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Otto, Telekom – und jetzt Daimler? Deutsche Konzerne verzweifeln am Mobile Payment

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Jedenfalls: Im Mai 2017 legte Alexander Vollmer, Projektleiter E-Payment bei Daimler, gegenüber dem Handelsblatt nochmal nach: „Wir wollen im zweiten Halbjahr 2017 mit neuen digitalen Dienstleistungen sichtbarer für den Kunden werden“, sagte er damals. Weiter hieß es in dem Artikel: „Auch Daimler-Kunden können sich dann ein digitales Portemonnaie einrichten. Darüber können sie zunächst Zahlungen für die Daimler-Mobilitäts-App Car2go abrechnen. Später sollen andere Daimler-Apps wie Mytaxi und Moovel und weitere Dienste rund ums Auto dazukommen.“ Ungefähr zur gleichen Zeit wurden in den sozialen Medien sogar schon Designs der entsprechenden App herumgetwittert.

Heute, ein Jahr später, fehlt in den einschlägigen App-Stores allerdings immer noch jede Spur von Mercedes Pay. Auch in den AGB von Car2go findet sich kein Hinweis auf Mercedes Pay oder eine Wallet. Genauso vergeblich gestaltet sich die Suche in den FAQ. Die Frage „Wie kann ich zahlen?“ wird lediglich wie folgt beantwortet: „Du kannst mit deiner Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren zahlen. Falls du Car2go sowohl privat als auch geschäftlich nutzt, kannst du auch leicht zwischen verschiedenen Zahlungsprofilen wechseln.“ Auch wenn man sich bei Car2go neu registrieren lässt, werden als Zahlungsmöglichkeit nur Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift explizit genannt.

Daimler will keine Fragen beantworten

Ein Gespräch über den Stand des Projekts lehnte Daimler vergangene Woche ab. Fragen sollten schriftlich eingereicht werden. Finanz-Szene.de fragte also folgende Themenkomplexe ab:

  • Was ist aus den Ankündigungen von vor einem Jahr geworden?
  • Wo ist Mercedes Pay schon live (abgesehen vom Mercedes-Museum, wo es angeblich ein Pilotprojekt geben soll)?
  • Wann wurde der Wechsel auf der CEO-Position vollzogen? Und was wurde aus Paycash-Gründer Wolff, der öffentlich lange Zeit auch als CEO von Mercedes Pay firmierte?
  • Wie viel Geld hat Daimler bislang in Mercedes Pay investiert?
  • Ist die Etablierung einer eigenen E-Wallet-Lösung überhaupt noch das Ziel, dass mit Mercedes Pay verfolgt wird?

Daimler ging auf die Fragen nicht im Einzelnen ein. Stattdessen schrieb ein Sprecher zurück: „Mercedes Pay ist ein Bestandteil von Daimlers Mobilitäts- und Digitalisierungsstrategie und wird sukzessive über Serviceleistungen des Konzerns angeboten. Mercedes Pay soll das bestehende Netzwerk für die Zahlungsabwicklung vergrößern und das bevorzugte elektronische Bezahlsystem für unsere Kunden werden. Seit April 2018 ist Bartosz Swatko CEO von Mercedes Pay S.A.“

Mit anderen Worten: Der CEO-Wechsel wird bestätigt. Was den Rest betrifft, darf man rätseln. Kann es sein, dass sich da gerade der nächste deutschen Großkonzern schwertut, seine Payment-Pläne in die Realität umzusetzen?

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