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Microsoft: Windows ist für uns nicht mehr die wichtigste Komponente

Microsoft-Chef Satya Nadella. (Foto: dpa)

Anlässlich des Surface-Events in New York hat sich Microsoft-Chef Satya Nadella auf den ersten Blick recht abfällig über Windows geäußert. Das Betriebssystem sei nicht mehr die wichtigste Ebene für Microsoft, sagte er.

Mit dem Begriff „Ebene“ – anders übersetzt auch als „Schicht“ zu lesen – hat Nadella einen Begriff aus der Software-Entwicklung verwendet. Im traditionellen Schichtenmodell unterscheiden wir in Grafik/Oberfläche, Logik und Daten. Alle Schichten arbeiten dabei natürlich zusammen und können nur gemeinsam zu einer positiven Nutzererfahrung führen.

Das konkrete Betriebssystem verliert an Bedeutung

Wenn Nadella nun also davon spricht, dass das Betriebssystem nicht mehr die wichtigste Ebene für Microsoft sei, so meint er damit wohl, dass sich das Unternehmen ganzheitlicher orientieren wolle. Er bezieht sich natürlich nicht ausschließlich auf Windows, sondern generell auf das Betriebssystem als funktionale Einheit, unabhängig vom Hersteller. Im Interview mit Wired konkretisierte er: „Am wichtigsten ist für uns das Anwendungsmodell und die Nutzererfahrung.“

Die Aussage des Microsoft-Chefs kam nicht aus heiterem Himmel. Vielmehr hatte die Vorstellung des Surface Duo, das mit Android läuft, zu Fragen bezüglich der Zukunft des Windows-Systems geführt.

Microsoft Surface Duo. (Foto: t3n)

Microsoft Surface Duo. (Foto: t3n)

Microsoft ist offener als je zuvor

Dass Nadella zu umwälzenden Neuerungen bereit ist, konnte dem aufmerksamen Beobachter in den letzten fünf Jahren kaum entgehen. Heutzutage ist Microsoft breit eingebunden, auch in Bereichen, in denen früher kein Engagement denkbar gewesen wäre, etwa in der Linux- oder der JavaScript-Entwicklung und vielen weiteren Open-Source-Projekten. Mit dem Surface Duo weitet Microsoft nun sein Engagement in Richtung Android aus.

Bestand die Strategie der Redmonder früher eher aus Abschottung und dem Versuch, die eigene Lösung mit Zwang am Markt durchzusetzen, so ist Microsoft heutzutage weit durchlässiger und flexibler geworden.

Der Microsoft Graph hat oberste Priorität

Für den Microsoft-Chef ist daher nachvollziehbarerweise das Betriebssystem nicht mehr so wichtig, weil die anderen, kommerziell bedeutenderen Produkte des Unternehmens dieses nicht mehr zwingend voraussetzen. Laut Nadella steht heutzutage Microsoft Graph, eine Sammlung offener Programmierschnittstellen, die Geräte an die Redmonder-Softwarewelt mit Azure, Office365 und weiteren Cloud-Diensten anbinden soll, im Vordergrund. Womit Menschen und Unternehmen diese Dienste nutzen, ist Nadella weitgehend egal.

Sein Motto hat er wohl einer alten chinesischen Weisheit entlehnt: „Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, umarme ihn.“

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4 Kommentare
John Boy
John Boy

Muss ich einfach mal loben. Was Microsoft die letzten Jahre abliefert, lässt mich als Apple-Nutzer neidisch herüber schauen. Was ich von Apple bekomme, sind die immer gleichen MacBooks – jetzt mit Schrott-Tastatur und sinnloser Touch Bar – und jedes Jahr ein iPhone – aber auch nur alle drei Jahre wirklich ein „neues“ – was auch enttäuschend ist.

Schaue ich mir die den Surface Laptop an, ist es genau das, was ich von Apple erwartet hätte. Neue Ideen beim Design, der Nutzung und so weiter. Mein MacBook Pro wirkt da fast antik, in seiner alten Optik.

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Hans Wurst
Hans Wurst

Endlich ist es offiziell – Microsoft misst dem „Betriebssystem“ Windows 10 immer weniger Bedeutung zu!

So ist’s Recht!
Wer nutzt denn schon Microsoft Windows ? Außerdem wurde diese Äußerung ja beeindrucken von den letzten Updates seit dem Herbst vergangenen Jahres mit mannigfaltiger Unfähigkeit der imaginären, weil entlassenen, Abteilung Qualitätssicherung belegt
Wir, die dösigen Nutzer kommen auch ganz gut ohne Windows aus, zumal ja, Zitat: „Das konkrete Betriebssystem verliert an Bedeutung“ ein Betriebssytem nur eine nebensächliche, überflüssige Spielerei auf einem Computer ist, die man auch durch geschicktes Aneinanderkleben von Panini-Bildchen der Fussballweltmeisterschaft 1974 ersetzen kann.

Jetzt habe ich – als einfältiger Informatiker nur noch eine winzige, unbedeutende Frage: worauf basiert eigentlich die neue Microsoft Todgeburt Surface „elfundzwölfzig“? Welches Betriebssystem wurde da benutzt?
Doch nicht etwa Windows??? Nein – doch – ohh!!!
Mit anderen Worten: „Leute kauft unser neues Produkt für weit über 1000,- Euro, seid aber gewiss: das Betriebssystem darauf lassen wir hängen und Ihr könnt Euer Surface dann als überteuerten Ständer für Kochbücher in der Küche nutzen!

Nadella – ein Meister des Marketings!!!

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Wie ist es eigentlich in so einer kleinen eng begrenzten Denkwelt? Microsoft hat hauptsächlihc Firmenkunden im Blick – und die kaufen tatsächlich mittlerweile überwiegend Lösungen die als Webanwendung laufen.

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Hans Wurst
Hans Wurst

Wie das ist? Sagen Sie es mir!
Im Übrigen: sind sie es Herr Nadella???

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