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Fundstück

Beethovens 10. Symphonie: KI vollendet Komposition nach fast 200 Jahren

Ob im Medizinsektor, für Kaffee-Tests oder als Wetterfrosch: Künstliche Intelligenz wird in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Jetzt gibt es Neues aus der Musikwelt.

2 Min.
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Wie Beethoven der KI–Komposition gesonnen wäre, darüber lässt sich nur spekulieren.(Bild: Shutterstock/NaxosUSA)

Klavierkonzerte, Streichquartette und Sonaten von Ludwig van Beethoven erklingen noch weit nach seinen Lebzeiten in Orchestergräben und auf Bühnen rund um den Globus. Als Beethoven 1827 schwer krank und vermutlich vollständig taub im Alter von 56 Jahren stirbt, hinterlässt er der Nachwelt neben neun vollständigen Symphonien aber auch ein unvollendetes Werk – man findet den Anfang einer zehnten Symphonie, für deren Ende seine Kräfte nicht mehr gereicht haben.

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Mehr als 40 Skizzen aus der Hand des Musikers enthalten Bruchteile der Symphonie, Fetzen eines Musikstückes, das Forscherinnen und Forscher jahrelang beschäftigen wird. Einer davon ist Musikwissenschaftler Matthias Röder.

KI und Komposition: Expertenteam feilt über 2 Jahre an Beethoven-Fortsetzung

Anfang 2019 stellt sich Röder ein Team aus Expertinnen und Experten zusammen, mit denen er die einzelnen Versatzstücke mithilfe von künstlicher Intelligenz zu einem stimmigen Gesamtwerk zusammenfügen will, das nach Beethoven klingt. Neben dem österreichischen Komponisten Walter Werzowa, dem Pianisten und Musikwissenschaftler Robert Lewin sowie Mark Gotham, einem Experten für die Verbindung von Computertechnologien und Musik, holt Röder auch Ahmed Elgammal mit ins Boot, Professor an der US-amerikanischen Rutgers University und Direktor des dortigen Kunst- und KI-Labors.

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Für das wissenschaftlich orientierte Newsportal The Conversation schildert Elgammal ausführlich, wie das Projekt sich im Lauf der Zeit entwickelt hat – angefangen vom ersten Treffen in der Musik-Bibliothek von Harvard „in einem großen Raum mit einem Klavier, einer Tafel und einem Stapel von Beethovens Notizbüchern“. Damit die Fortsetzung der Symphonie auch tatsächlich Beethovens Stil entspricht, habe man der KI zunächst unter anderem die zahlreichen anderen Werke des Komponisten vorgelegt und „Beethovens kreativen Prozess zusammengesetzt“. Die einzelnen Skizzen der zehnten Symphonie mussten außerdem von den Musikexperten zunächst entziffert, transkribiert und analysiert werden – sodass die KI überhaupt etwas damit anfangen konnte.

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Künstliche Intelligenz: Lernprozess wie ein ambitionierter Musikschüler – jetzt steht die Beethoven-Ergänzung

Im November 2019 sei es dann nach intensiver Arbeit zur ersten Feuerprobe gekommen: Ein erster, wenige Minuten langer Entwurf wurde vor Publikum getestet – und bestand. Nur diejenigen, die mit den ursprünglichen Entwürfen Beethovens vertraut waren, hätten gewusst, welche Teile original und welche maschinengeschaffen waren. Es folgte der Feinschliff an der Komposition, „an einem Punkt sagte einer der Musikexperten im Team, dass die KI ihn an einen ambitionierten Musikschüler erinnert, der jeden Tag übt, lernt und besser und besser wird“, so Elgammal.

„Nun ist dieser Schüler, der den Taktstock von Beethoven übernommen hat, bereit, die zehnte Symphonie der Welt zu präsentieren“ – am 9. Oktober 2021 wird die fertiggestellte Komposition in Beethovens Geburtsstadt Bonn vom dort ansässigen Beethoven-Orchester uraufgeführt.

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Beethovens zehnte Symphonie ist nicht das erste unvollendete Musikstück, das mit technologischer Hilfe nach einem langen Dornröschenschlaf fertiggestellt wird: 2019 hatte sich beispielsweise Huawei die „Unvollendete“ von Franz Schubert vorgenommen, die dieser einst zur Seite gelegt hatte, weil ihm andere Werke dazwischengekommen waren. Die düster klingende Symphonie wurde letztendlich in einer Zusammenarbeit von Computeranalyse und Komponist Lucas Cantor zur „Vollendeten“ und in London einem internationalen Publikum vorgestellt.

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