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Mieten statt kaufen: Audi aktiviert Fahrzeugfunktionen nach Bedarf

Autobauer Audi startet „Functions on Demand“ und „Audipay“. Damit sollen Käufer künftig Ausstattungsmerkmale nach dem Ersterwerb flexibel buchen und digital bezahlen können.

2 Min. Lesezeit
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Audi E-Tron Sportback. (Foto: Audi)

Mit den Diensten „Functions on Demand“ und „Audipay“ steigt VW-Konzerntochter Audi in den attraktiv wirkenden Markt der Abomodelle ein. Für die Modelle Audi E-Tron, A4, A5, A6, A7, Q5, Q7 und Q8 führt der Hersteller die Möglichkeit ein, Ausstattungsmerkmale auch nach dem Erwerb des Fahrzeugs flexibel über den Online-Dienst My-Audi oder die App nachbuchen zu können.

Autos mit Vollausstattung, durch die Software beschränkt

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Das bedingt, dass Audi die Fahrzeuge zwar mit maximaler Ausstattung herstellt, diese Ausstattung jedoch zunächst über die Software deaktiviert. Entscheidet sich ein Kunde dann beispielsweise im Winter, er hätte vielleicht doch eine Sitzheizung kaufen sollen, könnte er die künftig noch nachträglich erwerben. Audi würde dann die entsprechende Funktion für ihn freischalten.

Die Möglichkeiten der nachträglichen Feature-Aktivierung variieren je nach Modell. Die perspektivisch umfangreichsten Abo-Funktionen dürfte wohl der E-Tron als vollelektrisches Fahrzeug mit der umfangreichsten Softwaresteuerung zu bieten haben.

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Hier kommen sogar Premium-Funktionen für Premium-Funktionen infrage: So kann der Kunde mit bereits vorhandenem „Licht-Paket“ die LED-Scheinwerfer nochmal zu Matrix LED-Scheinwerfern mit automatischem Fernlicht upgraden. Audi setzt bei den Abo-Upgrades auf das klassische Paket-Modell, das jedem Autokäufer geläufig sein dürfte. Starten will Audi mit Funktionspaketen aus den Bereichen Licht, Fahrerassistenz und Infotainment. So könnten Kunden etwa mit dem Infotainment-Paket eine erweiterte Navigation und das Smartphone-Interface wählen.

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Auch preislich will Audi sich an den bisherigen Rahmen anlehnen. Allerdings würden Kunden dabei nicht nur das Paket nachträglich kaufen, sondern ebenso mieten können. Der Hersteller will verschiedene Laufzeiten anbieten. Diese Laufzeiten sollen im Falle eines Verkaufs unproblematisch den Besitzer wechseln können.

Einen Monat testen, dann mit Audipay bezahlen

Damit sich der Audi-Fahrer nicht sofort binden muss, bietet der Hersteller einmonatige Testphasen an, innerhalb derer das Abo jederzeit wieder beendet werden kann. Buchung und Bezahlung erfolgen über die App oder den Online-Dienst My-Audi. Nach erfolgter Buchung sendet das IT-System des Herstellers ein signiertes Datenpaket über das Mobilfunknetz zum Auto. Beim nächsten Fahrzeugstart steht die gebuchte Funktion dann zur Verfügung.

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Zusammen mit „Functions on Demand“ startet der Zahlungsdienst „Audipay“. Der erlaubt es, digitale Services für das Auto zu kaufen und zu bezahlen. Zunächst funktioniert das nur über hinterlegte Kreditkarten, in der Zukunft will Audipay weitere Bezahldienste wie Paypal, Klarna und andere – gegebenenfalls lokale – Anbieter integrieren. Gestartet wird Audipay in Deutschland und Norwegen. Etwa 20 weitere europäische Märkte sollen zeitnah angebunden werden.

Dienste als Abomodell sind stark im Kommen

Mit dem Umstieg auf ein Abomodell folgt Audi Wettbewerbern wie BMW und Tesla. Während Tesla schon seit Jahren mit Zubuchoptionen agiert, hatte BMW diesen Weg erst im Sommer dieses Jahres beschritten. Die Idee dahinter ist es, einerseits über standardisierte Prozesse Kosten in der Produktion einsparen zu können und andererseits einen steten Einnahmefluss auch aus dem Bestandskundensegment zu erhalten.

Der Umstieg auf modulare Dienste gilt nicht nur in der Autoindustrie als Zukunftsweg. Auch Softwarehersteller gehen seit Jahren in diese Richtung. Bei Apple etwa vollzieht sich ein regelrechter Konzernumbau – weg vom Einmalverkauf hin zum monatlichen Abo.

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23 Kommentare
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MrX

Gähn….das macht BMW im i3 schon seit 7 Jahren. In anderen Modellen vermutlich auch schon länger….

Antworten
Dieter Petereit

Das ist Unfug. BMW hat es im Juli angekündigt. Vielleicht nicht richtig gelesen worum es konkret geht?

Antworten
MrX

Ja habe ich. ->Infotainment
Bei meinem BMW gibt es zahlreiche Abos für Funktionen die man dazubuchen kann.

Dimitri

Infotainment ist ja wohl eine ganz andere Geschichte. Hier geht es um Hardware die gegen Aufpreis freigeschaltet wird, nicht um Softwaredienste und Updates. Diese hat übrigens nicht nur BMW sondern auch Audi und Mercedes schon lange.

Antworten
MrX

Ich kann bei BMW auch „Hardwarefunktionen“ freischalten, wie zb Schiebedach zufahren bei Regen.
Oder Softwarefunktionen wie Anzeige des GPS Tachos im Displays. Der normale Tacho zeigt ja immer +X% an.

UwwwU

Wollte schon immer mal einen RS6 fahren. Hoffentlich kann man das dann auch dazu buchen.

Antworten
Elvenpath

Totale Abzocke. Das käme für mich niemals in Frage. Entweder, das Fahrzeug gehört mir und ich mache damit, was ich will (also auch Funktionen zu aktivieren, mittel eines Hacks zum Beispiel), oder das Fahrzeug gehört nicht mir (dann habe ich es nicht gekauft).

Antworten
Katschka

Daran musste ich auch gerade denken: Jailbreaks für’s Auto in 3, 2, 1 …
Mir stellt sich dann natürlich im nächsten Schritt die Frage nach
a) der rechtlichen Situation für Fahrer und Hersteller (die Sitzheizung wurde ja mit dem Fahrzeug gekaut, da kann ich mir das Nutzbarmachen nicht als strafbar vorstellen, das Verhindern der Nutzung hingegen könnte ein interessantes Geschäftsfeld für Anwälte eröffnen…)
b) was passiert wohl mit so einem geckrakten Auto hinsichtlich Wartung, Inspektion und letztlich TüV?

Antworten
Bert

Naja das Hacken einer Sicherheitseinrichtung oder „Sperreinrichtung“ ist schon strafbar. Daneben dürfte ein Betrug in Frage kommen.

Felix Rauch

Ich könnte mir vorstellen, dass der Hersteller diese Funktionen besser absichern wird, als den Tacho. Denn wenn diese Funktionen geknackt werden, verliert er selber Geld. Wenn der Tacho manipuliert wird, geht es nur um das geld der Kunden

Antworten
Jürgen Potzkoden

Eigentlich ein guter Grund Audi zu boykotieren. Bei Softwarefreischaltung wäre es ja noch ok. Aber eine Sitzheizung, welche bereits installiert ist, Audi Kosten und der Umwelt Herstellungsschäden verrusacht hat, nicht zu aktivieren ist inakzeptabel. Das zeigt auch, das Audi selbst bei Nichtaktivierung, mit dem Kaufpreis für das „kleinere“ Model Gewinn erzielt und die Aktivierung einfach nur noch mehr Gewinn erwirtschaftet.

Antworten
Felix Rauch

Nicht unbedingt. Der Hersteller hätte mit der neuen Form viel Geringere Produktionskosten, da jedes Auto identisch gebaut wird und nicht bei jedem Produktionsschritt geschaut werden muss, was der Kunde bestellt hat und was eingebaut werden muss (abgesehen natürlich von Farbe und Interieur)

Antworten
alfmichl

Als nächstes kaufe ich mir einen Ford Granada !

Antworten
Mario

Ich kaufe ein Auto mit Funktionen die ich nicht nutze aber die zusätzlich Gewicht im Auto mitbringen, dann fahre ich eine z.B. Sitzheizung inklusive Verkabelung im Auto mit rum, was mich als Halter zusätzlich Strom oder Benzin kostet. Ahmm neeee, geht nicht, nur das der dritte oder vierte Halter die mal freischalten kann.

Antworten
Soso

Was passiert denn, wenn die installierten, aber nicht gebuchten Module, wie die Sitzheizung, defekt sind? Dann meldet das Auto hoffentlich aber keinen Fehler, oder bleibt es etwa stehen oder muss ich die dann sogar reparieren lassen?

Wenn es Sachen sind, die ich nicht mit herumfahren will, kann ich die aber ausbauen und wegwerfen oder verkaufen, oder? Wem gehört die Hardware, wenn sie nicht aktiviert ist? Dennoch dem Eigentümer des Fahrzeugs, oder?

Es gibt immer mehr Sachen, wie Kunden „abgezockt“ werden sollen und Kunden gehörende Hardware von den Herstellern nachträglich manipuliert werden soll…

Ich kaufe nur etwas, das mir vollständig gehört und möchte keine nachträglichen Änderungen daran von wem auch immer.

Antworten
Sternfahrer

Sieht man wieder mal was vom VW-Konzern zu halten ist, nämlich absolut nichts.

Entweder das Beste oder nichts.

Antworten
Martin

Bzgl. Hacking. Sowas wird dann wohl mit Blockchain und Cryptowährung gekoppelt werden.
„Sorry, insufficient funds to activate heating. Do you want to add using your credit card?“

Antworten
Dieter

Genial. Der erste Leasingnehmer (und diese Kisten werden hauptsächlich als Firmenwagen geleast) nimmt Vollausstattung. Bezahlt das für die Leasingzeit. Nach Ende der Leasingzeit bekommt er, da ja der ganze Luxus nur für die Leasingzeit bezahlt ist, weniger Restwert. Der Gebrauchtwagenkäufer, der das Fahrzeug dann kauft bezahlt nochmal für den Luxus, bzw. für die Teilmenge des Luxus, den er nutzen will.

Früher: z.B. elekrische Fensterheber, einmalig 500 Euro.
Heute: 24 mal 20 Euro Mitgebühr, Restwertabzug 300 Euro, neue freischaltung für Zweitbesitzer: 30 euro pro Monat. Macht nach 5 Jahren (36 Monate für Zweitbesitzer) 1860 Euro.
Also ich finde die Idee genial. Und genug Deppen, die für diese Masche bezahlen wird es ja geben.
Zahlen sind ausgedacht, aber vermutlich nahe an der Realität.

Antworten
Peter Hitler

Das ist ja genial, einfach 200-300 Euro zahlen, dass die elektronische Sperre rausgenommen wird und viel Geld gespart :D

Antworten
Schulik.B

Also wenn ich das richtig verstehe, dann bekommen alle audis einr Klasse denn selben Sitz nur die Funtionen werden eben nicht voll frei gegeben. Ist das richtig ?!
So also auch bei den Scheinwerfern oder andere Bauteile…
Heist also im Umkerschluss, ein Günstigen sitz Ohne Funktionen gibt es dann nicht mehr.
Wenn er durchgessen ist muss also der Komplette sitz her nur eben die Funktionen nicht…
Heist es gibt nur ein Preis für den Sitz…egal ob oder ob nicht die Funktion frei ist.

Also wenn dem so ist…dann ist es nach hinten raus eine Teure angelegenheit.
Ich mein ein Halogen scheinwerfer kostet einfach mal ein Drittel als ein Xenon oder Bi-Xenon oder was es da noch gibt.
Wenn er aber alles schon hat nur eben nicht frei, dann habe ich immer die vollen kosten für ein Bi-Xenon wenn ich ein neuen Brauche.
Oder habe ich jetzt schneller geschrieben als drübernachgedacht..?!
Kann mich natürlich auch irren…

Antworten
DJus

..hm und wenn ich einen gebrauchten Audi kaufe, dann kann ich garnicht testen,
ob die ganzen deaktivierten Funktionen überhaupt funktionieren..
wer zahlt da denn dann den Schaden, wenn eine davon kaputt ist,..
was ich ja erst feststelle, wenn ich diese aktivieren möchte :)

Antworten
MrX

Bei mir kamen neulich folgende Meldungen:

Sehr geehrter Herr MrX

bitte beachten Sie, dass in Ihrem BMW (FIN: WBY1Z41080Xxxxxx) die Laufzeit des folgenden BMW ConnectedDrive Dienstes beendet ist:

– USB Kartenupdate
– Real Time Traffic Information
– BMW Online
– Concierge Service

Wenn Sie Ihren Dienst weiterhin nutzen möchten, besuchen Sie den BMW ConnectedDrive Store online oder direkt in Ihrem Fahrzeug. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Status Ihres BMW ConnectedDrive Dienstes.

Der Vorbesitzer hatte alles mitgekauft und dann lief es nach 2 Jahren aus.
Jetzt soll ich fast 40EUR im Monat dafür zahlen.

Antworten
DJus

Ich entdecke da auch ganz neue Möglichkeiten für die moderne Wirtschaftsdiktatur
der Zukunft:
Da Ihr Monatsbeitrag nicht erfolgreich abgebucht werden konnte, wurde Ihre Auto bis zur Klärung
der offenen Forderungen deaktiviert.

Oder auch für den überwachungsorientierten Staat der Zukunft:
Verfolgen verdächtiges Fahrzeug mit Kennzeichen XY . Fordern hiermit sofortige Deaktivierung der
vollständigen Fahrtfunktion an!

Oder für das Terrorregime der Zukunft:
Unliebsamer Verschwörungstheoretiker benutzt Fahrzeug XY. Auf unsere
Anordnung sind bei der nächsten Fahrt, welche 180km/h überschreitet bei
der Auslösung einer starken Bremsung, die Bremsen zu deaktivieren.

Ein Schelm wer böses dabei denkt. Aber wir sind ja noch am Anfang :)

Antworten

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