„Ich bin eine echte Person“: Britischer Politiker wehrt sich gegen KI-Anschuldigungen

Die Wahlen in Großbritannien sind vorbei. Trotzdem gibt es auch nach der Wahl noch viel Gesprächsbedarf – zumindest bei einigen X-Nutzer:innen. Denn diese vermuten, dass es einen Kandidaten namens Mark Matlock gab, der gar kein echter Mensch ist. Er soll speziell für die Wahl von einer KI erstellt worden sein.
Mark Matlock oder eine KI?
Auslöser für die Vorwürfe ist das Wahlbild von Matlock für die Partei Reform UK. Auf dem Bild, das ihr oben als X-Beitrag sehen könnt, wirkt das Gesicht stark bearbeitet und zu glatt. Ähnliche Effekte gibt es auch bei von KI generierten Gesichtern. Dennoch ist es oftmals nicht so einfach, KI-generierte Bilder von echten Fotos zu unterscheiden.
Als weiteres Indiz führten X-Nutzer:innen auf, dass Matlock nicht zur Auszählung der Stimmen erschien. Und das, obwohl er 1.758 Stimmen für sich einheimsen konnte. Zudem sorgte das X-Profil von Matlock für Stirnrunzeln, da es erst im Juni 2024 erstellt wurde.
Allerdings war die Aufregung der zahlreichen X-User:innen wohl umsonst. Mark Matlock ist ein echter Mensch und meldete sich nach den Anschuldigungen eher belustigt beim The Independent zu einem Interview: „Ich bin eine echte Person und das bin ich auf dem Foto. Aber ich muss gestehen, dass ich die kostenlose Aufmerksamkeit genieße. Wenn ich mich wieder fit fühle, dann werde ich ein Video posten und beweisen, dass diese Gerüchte absolut verrückt sind.“
Matlock spielt damit auf eine Lungenentzündung an, von der er sich aktuell noch erholt. Diese war auch der Grund dafür, warum er am Tag der Wahl nicht in der Öffentlichkeit auftauchte. Seiner Aussage nach war er an diesem Tag so schwach, dass er das Bett kaum verlassen konnte.
Wie Veränderungen am Bild zu den Vorwürfen führten
Das Bild wurde laut Matlock vor dem Ashmolean Museum in Oxford aufgenommen. Es handelt sich um ein älteres Bild, da kein Fotograf rechtzeitig einen Termin hatte, um ein neues Wahlbild für Matlock machen. Um das Bild für die Wahl anzupassen, wurde der Hintergrund entfernt und seine Krawatte im Blauton seiner Partei eingefärbt.
Dabei sind wohl noch ein paar Filter angewandt und Änderungen vorgenommen worden, sodass sein Bild nicht mehr echt aussieht. Auf X macht sich der Politiker mittlerweile über die Vorwürfe lustig. So behauptet er etwa, dass er ein großes Problem mit Sicherheits-Captchas habe. Tatsächlich gab es bei der Wahl auch KI-Chatbots, die als Politiker kandidiert haben – allerdings mit einem echten Menschen als Strippenzieher im Hintergrund.