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Das Metaverse ist eine Chance für Frauen, die sie zu verpassen drohen

Die Techwelt wird seit Jahrzehnten von Männern dominiert. Dieses Muster könnte sich auch beim nächsten Megatrend wiederholen: dem Metaverse. Ein Plädoyer dafür, dass Frauen sich schleunigst auf die Suche nach der Substanz hinter dem Hype begeben sollten.

Von Jennifer Rosenberg
4 Min. Lesezeit
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(Bild: Shutterstock/Jacob Lund)

Jede von uns kennt wahrscheinlich Dutzende Beispiele dafür, dass Frauen auch im Jahr 2022 handfeste Nachteile erfahren, weil sie in bestimmten Bereichen unterrepräsentiert sind oder es zumindest viel zu lange waren. Bei Autounfällen ist unser Verletzungsrisiko fast 50 Prozent höher, weil Crashtest-Dummys männlichen Körpern nachempfunden sind. In etwa jeder fünften Medikamentenstudie wird die Wirkung auf Frauen nicht gesondert erwähnt.

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Und: Frauen spielen in der Techwelt bis heute eine untergeordnete Rolle. Selbst Google, das sich sehr aktiv und öffentlichkeitswirksam um eine diverse Belegschaft bemüht, meldete 2021: Nur ein Drittel der Angestellten dort sind Frauen.

Woran liegt das? Nun, ganz einfach: Die ersten Autos wurden (mehrheitlich) von Männern gebaut, die ersten Medikamente (mehrheitlich) von Männern entwickelt und die Techwelt hat ohnehin ihre ganz eigenen Probleme mit der Männerdominanz. Die ist so stark, dass selbst Frauen, die hier Großes geleistet haben, nur wenigen ein Begriff sind. Wer kennt zum Beispiel Margaret Hamilton – eine Frau, über die der Spiegel schreibt: „Mit ihr begann der Siegeszug der Programmierer.“

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Wir sehen also: Wer nicht früh genug bei einer neuen Sache dabei ist, verliert an Einfluss auf deren Entwicklung – oft auch noch Jahrzehnte später. Es ist also höchste Zeit, den nächsten Megatrend nicht schon wieder zu verpassen.

Das Metaverse ist längst da – und wird noch viel größer werden

Bei diesem Megatrend handelt es sich um das Metaverse. Ja, natürlich sorgt der Begriff aktuell oft für Belustigung und Stirnrunzeln. Doch das ist ein Trugschluss, dem wir nicht folgen sollten. Denn das Konzept ist mehr als nur eine klobige Avatar-Welt von Mark Zuckerberg. Es ist vielmehr eine Sammlung von Ideen, die weitergesponnen sogar die alte Hackordnung der Gafa-Welt (Google, Apple, Facebook, Amazon) durcheinanderwirbeln könnte.

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Der wohl wichtigste Grund, das Metaverse ernst zu nehmen, ist ganz simpel: Geld. Nicht umsonst pumpen derzeit zahlreiche Unternehmen viele Milliarden in den Hype. Einige investieren ihr Geld sichtbar, wie das in Meta umbenannte Unternehmen hinter Facebook, andere halten sich bedeckt im Hintergrund. Sie alle vereint der Glaube, dass wir kurz vor einem Epochenwechsel stehen, vergleichbar mit dem Übergang von der ersten Phase des World Wide Webs zum Web 2.0.

Und die Frauen? Nur rund ein Drittel derjenigen, die sich öffentlich zum Thema Metaverse äußern, sind Frauen.

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Was ist das Metaverse überhaupt?

Um zu verstehen, warum das ein Problem ist, sollten wir aber zuerst noch eine andere Frage beantworten: Was ist das Metaverse überhaupt? Derzeit ist es noch eher eine Sammlung verschiedener Konzepte und Technologien als eine klare, einheitliche Idee. Der bekannteste Grundgedanke ist der einer virtuellen, begehbaren Welt, wie sie auch Meta-Chef Mark Zuckerberg beschreibt. Vor allem dank der Fortschritte in den Bereichen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) ließe sich diese Vision heute viel besser umsetzen als mit der klobigen Pixelgrafik von Second Life.

Aber auch die NFT-Technologie, so erträumen es manche, könnte zu einem weiteren technologischen Fundament des Metaverse werden. Sie könnte dafür sorgen, dass virtueller Besitz nicht mehr allein von einem einzelnen Unternehmen kontrolliert, sondern dezentral verwaltet wird, wie wir es von Kryptowährungen kennen.

Ob und wie AR, VR, NFT, Avatare und andere Konzepte, die mit dem Begriff Metaverse heute verbunden werden, auf einer gemeinsamen Plattform landen werden, ist offen. Ebenso, ob es ein dominierendes Metaverse oder sehr viele Metaversen geben wird, die vielleicht sogar miteinander verbunden sind.

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Warum Frauen diese Technikrevolution mitgestalten sollten

Aber gerade, weil noch so viel offen ist, ist jetzt die richtige Zeit, um bei der Debatte mitzumischen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die neue Technologie werden heute gefunden und unsere Gesellschaft auf Jahrzehnte prägen: Wie entstehen Communitys im Metaverse? Welche Regeln geben sie sich? Was bedeutet virtueller Besitz? Und wie kann man im Metaverse in Zukunft Geld verdienen?

Die Chancen stehen gut, dass das Metaverse – wie auch immer es in zehn Jahren aussehen wird – sogar ein neues Google, Apple, Facebook oder Amazon hervorbringen oder einen der alten Platzhirsche auf die Plätze verweisen wird. So war es schließlich bisher immer bei den großen Transformationen in der Techwelt.

Genau das also sind die Fragen, mit denen sich die Early Adopters des Metaverse-Themas aktuell beschäftigen. Diese Early Adopters sind überdurchschnittlich wohlhabend und haben eine überdurchschnittlich gute Ausbildung. Sie beschäftigen sich nicht mit dem Thema, weil sie eine kleine Avatar-Welt während ihrer Entstehung erleben wollen. Sie sind gekommen, weil sie am Fundament für etwas mitarbeiten wollen, das zu einer völlig neuen Art der Kommunikation von Menschen und Unternehmen werden soll – und mit dem sie eines Tages viel Geld verdienen wollen.

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Frauen sollten nicht ihren Einfluss und ihre Gestaltungskraft unterschätzen, wenn es darum geht, wie das Metaverse eines Tages aussehen wird. Noch ist vieles im Fluss, die Debatten offen, die Regeln leichter beeinflussbar. Doch wenn heute die weibliche Perspektive fehlt, wird es in fünf Jahren schwieriger werden, dort als Frau Fuß zu fassen. Und in zehn Jahren sowieso.

Frauen sollten nicht zulassen, dass der nächste große Trend entsteht, bei dessen Angeboten sie kaum mitgedacht und bei dessen Sprache sie höchstens mitgemeint werden.

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