dem Max-Planck-Institut ist es derzeit rein physikalisch nicht möglich, mit Magnetfusion einen Energiegewinn zu erreichen. Eine positive Energiebilanz sei nur bei sehr viel größeren Fusionsanlagen denkbar, was bei JET schlicht nicht möglich sei.

Bis zum ersten energiepositiven Kraftwerk wird es noch dauern

Unter Beteiligung von 35 Staaten entsteht gerade in Südfrankreich der JET-Nachfolger ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor), der 2025 in Betrieb gehen soll. Im besten Fall wird er genauso viel Energie produzieren, wie er verbraucht.

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Die Wissen­schaftler:innen gehen davon aus, dass das erste experimentelle Fusionskraftwerk mit positiver Energiebilanz frühestens ab 2050 betrieben werden kann. Der erst jetzt vermeldete Weltrekord hatte schon im Oktober 2023 stattgefunden und damit ganz knapp vor der Schließung der Forschungsanlage JET, die insgesamt 40 Jahre lang von mehreren europäischen Ländern betrieben wurde.

Einen „wunderschönen Abschluss“ nannte Markus Roth, Professor für Plasma- und Laserphysik an der TU Darmstadt, das gegenüber dem Spiegel. „Kurz vor Schluss also haben die Kollegen noch mal Gas gegeben.“

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