News

Fehlende Tech-Titanen – McKinsey bemängelt den deutschen Gründergeist

SAP ist der einzige deutsche Tech-Titan. Warum ist das so? (Bild: DPA)

Warum gibt es in Deutschland nur einen Tech-Titanen? McKinsey versucht sich an einer Erklärung und bemängelt einen oft fehlenden technischen Bildungshintergrund und Skeptizismus gegenüber Gründern.

Tatsächlich könne bislang nur ein deutsches Unternehmen den Titel „Tech-Titan“ für sich beanspruchen, schreibt das Beratungsunternehmen McKinsey im Vorwort seiner Studie „Tech-Titanen made in Germany“: der Software-Hersteller SAP.

Doch warum gibt es in Deutschland nicht mehr solche extrem wertvollen Unternehmen, fragen sich die Autoren des Reports. Und welche Faktoren wären entscheidend, um in Deutschland Tech-Titanen entstehen zu lassen? Immerhin, eines steht für McKinsey offenbar schon jetzt fest: Der Mangel an deutschen Technologie-Giganten berge „erhebliche Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland“.

Zur Erklärung: Als Tech-Titanen gelten Technologie-Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Dazu zählen etwa Google, Apple, Facebook oder Amazon – und in Deutschland eben SAP. Diese Konzerne sind zu einem zentralen Motor der globalen Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Tech-Titanen würden „die Arbeitsplätze von morgen“ schaffen, heißt es bei McKinsey, sie würden hochkarätige Talente ausbilden und Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge vorantreiben.

Mittlerweile würden diese Konzerne 38 Prozent des Marktwerts der Top-50-Unternehmen weltweit stellen, geht aus dem Report hervor. Vor 20 Jahren habe ihr Anteil noch bei acht Prozent gelegen.

So (schlecht) ist Deutschland aufgestellt

„Rund 20 Milliarden Dollar zusätzliche Investitionen sind erforderlich, um auf ein mit den USA vergleichbares Pro-Kopf-Niveau zu kommen.“

Immerhin: Neben SAP als einzigem Titanen gebe es hierzulande drei technologische sogenannte Decacorns, also Unternehmen mit mehr als zehn Milliarden Dollar Börsenwert, und zehn Unicorns, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Zum Vergleich: Die USA haben elf Titanen, 52 Decacorns und 184 Unicorns, China zwei Titanen, 23 Decacorns und 173 Unicorns.

Begrifferklärung (Grafik: McKinsey)
Begrifferklärung. (Grafik: McKinsey)

Unbestritten scheint, dass aufstrebende Technologieunternehmen einen geeigneten Nährboden brauchen, um sich entfalten zu können. Benötigt werde laut Studie ein „sich selbst verstärkendes Ökosystem“ aus drei Schlüsselfaktoren: Talent, also hochkarätige Tech-Gründer und Mitarbeiter, Kapital, um Wachstum zu finanzieren, sowie günstige Marktbedingungen, um ein optimales Umfeld zu schaffen.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

4 Reaktionen
anon

Es wird einem in Deutschland auch nicht wirklich leicht gemacht etwas aufzubauen... Wenn wirklich Bedarf besteht, dann sollten die Gesetze angepasst werden, sodass auch kleine Startups und kluge Köpfe was auf die Beine stellen können, ohne zusammenzubrechen wegen der Deutschen Bürokratie. So oder so, die Leute werden wahrscheinlich lieber versuchen im Ausland erfolgreich zu werden.

Antworten
Titus von Unhold

Das bisschen Bürokratie ist doch ein Witz.

Antworten
Samuel Speitelsbach

1: Was den Deutschen fehlt ist Nationalstolz. Stattdessen ärgern sie sich mit englischen Programmiersprachen herum.

2: Das Kartellamt sollte gegen die Großen Lobbyisten einschreiten, statt sie als angeblichen Motor zu verherrlichen!

Antworten
Titus von Unhold

Was hat Nationalstolz mit Programmiersprachen zu tun? Und wo bezeichnet das Bundeskartellamt GAFAM als Motor? Belege bitte!

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung