Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Meilenstein der Solartechnik: Erste Perowskit-Zellen mit über 30 Jahren Lebensdauer?

Billiger, flexibler, effizienter: All diese Vorteile hätten Perowskit-Solarzellen gegenüber klassischen Silizium-Solarzellen. Noch überwiegen aber die Nachteile – einen davon wollen Forschende jetzt behoben haben.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Im Versuchsaufbau unterzogen die Forscher die Perowskit-Solarzellen einem beschleunigten Alterungsprozess. (Foto: Bumper DeJesus, Andlinger Center for Energy and the Environment)

„Man kann die effizientesten Solarzellen herstellen, aber es wird nichts nützen, wenn sie nicht stabil sind“, beschreibt Lynn Loo eine der größten Schwachstellen von Perowskit-Solarzellen. Gemeinsam mit ihrem Team hat die Ingenieurin nach einem Weg gesucht, die Haltbarkeit der Solarzellen zu erhöhen – mit Erfolg.

Solarzellen mit Perowskit-Strukturen: Noch keine Konkurrenz zu herkömmlichen Solarzellen

Anzeige
Anzeige

Es könnte so schön sein: Solarsysteme, die mit den Perowskit-Kristallstrukturen arbeiten, lassen sich deutlich günstiger produzieren als herkömmliche Silizium-Solarzellen und absorbieren das Sonnenlicht trotzdem effizient. Dass die Perowskit-Solarzellen bisher aber keinesfalls marktreif sind, liegt unter anderem daran, dass sie einfach nicht stabil genug sind.

Erste Prototypen, die in den Jahren 2009 bis 2012 entstanden, waren schon nach wenigen Minuten unbrauchbar. Seither hat es einige Fortschritte gegeben. Mit den Garantie-Versprechen zwischen 20 und rund 30 Jahren, die Hersteller auf Silizium-Solarzellen geben, können die Perowskit-Projekte aber bei Weitem nicht mithalten.

Anzeige
Anzeige

Das Forschungsteam von Professorin Lynn Loo hat jetzt aber eine Solarzelle gebaut, die laut ihren Einschätzungen etwa 30 Jahre lang Leistungen über dem üblichen Industriestandard erbringen könnte. Ihre Ergebnisse haben sie in einem Artikel im Science-Journal veröffentlicht.

Anzeige
Anzeige

Solarzellen-Forschung in Princeton: Beschleunigter Alterungsprozess liefert Prognose

Loos Mitarbeiter Xiaoming Zhao hat gemeinsam mit Kollegen eine besonders dünne Deckschicht entwickelt. Die wurde zwischen der absorbierenden Perowskit-Schicht und einer ladungstragenden Schicht aus Kupfersalz und anderen Substanzen aufgetragen, und sollte verhindern, dass der Perowskit-Halbleiter wie bisher nach Wochen oder Monaten durchbrennt. Die Idee dafür ist nicht neu, die Zeitspanne, um die Zhaos Schicht die Lebensdauer der Halbleiter verlängert, aber schon.

Um herauszufinden, wie lange der vielversprechendste Prototyp tatsächlich halten könnte, starteten die Forschenden einen beschleunigten Alterungsprozess. Dabei wurden vier Halbleiter permanent mit Licht bestrahlt und jeweils unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt. Aus den gesammelten Daten erstellten Zhao und seine Kollegen dann eine entsprechende Prognose. Das Ergebnis: Bei kontinuierlicher Beleuchtung und einer Durchschnittstemperatur von 95 Grad könnten die Solarzellen mindestens fünf Jahre lang über 80 Prozent ihrer Höchstleistung erbringen.

Anzeige
Anzeige

Nach gängigen Standards umgerechnet dürfte das in einer Gegend wie Princeton rund 30 Jahren Betrieb im Freien entsprechen, so Professorin Lynn Loo.

„Es ist sehr glaubwürdig“, zitiert die Princeton University in ihrer Pressemitteilung den Phyiker Joseph Berry, der selbst nicht am Projekt beteiligt war: „Einige Leute werden immer noch sehen wollen, ob es tatsächlich funktioniert. Aber verglichen mit vielen anderen Prognoseversuchen ist das hier eine deutlich glaubwürdigere Forschung.“

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige