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Lenovo Ideapad Flex 5i im Test: Ein gutes Chromebook Plus – aber für wen?

Viel Leistung, einen scharfen Bildschirm und KI-Funktionen sollen Käufer:innen eines Chromebook Plus erwarten können. Eines der ersten Geräte mit dem Siegel ist das Lenovo Ideapad Flex 5i Chromebook Plus. Kann das Gerät die Versprechen halten? Wir haben es getestet.

6 Min. Lesezeit
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Das Lenovo Ideapad Flex 5i Chomebook Plus ist eines der ersten mit dem Plus-Label. (Foto: t3n)

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Wenn Windows zu kompliziert und Apple zu teuer ist, lohnt sich ein Blick auf ein Chromebook. Die Geräte sind mit Googles übersichtlichem Betriebssystem ChromeOS ausgestattet. Wie selbsterklärend es ist, wird schon beim ersten Start klar: Ihr gebt den Login fürs Google-Konto und das WLAN-Passwort ein und seid im Prinzip schon ready to go.

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Allerdings gelten Chromebooks gemeinhin als leistungsschwach und sind bei manchen sogar als unbrauchbar verschrien. Das ist historisch bedingt. Anfänglich waren die Notebooks nichts weiter als Terminals für den Zugriff auf Dateien in Google Drive über den Chrome-Browser. Dafür brauchten die Geräte nur wenig Rechenleistung und kleine Speicher. So waren Chromebooks früher zwar günstig, aber eben auch nicht für viel mehr zu gebrauchen.

Das steckt hinter Chromebook Plus

Das hat sich geändert. Vermeintlich leistungsstarke Geräte versieht Google seit 2023 mit dem Label Chromebook Plus – und das Lenovo Ideapad Flex 5i Chromebook Plus (ja, das heißt wirklich so) ist eines der ersten, das damit auf den Markt kommt. Der Händler ruft 679 Euro als universelle Preisempfehlung auf. Vielerorts ist es aber schon günstiger zu haben.

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Die Bezeichnung Chromebook Plus kann man ähnlich wie die Evo-Zertifizierung von Intel verstehen. Damit garantieren die Hersteller, dass mindestens ein Full-HD-Display, acht Gigabyte Arbeits- und 128 Gigabyte SSD-Speicher verbaut sind, die Webcam Full-HD-Auflösung schafft und der Akku eine Laufzeit von zehn Stunden bietet. Kurz: Mit einem Chromebook Plus soll man flott und lange arbeiten können. Unser Testgerät erfüllt sogar mehr als die Minimalanforderungen: Statt 128 sind 512 Gigabyte SSD-Speicher an Bord.

Schick, aber schwer

Verpackt ist die Technik in einem gut gemachten Gehäuse, das dank des zweifarbigen Deckels auch ohne großes Firmenlogo für etwas Aufmerksamkeit im Coffeeshop sorgen kann. Ins Büro auf den Schreibtisch passt es durch die schlichten grauen Farbtöne ohnehin gut. Als Thinkpad-Macher kennt sich Lenovo mit dem Office-Look aus.

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Eine Hand hält ein großes Tablet.

Mit einem Handgriff wird das Lenovo-Chromebook zum Tablet. Mit 1,6 Kilogramm ist es allerdings ganz schön schwer. (Foto: t3n)

Chromebook-typisch hat das Lenovo außerdem 360-Grad-Scharniere, mit denen sich der Bildschirm komplett auf die Rückseite klappen lässt. Der Sinn dahinter ist jedoch fraglich. Schließlich sind sogar Riesen-Tablets wie das iPad Pro mit 12,9 Zoll großem Bildschirm (682 Gramm) und das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra mit 14,6-Zoll-Display (732 Gramm) nicht einmal halb so schwer wie das Chromebook mit dem 14 Zoll großen Panel. Hier zeigte die Waage satte 1.607 Gramm an. Für ein Notebook ist das noch gerade okay, für ein Tablet aber viel zu schwer.

Scharf, aber spiegelnd

Google bewirbt die Bildschirme von Chromebook-Plus-Geräten mit Worten wie „kristallklar“. Gemünzt ist das Marketing-Versprechen auf die Auflösung. Unser Gerät zeigt die Inhalte mit 1.920 mal 1.200 Pixeln an. Tatsächlich lassen sich bei der normalen Arbeit am Gerät keine sichtbaren Pixel ausmachen. Nur die Farben wirken nicht ganz so knackig wie bei einem Macbook, das aber auch gleich doppelt so teuer ist.

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Ein Finger schiebt den Shutter über die Webcam eines Chromebooks.

Safety first: Die Full-HD-Webcam lässt sich bei Bedarf auch mechanisch abdecken. (Foto: t3n)

Anders sieht es bei der Helligkeit aus. Schon in Innenräumen wirkt das Display bei automatischer Regulierung dunkel. Draußen sind Inhalte trotz maximal eingestellter Helligkeit je nach Sonneneinfall nur schwer zu erkennen. Weil der Bildschirm auch noch stark spiegelt, könnt ihr zwar den Sitz der Frisur überprüfen, aber wie steht es um die Präsentation?

Keine Probleme bei der Arbeit

Die lässt sich immerhin fix bearbeiten. Google setzt auf die eigenen Anwendungen wie Präsentationen, Docs und Tabellen. Und die lassen sich einfach über den Chrome-Browser aufrufen. Alternativ laufen hier auch die bekannten Office-Apps von Microsoft. Dafür braucht ihr allerdings ein zusätzliches Microsoft-365-Abo. Permanent online müsst ihr für die Arbeit nicht sein. Längst bietet ChromeOS auch einen Offline-Modus.

Dass die Arbeit so gut funktioniert, lässt sich mit Blick aufs Datenblatt nicht vermuten. Zu den erwähnten acht Gigabyte Arbeitsspeicher gesellt sich mit dem Core i3-1315U schließlich ein Einsteiger-Prozessor von Intel. Das klingt nicht gerade nach dem Prädikat „Plus“, fürs schlanke ChromeOS reicht das aber.

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Die Tastatur eines Chromebooks in der Nahaufnahme.

Die Tastatur bietet einen angenehmen Druckpunkt. Das Touchpad ist zwar schön groß, fühlt sich aber etwas zu „lose“ an. (Foto: t3n)

Bildbearbeitung geht auch, allerdings vorrangig über Android-Apps, die ihr aus Googles Play-Store installiert. Windows-Programme laufen auf Chromebooks nicht, Linux-Anwendungen lassen sich erst mit den richtigen Entwickler-Einstellungen installieren.

In Googles App-Store finden sich etwa Photoshop Express oder die mobile Variante von Lightroom. Beide können mit dem Umfang der Desktop-Varianten nicht immer mithalten, für den schnellen Zuschnitt und ein paar Filter reicht es aber. Auch Googles eigenes Snapseed ist dafür eine gute Lösung. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Photoshop im Browser zu nutzen. Dafür ist aber ein Abo notwendig.

Der Fingerabdrucksensor eines Chromebooks in der Nahaufnahme.

Für die einfache Anmeldung gibt es einen Fingerabdrucksensor. (Foto: t3n)

KI-Option für Plus-Käufer

Wo Google draufsteht, darf natürlich auch künstliche Intelligenz nicht fehlen. Entsprechend bewirbt das Unternehmen die Zusammenarbeit mit der generativen Adobe-KI, etwa in Adobe Express. Hier könnt ihr euch etwa Poster oder Instagram-Bilder (die ihr bald in Meta-Diensten proaktiv flaggen müsst) auf Textbefehl erstellen lassen. 30 Tage geht das gratis. Danach bittet Adobe euch zur Kasse.

