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Mehr als die Hälfte aller Google-Suchen führt zu keinem Klick

Sackgasse Google-Suche? Mehr als die Hälfte der Suchen enden auf der SERP. (Foto: Evan Lorne/Shutterstock)

Über 50 Prozent der Suchanfragen auf Google enden nicht mehr auf externen Websites. Was bedeutet das für die Suchmaschinenoptimierung und was gilt es zu tun?

Google setzt seine Entwicklung von der Suchmaschine zum Content-Anbieter fort. Eine aktuelle Auswertung von mehr als 40 Millionen Suchanfragen auf Google hat ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Suchanfragen nicht als Klick auf einer externen Website endet. Diesen ungefähr 50 Prozent an No-Click-Suchanfragen – genau genommen sind es 50,33 Prozent – stehen lediglich 42,25 Prozent gegenüber, die tatsächlich als organischer Traffic auf den externen Websites landen.

Mehr als 50 Prozent der Google-Suchen führt nicht mehr zu einem externen Klick. (Grafik: Jumpshot / SparkToro)

Mehr als 50 Prozent der Google-Suchen führt nicht mehr zu einem externen Klick. (Grafik: Jumpshot / SparkToro)

4,42 Prozent der Suchen wurden nach der Suchergebnisseite mit einem Klick auf einen bezahlten Eintrag oder eine Anzeige fortgesetzt. Die Zahlen wurden für Suchanfragen in den Vereinigten Staaten auf Desktop- und Mobilgeräten erhoben. Es ist das erste Mal, dass die Mehrheit aller Suchen im Browser geräteübergreifend sogenannte Zero-Click-Searches sind.

Der Trend hält seit Jahren an und wird vor allem durch die Entwicklung von Suchanfragen auf Mobilgeräten getrieben.

Entwicklung der Klicks bei mobilen Suchanfragen auf Google von 2016 - 2019. (Grafik: Jumshot / Sparktoro)

Entwicklung der Klicks bei mobilen Suchanfragen auf Google von 2016 – 2019. (Grafik: Jumshot / Sparktoro)

Bei Anfragen auf dem Desktop bleibt das Bild hingegen eher stabil. Auffällig ist allerdings auch hier, ebenso wie bei mobil, die Zunahme von Klicks auf bezahlte Inhalte.

Entwicklung der Klicks bei Desktop-Suchanfragen auf Google von 2016 - 2019. (Grafik: Jumshot / Sparktoro)

Entwicklung der Klicks bei Desktop-Suchanfragen auf Google von 2016 – 2019. (Grafik: Jumshot / Sparktoro)

Wie kommt dieser Effekt zustande?

Über die Entwicklung zu Zero-Click-Searches haben wir schon berichtet. Google will mit Informationsfragmenten schon auf der Ergebnisseite so viele Anfragen wie möglich beantworten. Im folgenden Screenshot siehst du ein recht einfaches Beispiel für eine schon auf der Suchergebnisseite erfüllte Suchintention:

SEO: Suchergebnis auf Google (No Click)

Diese Frage wurde schon auf der Suchergebnis-Seite beantwortet und resultiert in einem No-Click. (Screenshot: t3n)

Auch vergleichsweise spezielle Fragen werden bereits auf der Suchergebnisseite beantwortet. Nur durch die Informationsfragmente auf der Ergebnisseite erfahren wir, wer Tolkien war, wann er geboren wurde, wann er gestorben ist, wofür er bekannt ist, wie viele Kinder er hat und wie er aussah. Den allermeisten Menschen reichen diese Informationen und sie klicken dann nicht mehr auf eine externe Website.

Was kann man gegen Zero-Clicks bei Google tun?

Trotzdem sollte man das Thema Suchmaschinenoptimierung jetzt nicht aufgeben. SEO ist nach wie vor sehr wichtig und das wird sich auch mittelfristig nicht ändern. Seit dem Einbruch der organischen Reichweite auf Facebook und Co. hat die Suchmaschinenoptimierung sogar ein kleines Revival erlebt. Sich in diesem Segment fortzubilden und auf dem Laufenden zu bleiben, ist wichtiger denn je.

Darüber hinaus sollte sich jeder Publisher um alternative Besucherkanäle kümmern. Ein eigenes Blog ist nach wie vor wichtig. Auch das vielfach für tot erklärte E-Mail-Marketing liefert gute Ergebnisse und ist ein wichtiges Standbein. Und auch wenn die organische Reichweite gesunken ist, so bleiben die sozialen Netzwerke in vielen Themenbereichen eine wichtige Traffic-Quelle.

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5 Kommentare
Bernhard Brinkmann

Oh super hier passt mein schon mal gemachter Kommentar auch:
Ich freue mich auf den Moment an dem wir Google und seinen Richtlinien endlich Adieu sagen weil der Traffic nur noch über bezahlte Anzeigen kommt und wir erkennen das Google auch nur clever gemachte „Gelbe Seiten“ in elektronischer Form sind. Dann gestalten wir unsere Websites einfach wieder so wie es uns und unseren Kunden gefällt.
Sonnige Grüsse und ein schönes WE vom Chiemsee

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Kamil Lis

Es gibt meiner Meinung nach 3 Ursachen:
1. Google zeigt durch neue Updates Informationen, nach denen die Nutzer suchen. Somit müssen sie nichtmal eine Webseite anklicken. Eigentlich ist es ein reiner Diebstahl an Informationen. :O
2. Google oder die Webseiten liefern nicht das, wonach der Nutzer sucht. Also der Nutzer sucht richtig, doch es werden keine richtige Ergebnisse angezeigt oder..
3. Die Nutzer können Google nicht richtig bedienen und verstehen nicht, wie man sucht. Es ist leider ein Skill heutzutage, Google richtig zu nutzen.
Beste Grüße

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borisch

Nicht vergessen, liebes t3n-Team: Der Großteil der Webseitenebtreiber ist nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen. Für Unternehmen, die sich Ihr Leben nicht mit den Daten der Kunden finanzieren, ist das sogar eine relativ positive Wende, da deren Kunden direkt an die Informationen zum Unternehmen kommen.

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Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

„Darüber hinaus sollte sich jeder Publisher um alternative Besucherkanäle kümmern.“

Beste Erkenntnis des ganzen Beitrags, auch wenn ich mit dem Tipp seit 8 – 9 Jahren Kunden belaber. Aber naja, gute Ratschläge sind eben wie ein schöner Wein…

Ansonsten, schlägt in die gleiche Kerbe: Quantitativer Traffic vs. qualitativer Traffic, sowie brand building. Wer jetzt nicht Googlen muss was das sein soll, heult auch nicht wegen der Erkenntnis dass 50 % der nichttransaktionalen Suchanfragen nicht auf der eigenen Seite aufschlagen, sondern direkt von Google abgefackelt werden.

Oder für die etwas Lauen: Traffic runter, Conversion hoch. Wie kann das nur funktionieren!?

Antworten
Maximilian Waizmann

wo geht die Reise hin? Will google irgendwann alle Fragen direkt beantworten? Sicherlich trifft das auf viele suchanfragen zu und google ist schon relativ weit in den Möglichkeiten. Manches allerdings wird google auch in 5 oder 10 Jahren nicht direkt beantworten können.

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