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Mensch gegen KI: Wer ist kreativer?

Wer ist kreativer? Mensch oder KI? (Screenshot: Youtube)

Die Entwickler des ironischen Kartenspiels Cards Against Humanity haben das Internet darüber abstimmen lassen, wer die besseren Ideen hat – sie oder eine trainierte KI.

Jobverlust! Der sollte den neun menschlichen Entwicklern des ironischen Kartenspiels Cards Against Humanity drohen, wenn sie gegen eine KI verlieren. Würden sie gewinnen, lockten dagegen 5.000 US-Dollar Weihnachtsbonus. Der Wettbewerb drehte sich um Kreativität: Sowohl Menschen als auch Computer sollten sich für Cards Against Humanity neue Spielkarten ausdenken. Zuschauer konnten den 16-stündigen Wettbewerb am Black Friday per Livestram im Netz verfolgen und die entstandenen Ideen bewerten. Die besten Ideen jedes Teams sollten auf Spielkarten gedruckt zum Verkauf kommen. Dabei entstanden zwei verschiedene Packungen für je fünf Dollar Verkaufspreis: eine mit den Spielkarten der Menschen und  eine mit den Spielkarten der KI. Über den Sieg stimmten die Kunden mit dem Geldbeutel ab. Sollte die KI-Packung mehr Vorbestellungen einfahren, als die Menschen-Packung, würde die KI gewinnen und die Menschen wären die erklärten Verlierer.

Kreativduell Mensch vs. KI

Cards Against Humanity ist ein recht simples, ironisches Partyspiel für vier bis über zwanzig Mitspieler. Es besteht aus schwarzen Karten mit einem Lückentext (zum Beispiel „And today’s soup is cream of ___“) sowie aus weißen Karten mit Satzteilen, die zum Füllen der Lücken verwendet werden können („Exploding pidgeons“, „Invading Poland“ oder „Teenage pregnancy“). Spielziel ist das Füllen der Lücken in den Sätzen (oder das Beantworten von Fragen) mit möglichst humoristischen Antworten. Das Kartenspiel ist für seinen schwarzen Humor und politisch unkorrekte Aussagen bekannt.

Mit der Marketingaktion beleuchteten die Spielemacher von Cards Against Humanity LLC auf ironische Weise einen ernsten Hintergrund: Künstliche Intelligenz steht in vielen Branchen in den Startlöchern, die Aufgaben von Menschen zu übernehmen. Dazu gehört auch die Erstellung von Texten. Dass die Spielefirma im Fall einer Niederlage der menschlichen Rasse alle neun Entwickler entlässt, wie zuvor als Wetteinsatz verkündet, darf allerdings bezweifelt werden.

Die Marketingaktion diente vor allem dazu, am Black Friday Aufmerksamkeit zu erregen und den Verkauf des Spiels anzukurbeln. Der Wettbewerb wurde gebührend inszeniert, im Besprechungsraum saß auf der einen Seite das brainstormende Menschenteam unter Whiteboards. Auf der anderen Raumseite, getrennt durch eine gelbe Linie, wurde die KI durch einen Drucker repräsentiert, der die Kartentexte der künstlichen Intelligenz auswarf. Am Ende der 16 Stunden um zwei Uhr morgens waren von jeder Packung über 15.000 Stück verkauft. Die Menschen gewannen mit wenigen Hundert verkauften Exemplaren mehr. Die Verkündung des Ergebnisses war nicht ohne Sarkasmus: „Die Autoren verkauften zwei Prozent mehr Kartenpackungen, also werden ihre Jobs erst später durch KIs ersetzt, nicht jetzt. Fröhliche Weihnachtszeit.“ Trotz des Ergebnisses beeindruckte die künstliche Intelligenz. „Die KI hat heute etwa 12.000 Karten entworfen und wir sind ein bisschen erschrocken“, twitterte Cards Against Humanity.

Eine elfstündige Aufzeichnung des Kreativduells ist auf Youtube verfügbar.

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