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Screenshot von Google Meet

Die Webcam des Lenovo-Chromebooks bietet KI-Filter. Die sind in Apps wie Google Meet oder Teams aber ohnehin schon integriert. Die Bildqualität ist so lala. (Screenshot: t3n)

Und dann gibt es noch den magischen Radierer in Google Fotos. Der ist eigentlich Google-One-Abonnent:innen vorbehalten, Käufer:innen eines Chromebook Plus dürfen die Funktion aber gratis nutzen. Die Anwendung ist vom Smartphone bekannt. Ihr kreist ein unerwünschtes Objekt im Hintergrund ein und es verschwindet mit mal und mal weniger offensichtlichen Rändern. Schade: Der Radierer lässt sie sich nicht auf jedes Foto anwenden und bleibt damit erst mal nur eine nette Spielerei.

Der Google Assistant ist auch am Start. Offen ist noch, wann und ob er sich in ChromeOS durch den neuen Google-Bot Gemini austauschen lässt.

Nichts für echte Gamer

Super beim Chromebook: Je nach Anwendungsszenario hält der Akku tatsächlich lange durch. Nach dem Arbeitstag blieb stets noch genug Strom zum Spielen übrig. Auch hier macht sich die Limitierung von ChromeOS bemerkbar. Nicht alle Games aus dem Play-Store funktionieren auch. Call of Duty Mobile lässt sich zwar installieren, starten will es aber nicht.

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Die Alternative liegt in der Cloud. Mit Diensten wie Nvidia Geforce Now oder Xbox Cloud Gaming (Beta) kommen selbst grafisch imposante Titel wie der Microsoft Flight Simulator auf dem vergleichsweise schwachbrüstigen Chromebook auf den Bildchirm. Alles, was ihr neben einem Abo dann noch braucht, ist ein Controller – und eine schnelle Internetverbindung.

Heißt auch: Wer mobil zocken will, bleibt auf die Apps aus dem Play-Store angewiesen. Für waschechte Gamer:innen ist das nicht mehr als eine Notlösung.

Ein Bissen vom Apple

Auf die haben es Google und Lenovo aber gar nicht abgesehen. Glücklich werden sollen stattdessen vor allem Android-Nutzer:innen auf der Suche nach einem einfachen Computer. Ihre Apps aus dem Play-Store sind schließlich genauso am Start wie die Tabs aus Chrome. Entfernt, aber sicher nicht zufällig, erinnert das an das Ökosystem von Apple. Via Nearby Share (bald heißt die Funktion Quick Share) sendet ihr Dateien vom Smartphone ans Notebook, dank Phone-Hub zeigt das Chromebook auch Notifications von Android-Smartphones an und kompatible Bluetooth-Kopfhörer lassen sich einfach koppeln.

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Ein kurzer Blick über ChromeOS Quelle: Foto: t3n

Außerdem bleibt ein neues Chromebook lange aktuell. Mittlerweile verspricht Google zehn Jahre lang automatische Updates. Die laden, wie beim Chrome-Browser, automatisch herunter und sind mit einem Klick und wenig Wartezeit installiert.

Fazit

Mit dem Label Chromebook Plus haben Lenovo und Google nicht zu viel versprochen. Der Speicher ist für Chromebook-Verhältnisse riesig, die Leistung stimmt und der Bildschirm ist scharf. Nur die Farben dürften gern etwas kräftiger sein. Für die KI-Funktionen lohnt der Einkauf jedoch nicht. Der magische Radierer und die Kamera-KI sind eher nette Dreingaben als echte Must-haves.

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Damit eignet sich das Chromebook für alle, die es gern einfach mögen. Laptop auf und lossurfen, ohne Angst vor kryptischen Fehlermeldungen, blauen Bildschirmen oder riesigen Update-Paketen. Alle anderen stoßen jedoch schnell an die Grenzen des limitierten Systems, wenn sie doch einmal ein Windows-Programm oder eine Mac-App brauchen – zum Beispiel zur professionellen Bildbearbeitung.

Für eine reine Surf- und Office-Maschine ist das Lenovo mit einer UVP von rund 680 Euro* außerdem ziemlich teuer. Eine Alternative gibt es von Acer. Da steht auch Chromebook Plus drauf – und das gibt es schon für 500 Euro.*

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