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Datenübertragung mit Licht: Li-Fi-fähige Smartphones wohl in 2 bis 3 Jahren

Der Funkstandard Wi-Fi bekommt mit Li-Fi bald einen Partner. Die seit einem Jahrzehnt in Entwicklung befindliche Datenübertragung per Licht könnte in zwei bis drei Jahren in Smartphones zum Einsatz kommen, meint der Erfinder.

2 Min. Lesezeit
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Li-Fi könnte in zwei bis 3 Jahren in Smartphones zum Einsatz kommen. (Foto: puireLifi)

Datenübertragung per Licht, die selbst schneller als der nächste WLAN-Standard Wi-Fi 7 sein soll, ist offenbar drauf und dran, marktreif zu werden. An der Technologie dahinter wird schon seit 20 Jahren vom deutschen Informatiker Harald Haas entwickelt und sie soll schneller und sicherer als das herkömmliche funkbasierte WLAN sein.

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Li-Fi: Datenübertragung mit bis zu 224 Gigabit pro Sekunde

Im Unterschied zu Wi-Fi, bei dem Funkwellen zur Datenübertragung genutzt werden, setzt Haas bei Li-Fi (auch Light Fidelity) auf Visible-Light-Communication (VLC) und damit eine optische Übermittlung von Daten. Für den Einsatz von Li-Fi brauche es nicht mehr als eine modifizierte LED-Lampe.

Realisiert werden soll die Datenübertragung über das Flackern der LED-Lampen. Die Flacker-Frequenz könne vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden, da sie mit einer Wellenlänge von etwa 850 Nanometern agiere, was nahe dem Bereich der Infrarotstrahlung ist.

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Li-Fi sei zudem dazu in der Lage, höhere Übertragungsraten als WLAN zu erreichen, nicht aber „Lichtgeschwindigkeit“, wie die Tagesschau impliziert. Dennoch sind die Transferraten nicht zu verachten: Im November 2015 sprachen die Entwickler noch von Datenraten von bis zehn Gigabit pro Sekunde in Laborbedingungen; mittlerweile habe man im Labor Datentransferraten von bis zu 224 Gigabit pro Sekunde erzielen können.

Dies entspricht einem Vielfachen von Wi-Fi 6, mit dem theoretisch bis zu 9,6 Gigabit pro Sekunde erreicht werden, und auch der kommende WLAN-Standard Wi-Fi 7 schafft in der Theorie nicht mehr als 46 Gigabit pro Sekunde.

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Smartphones mit Li-Fi laut Haas in 2 bis 3 Jahren

Das Li-Fi-Modem für Smartphones. (Foto: Purelifi)

Wie Haas gegenüber der Tagesschau erklärt, könnten „in zwei bis drei Jahren die ersten Li-Fi-fähigen Smartphones auf den Markt kommen“. Das von Haas gegründete Startup Purelifi führe bereits Gespräche mit „Innovatoren im Mobil- und Smartphone-Bereich“, um die Technologie in Geräte zu integrieren. „Statt einer dritten oder vierten Kamera wäre das eine wirkliche Innovation“, wird Haas zitiert.

Für Smartphones hat Purelifi im Zuge der MWC 2023 im Februar ein entsprechendes Modem präsentiert, das „Light Antenna One“ genannt wird. Es ist 14,5 mal 4,5 Millimeter groß und biete eine Reichweite von 20 Zentimetern bis drei Meter. Die Datenrate ist mit etwas über einem Gigabit pro Sekunde geringer als theoretisch möglich wäre.

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Für die optische Datenübertragung relevant ist das Sichtfeld des Sensors, das mit 24 Grad angegeben wird. Denn Li-Fi funktioniert letztlich nur, wenn eine Sichtverbindung zwischen Sende- und Empfangseinheit besteht.

Dies hat zum einen den Nachteil, dass eine Datenübertragung nicht überall möglich ist, zum anderen muss so stets auf die Ausrichtung des Geräts geachtet werden. Eine direkte Alternative für Wi-Fi ist Li-Fi daher nicht. Der Vorteil gegenüber Wi-Fi liegt aber darin, dass die Datenübertragung sicherer sein könnte, da sie weder durch Wände noch Decken dringe und Signale nicht abgefangen werden könnten.

Li-Fi soll als 802.11bb zum Standard werden

Bevor Li-Fi auf die Welt losgelassen werden kann, braucht die optische Datenübertragung noch eine Standardisierung. An dieser arbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).

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Es wird damit gerechnet, dass die finalen Li-Fi-Spezifikationen als 802.11bb bis Ende 2023 verabschiedet werden.

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