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Netz mit Flecken: LTE-Abdeckung weiterhin lückenhaft

(Foto: Shutterstock / NicoElNino)

Schnelles Internet immer und überall in Deutschland – damit werben die Mobilfunkanbieter. Vor allem in ländlichen Regionen herrscht jedoch nach wie vor häufig Funkstille.

Wilhelm Heine ist gefrustet über das mobile Internet auf seinem Smartphone. Je nachdem, wo der Landwirt auf seinem Hof bei Bad Waldsee im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg steht, ist der Empfang von LTE (Long-Term-Evolution) mal besser oder schlechter. „Wirklich gut ist es aber nie“, klagt der Landwirt. Gerade wartet der 53-Jährige auf zwei E-Mails, er hatte Pflanzenschutzmittel bestellt. Auch seine Familie bemängelt die langsame Internetgeschwindigkeit auf den Handys. Heine vermutet, der Netzausbau von T-Mobile sei in der Region schlecht.

Glaubt man der interaktiven Netzabdeckungskarte des Bonner Konzerns, sollte LTE und auch UMTS, der frühere Standard, eigentlich verfügbar sein. Rund um Bad Waldsee gibt es aber gleich mehrere Versorgungslücken. Auf Nachfrage erklärt T-Mobile, 93 Prozent der deutschen Bevölkerung erreichen zu können. Vodafone schaffe laut eigener Aussage 90 Prozent, O2 rund 80 Prozent.

Heine ist nicht der einzige, der Probleme mit dem Netz hat: „Bin so viel i(n) D(eutschland) unterwegs wie selten – und wundere mich, wie schlecht Mobilfunknetz flächendeckend ist“, empört sich Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) auf Twitter und verweist auf T-Mobile und Vodafone.

Weiße LTE-Flecken bei Vodafone und O2

Ein Blick auf die Netzabdeckungskarte von T-Moblie zeigt, dass es im nördlichen und südlichen Umland von Berlin, zwischen Celle und Uelzen, im Schwarzwald und dem südlichen Breisgau, sowie rund um Wuppertal Versorgungslücken bei LTE gibt. Bei Vodafone und O2 tun sich bei genauer Betrachtung der jeweiligen Netzkarten noch größere weiße Flecken auf.

Daraus machen die beiden Betreiber keinen Hehl: „Aus wirtschaftlichen und topographischen Gründen wie Hügeligkeit, Berge oder Bewaldung ist der Bau einer LTE-Sendestation nicht überall möglich“, sagt ein Vodafone-Sprecher. Auch in Zukunft könnten daher nicht alle Löcher geschlossen werden. O2 schiebt die „vorübergehenden Auswirkungen“ indes auf die laufende Netzintegration von E-Plus.

Tatsächlich führt auch die Fachzeitschrift „Connect“ das schlechte Abschneiden von O2 beim Netztest 2017 auf den Netzzusammenschluss zurück. Das Unternehmen des Telefónica Konzerns belegt nach der Telekom und Vodafone den dritten Platz. Die größten Engpässe machen die Experten von „Connect“ aber auf der Schiene aus: Wer in der Bahn sitzt, kann sich auf keinen der drei Betreiber wirklich verlassen. Hier sehen die Autoren bei allen Nachholbedarf, trotz der laufenden Ausbauinitiative der Deutschen Bahn in ICE-Zügen.

Ein weiteres Problem: Die oftmals beworbenen Höchstgeschwindigkeiten gibt es nur in wenigen Großstädten. Diese liegen je nach Anbieter zwischen 50 Mbit (O2) und 375 Mbit pro Sekunde (Vodafone). Spätestens an den Stadtgrenzen ist aber in vielen Fällen mit Highspeed Schluss, Menschen im ländlichen Raum gehen leer aus.

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2 Kommentare
Guru
Guru

War jetzt 2.000 Meilen in 18 Tagen im UK unterwegs, London, Cambridge, Yorkshire, Schottland, Lake District, Wales und wieder London, und hatte ein einziges Males LTE für ein paar Stunden. O2 hat es wohl wg. der neuen EU-Roaming Verordnung einfach abgestellt, so blieb nur 3g anstelle von 4g…
Was soll ich da noch sagen? (mein Vertrag > 9 GB LTE/4g)

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Lars
Lars

Wer Premium will, muss Premium bezahlen. Und wer O2 Geld zuwirft, scheint keinen funktionierenden Service zu erwarten.

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